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Neues TLS-Zertifikat

Der Webserver hat seit heute ein neues Zertifikat. Ich bin jetzt von CAcert auf Let’s Encrypt umgestiegen. Bei den Übernauten ist die Einrichtung sehr einfach. Nachdem die Befehle uberspace-letsencrypt, letsencrypt certonly und uberspace-prepare-certificate eingegeben wurden, war alles fertig.

Wenn ihr das Zertifikat prüfen wollt, hier ist der SHA-256-Hash:

B8:8A:B3:34:0E:5F:97:6A:88:F0:A7:E7:91:73:F4:50:42:29:0A:73:07:54:68:2D:96:EB:36:29:BB:FC:58:A8

Lenovo-Laptops mit SuperFish-AdWare

Die aktuellen Nachrichten über Wanzen in Festplatten oder geknackte SIM-Karten hören sich auf der einen Seite sehr bedrohlich an, auf der anderen Seite werden viele dies abtun, als Verschwörungstheorie oder »Betrifft-mich-nicht«. Doch dann war von Barbies zu lesen, die alles mithören und ins Internet übertragen und Samsung warnt, vor seinen Fernsehgeräten nichts Privates zu erzählen. Im letzteren Fall werden die Daten im Klartext übertragen und damit kann jeder mithören, was vor dem gerät erzählt wird. Der große Lauschangriff mal ganz anders.

Ansicht des Zertifikats im Zertifikatsmanager
Detailansicht des Zertifikats von Chris Palmer (@fugueish)
Lenovo reiht sich nun ebenfalls in die Liste der Hersteller ein, die offensichtlich wenig auf die Privatsphäre der Käufer geben. Verschiedene Medien (The Next Web, Forbes, Heise, ZEIT Online, Golem u.a.) meldeten, dass Lenovo auf Laptops die Software SuperFish Visual Discovery vorinstalliert. Dies ist Adware, d. h. sie blendet Werbung auf Webseiten ein. Dies wird dadurch bewerkstelligt, indem ein Schnippsel JavaScript geladen wird und die unerwünschten Inhalte überträgt. Doch damit gaben sich die Hersteller der Software nicht zufrieden. In die vorab installierten und damit vertrauenswürdigen Zertifikate wurde auch ein Zertifikat eingefügt. Immer wenn nun eine verschlüsselte, sichere Webseite besucht wird, kommt das Zertifikat nicht von der ursprünglichen Webseite, sondern von der SuperFish-Software. Damit kann die Software den verschlüsselten Datenverkehr mitlesen und diese Daten auch manipulieren. Dieser so genannte Man-in-the-Middle-Angriff ist eine klassische Angriffstechnologie und dient in der Regel nicht guten Zwecken.
Code zur Installation des Zertifikats
Code, der versucht, das Zertifikat in verschiedenen Browsern zu installieren (via @supersat)

Die EFF beobachtet seit längerem den Status von Zertifikaten mit dem SSL Observatory und meldete, dass sie in dem Datensatz 44.000 dieser SuperFish-Mitm-Zertifikate fanden. Das Bild links zeigt ein wenig Quellcode. Demnach versucht die Software ihr Zertifikat in verschiedene Browser zu importieren. Das erklärt auch, warum u.a. auch Firefox betroffen ist. Denn im Gegensatz zu Google Chrome nutzt dieser nicht die Zertifikatsverwaltung von Windows.

Robert Graham hat neben anderen Forschern das Zertifikat aus der Software extrahiert und in kurzer Zeit das Passwort ermittelt (Das Passwort »komodia« liefert dann auch den Hinweis auf den Komodia SSL Digestor). Wie er schreibt, benötigte er keine Spezialkenntnisse. Ein geschickter Angreifer kann dies ebenfalls tun. Damit lässt sich dann auch für Dritte sämtliche verschlüsselte Kommunikation brechen. Aber der Superfish Software scheint auch der Status fremder Zertifikate egal zu sein. In einer Diskussion auf Hacker News berichtete jemand, dass die Software beliebige (auch ungültige) fremde Zertifikate akzeptiert. Ähnliches geht auch mit fakehost.lenovo.com oder CanIBesuperFished.com. Insgesamt reißt die Software damit ein riesengroßes Loch in die Sicherheit der Rechner. Mich erinnerte das spontan an den Fall von Sony, die auch Malware auf die Rechner installieren.

Was lässt sich nun gegen die Infektion tun? Die Software selbst ist in der Liste der installierten Programme von Windows zu finden und kann dort einfach deinstalliert werden. Allerdings bleiben eine Reihe von Einträgen in der Registry und das Zertifikat noch erhalten. Hier ist dann Handarbeit angesagt. Dazu müsst ihr den certmgr von Windows öffnen und das Zertifikat entfernen. Bei der EFF gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie das zu tun ist.

Lenovo hat mittlerweile reagiert und einerseits ein schönes Statement bei Twitter abgegeben:

Daneben gibt es eine Veröffentlichung, die den Vorfall klar als Vulnerability mit hohem Impact benennt. Die Veröffentlichung hat auch eine Liste der Produkte, die betroffen sind.

Wie funktioniert eigentlich Heartbleed

Lest ihr regelmäßig Bugreports oder Meldungen über Schwachstellen bei SSL/TLS? Wie fühlt ihr euch so? Zur Erinnerung:

SSL added and removed here!
Ausschnitt aus einer Folie aus dem MUSCULAR-Programm der NSA

Das heißt, drei Monate in Folge gab es schwere Sicherheitslücken in Software zur Verschlüsselung. Ganz unwillkürlich fühlt man sich an die Folien aus dem NSA-Programm MUSCULAR erinnert.

Die letztgenannte Schwachstelle ist vermutlich die bislang schwerste. Denn damit ist es möglich, den Arbeitsspeicher eines Computers auszulesen. Dies funktioniert sowohl auf der Seite des Servers wie auch beim Clientprogramm. Dazu ist es notwendig, dass das Programm OpenSSL verwendet und eine Erweiterung von SSL namens Heartbeat aktiviert hat. Dies ist beispielsweise bei Android in der Version 4.1.1 der Fall. Mozilla Firefox hingegen nutzt die NSS-Bibliothek und ist nicht betroffen. Die Webserver nutzen hingegen recht oft die OpenSSL-Bibliothek und sind damit betroffen, falls die Version 1.0.1 bis 1.0.1f von OpenSSL verwendet wird. Sollte jemand von euch die Software nutzen, so upgraded auf mindestens 1.0.1g oder deaktiviert Heartbeat in OpenSSL. Gerade letzteres kann man aus meiner Sicht problemlos tun. Denn bisher fand ich keinen sinnvollen Anwendungsfall für Heartbeat.

Doch wie funktioniert diese Lücke eigentlich? Heartbeat (RFC 6520) ist eine Erweiterung für TLS. Ein Teilnehmer einer Verbindung sendet beliebige Daten an den Empfänger. Dieser antwortet mit einer Kopie dieser Daten und zeigt somit, dass die Verbindung noch steht und alles in Ordnung ist. Das Problem dabei ist, dass in einer Anfrage zwei Längenfelder vorhanden sind. Ein Angreifer sendet einfach ein Byte Daten und behauptet, er hätte 64 kB gesendet. OpenSSL liest nun die 64 kB aus dem eigenen Puffer und sendet die Daten zurück an den Angreifer. Der Angreifer kann den Angriff immer und immer wieder starten und erhält so eventuell immer wieder ein neues Stück Arbeitsspeicher (siehe Kommentar von Florian Diesch). Bruce Schneier hat mit seinen Worten vollkommen recht:

Catastrophic" is the right word. On the scale of 1 to 10, this is an 11.
https://www.schneier.com/blog/archives/2014/04/heartbleed.html

Ich hatte in meinem 30C3-Vortrag schon ein OpenSSL-Beispiel reingenommen. Das sollte zeigen, wie kompliziert es sein kann, mit der Software sicheren Code zu schreiben. Auch andere sind, über die Codequalität gestolpert. Daher sind Leute gefragt, die einen detaillierten Blick auf OpenSSL werfen und die Software verbessern. Dazu zählt auch die bessere Lesbarkeit des Codes oder gute Dokumentation.

Wenn ihr wissen wollt, ob ihr betroffen seit, schaut lokal auf die OpenSSL-Version, nutzt die Zeile openssl s_client -connect example.com:443 -tlsextdebug 2>&1| grep ‘server extension “heartbeat” (id=15)’ || echo safe oder verwendet den Testservice von Lutz Donnerhacke oder Filippo Valsorda.

Weiterlesen:

Passwort und Nutzername im Dump der Daten von Yahoo! Mail

Firefox 27 mit TLS 1.2

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich meine Anleitung zu sicheren SSL-Einstellungen löschen kann. Der aktuelle Firefox ist in der Version 27 erschienen. Wie angekündigt, unterstützt der Browser nun standardmäßig TLS 1.1 und 1.2. Damit werden die TLS-Einstellungen über about:config hinfällig. Die Seite How’s my SSL zeigt den Firefox mit Standardeinstellungen als Probably OK an. Sogar Seiten mit AES im GCM-Modus werden korrekt verschlüsselt.

Neues SSL-Zertifikat für kubieziel.de

In den letzten Beiträgen thematisierte ich die Verschlüsselung von Webseiten. Meine eigene Webseite läuft seit längerer Zeit über SSL/TLS. Das alte Zertifikat lief Ende Januar 2014 aus. Daher war es Zeit für eine Erneuerung. Das neue Zertifikat stammt von CACert. Vermutlich erzeugt das bei vielen eine Warnung im Browser. Daher solltet ihr unbedingt das Root-Zertifikat von CACert importieren. Dann funktionieren auch diese Seiten im Browser.

Mit dem neuen Zertifikat kommt ein neuer Fingerprint: 80:5B:82:22:9C:62:11:69:2E:92:69:9D:60:D1:DD:D3:C3:8C:D1:1A

Durch das fehlende Root-Zertifikat im Browser bewertet SSLLabs die Seite nur noch mit einem F. Bliebe der Fakt unberücksichtigt, würde die Webseite wieder ein A bekommen. "Neues SSL-Zertifikat für kubieziel.de" vollständig lesen

Noch jemand ohne TLS1.2?

In meinem Beitrag zur sicheren Einstellung von SSL/TLS im Browser fragte ich, ob ihr Seiten bemerkt, die nicht mit TLS 1.1 oder 1.2 funktionieren. In den Kommentaren und bei Twitter meldeten sich einige. Irgendwann entschied ich, eine eigene Webseite hierfür anzulegen. Die Seite SSL/TLS im Browser dokumentiert Seiten, die nur TLS in der Version 1.0 oder schlechter anbieten. Beim Testen fielen mir sogar einige Seiten auf, die auf das komplett unsichere SSL 2 setzen.

Weitere Seiten könnt ihr mir gern melden. Ich habe ein Pad angelegt. Wenn dort ein neuer Domainname auftaucht, teste ich den und nehme den mit in die Seite auf. Git-Nutzer können die Datei SSL-TLS.org bei Github editieren und mir einen Pull-Request schicken.

Die Daten sollen natürlich nicht ungenutzt liegen. Ich möchte in einem zweiten Schritt die Betreiber der Webseiten anschreiben und diese bitten, auf neuere Protokollversionen zu aktualisieren. Hier würde ich mich über eure Hilfe freuen. Bitte schreibt eure Textvorschläge ins Pad. So können wir gemeinsam ein Schreiben entwickeln und das dann in die Welt schicken. Hoffentlich erreichen wir dadurch eine kleine Verbesserung beim Schutz unserer Daten.

Using SSL securely in your browser

The website How’s My SSL shows you, how your Browser handles HTTPS connections. In the case of Firefox 24 it shows:

Your SSL client is Bad.

But how can you improve this? I wrote some hints below:

Firefox

I use Firefox 24. So all I wrote below belongs to this version. Future Firefox versions will bring some improvements. So some settings will be unnecessary then.

All settings must be made by using about:config. The configuration menu is not able to handle it. Enter about:config into the address bar. Firefox prints a warning, that changes will have effects on the security, stability etc. I assume that none of the settings below have negative impact. Thatswhy I confirmed it and came to the next window.

The config window has a search bar and a listing of configuration settings. Enter tls.v (or tls.version) into the search bar. Now you see four or five results. The important options are security.tls.version.min and security.tls.version.max. Both lines have an integer value in the last column. Those can be 0 (SSL 3.0), 1 (TLS 1.0), 2 (TLS 1.1) or 3 (TLS 1.2). You can change them by double clicking on it. I’d change the value security.tls.version.min to at least 1 (better 2)and security.tls.version.max to 3. If you change the first value to 2, it might be, that some pages don’t work anymore. This is because they use some older protocol. However the minimum value should be 1 which is TLS version 1.0. You should contact the administrator of those pages and recommend to change to a newer TLS version. I’d like to hear which sites are affected.

Firefox also uses some insecure cipher suites. So i.a. is the cipher SSL_RSA_FIPS_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA supported. To change it, enter fips into the about:config search bar. You should see one result. By double-clicking you can set it to False. Brian Smith pointed out that SSL_RSA_FIPS_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA is not insecure. In his pull request at Github he describes why it is the case.

When you reload the HowsMySSL-page, you’d see a new result:

Your SSL client is Probably Okay.

Furthermore I usually deactivate all RC4 cipher suites. I look for rc4 and set them all to False

The Twitter user @andiheimann commented, that the Tor Browser Bundle fails:

Tor has to balance anonymity and security. With those settings the anonymity set reduces and there might be some risks to the anonymity of a Tor user. Thatswhy it is probably better to wait for the new Firefox version.

The Tor Project released version 4 of the Tor Browser Bundle. This version comes with Firefox 31 ESR and disables SSLv3.

Google Chrome and Chromium

Internet Options within IEChrome and Chromium doing a good job by default. Only when you want to disable RC4, you have to call both with specific command line options:

chromium --cipher-suite-blacklist=0x0004,0x0005,0xc011,0xc007TLS Cipher Suite Registry.

In October 2014 Google announced the POODLE exploit. So you should use at least TLS 1.0 in your browser. This option does exactly this: --ssl-version-min=tls1.

Opera

When using Opera 12 with the SSL-test-site it shows bad results. The recent Windows version 18 as well as Opera Next 19 are shown as »good«. If you see bad result then type Ctrl+F12 to open the settings and navigate to »Advanced« --> »Security« --> »Security Protocols«. You should make sure, that only TLS 1.1 and 1.2 is enabled. In the detail view you’ll see all supported ciphers. Disable all ARC4-based ciphers.

A reload shows Opera as Improvable. This is caused by SSL Session Tickets. Unfortunately I found no settings. If you know where to find them, please leave a message.

Safari

Apple’s Browser is like Opera: Improvable. Also SSL Session Tickets downgrade the result. As said before, if you know where to change it, please leave a message in the comment section.

Internet Explorer

Internet Explorer comes with support for SSLv3. To disable it, go to Internet Options and select the Advanced tab. Near the bottom you’ll find a checkbox for using SSLv3. Uncheck and save it. You’re done. :-)

Others

I’ll add more browsers later.

Updates:

  1. Thanks to Brian for his comments on SSL_RSA_FIPS_WITH_3DES_EDE_CBC_SHA and morphium for his comment on Opera
  2. Recommended TLS 1.0 in Chrome because POODLE.
  3. Mention that Tor Browser 4 comes without SSLv3.
  4. Added info about IE
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