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Haltbarkeit von SSDs

Backblaze ist eine amerikanische Firma, die Speicher- und Backupplatz anbietet. In deren Servern sind über 2500 SSDs verbaut. Backblaze fing im Jahr 2018 an, diese Art von Speicher zu nutzen und ersetzt seither die drehenden Platten (HDDs). Nun fragt sich die Firma immer mal wieder, wie belastbar die SSDs im Vergleich zu den HDDs sind. Im letzten Review gibt es einige Antworten dazu.

Dazu vergleicht die Firma Speichermedien, die als so genannte Bootgeräte zum Einsatz kommen und in etwa gleich alt sind. Bootgerät heißt bei Backblaze, dass die Server hiervon gestartet werden. Weiterhin werden Logdateien und temporäre Dateien auf die Speicher geschrieben. Sowohl HDD wie auch SSD vollführen gleiche Aufgaben.

Bisher hatten die Fehlerraten in etwa den gleichen Verlauf. Die SSDs lagen von den Werten leicht unterhalb der HDDs. Dieses Jahr ist nun das fünfte Jahr der Betrachtungen und hier gingen die Zahlen deutlich auseinander. Während bei den HDDs ab dem 5. Jahr ein deutlicher Anstieg der Fehlerraten zu beobachten ist, bleibt der bei den SSDs in etwa gleich.

Vergleich der Fehlerraten zwischen HDDs und SSDs

Auf der Speichertestseite von Backblaze könnt ihr die weitere Entwicklung verfolgen und auch die Rohdaten herunterladen. Die Firma geht derzeit davon aus, dass die Fehlerraten der SSDs zu einem späteren Zeitpunkt steigen und wollen solange einen Blick auf deren SMART-Werte werfen. Ich bin sehr gespannt, wie lange der Vorteil der SSDs anhält und werde hin und wieder mal die Seiten von Backblaze checken.

Übersterblichkeit in Singapur

Im Rahmen der Corona-Pandemie gibt es immer mal wieder Diskussionen um die Übersterblichkeit. Das ist die Zahl an Menschen, der im Vergleich zum “Durchschnitt” mehr verstorben sind. Wenn es beispielsweise eine Krankheitswelle gibt, die auch in mehr toten Menschen resultiert, lässt sich das in den Kurven ablesen. Von EuroMOMO sind Zahlen für europäische Länder verfügbar.

Zur Erklärung des Sachverhalts seht ihr eine Grafik für Kinder von 0 bis 14 Jahren:

Die Grafik der Übersterblichkeit bei Kindern bietet einige interessanten Eigenheiten, denn hier gibt es ja nach Jahr unterschiedliche Verläufe:
Die braune Linie aus dem Jahr 2017 schwankt um die Nulllinie, d.h. hier gab es nahezu keine Übersterblichkeit. Deutlich anders sah es im Jahr 2019 (gelbe Linie) aus. Dort stieg die Linie die ersten vierzehn Wochen an, danach blieb die Linie in etwa gerade und ab der 45. Woche stieg die Kurve wieder an. Das heißt, sowohl zu Anfang wie auch zu Ende des Jahr starben deutlich mehr Kinder als normalerweise zu erwarten wäre. Ein Grund hierfür ist mir nicht bekannt. Ebenso interessant sind die graue und die dunkelblaue Linie. Die graue Linie des Jahres 2020 fällt ab der Woche 15 ab und geht sogar in den negativen Bereich. Die dunkelblaue Linie fällt auch ab und ab der Woche 21 mit dem Anstieg an. Die Übersterblichkeit liegt dann Ende des Jahres deutlich über der Erwartung. Dieses Jahr ist noch offen. Wenn man sich aber die hellblaue Linie anschaut, ist zu erwarten, dass die über dem sehr hohen Niveau von 2019 liegt.

Schaut euch die Charts bei EuroMOMO mal in Ruhe an. Dort könnt ihr nach anderen Altersgruppen oder auch der Gesamtbevölkerung wählen. Weiterhin gibt es dort weitere Grafiken zur Übersterblichkeit. Das ist recht interessant.

Das Gesundheitsministerium von Singapur hat die Betrachtungen zur Übersterblichkeit in der Gesamtbevölkerung etwas professioneller gemacht, als es uns Laien möglich ist. Die Ergebnisse liegen in Form des Berichts “Report on excess mortality during the COVID-19 pandemic up to June 2022” (lokale Kopie) vor.

Demnach gab es eine Übersterblichkeit von 2490 Personen über die letzten 2,5 Jahre im Vergleich zum Jahr 2019. Mehr als die Hälfte davon starben direkt an COVID-19. Der verbliebene Teil verstarb innerhalb von 90 Tagen nach einer COVID-19-Infektion. Man könnte sagen, dass diese indirekt auch an Corona gestorben sind. In der nichtinfizierten Bevölkerung wurde keine Übersterblichkeit gefunden.

Laut des Reports gab es in der Zeit keine Überlastung der Krankenhäuser. Diese schienen nach deren Maß über den Zeitraum wie gewohnt zu funktionieren.

Das Gesundheitsministerium stellt in dem Bericht auch fest, dass die ungeimpfte Bevölkerung (etwa 5% bis Mitte März 2022) überdurchschnittlich an der Zahl der Toten beteiligt ist. 28 % der Toten waren nicht vollständig geimpft.

Die beiden Grafiken zeigen den Vergleich der Zahl der Fälle und Toten zwischen Singapur und Deutschland. Bei annähernd gleicher Zahl an Fällen hat Singapur nur etwa ein Zehntel der Toten. Offensichtlich kann man die Pandemie auch anders managen.

Update: Nach einer Diskussion auf Mastodon habe ich einige Formulierungen klarer gemacht und beschrieben, warum oben die Rede von Kindern und in dem Bericht aus Singapur die Gesamtbevölkerung gemeint ist. Im erweiterten Eintrag sind nun auch die großen Bilder aus der obigen Galerie.

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Passwortgalerie

Vor ein paar Tagen bat ich euch, mir eure Passwörter zu zeigen. Folgende kleine Sammlung kam dabei heraus. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!

Update: Nach dem Beitrag gab es noch ein paar andere Bilder:

Zeigt mir eure Passwörter!

Was haben die beiden unten stehenden Bilderkollektionen gemeinsam?

Auf den ersten Blick sehen beide komplett unterschiedlich aus und es ist vielleicht noch nicht einmal klar, woher diese stammen. Letzteres lässt sich leicht auflösen, da diese Art von Bildern in Form von Memes öfter auftauchen: Sie sind mit einer künstlichen Intelligenz erzeugt worden. Die Eingabe bei beiden Bildern waren die jeweils meistgenutzten Passwörter, nämlich password und 12345. Jetzt ratet mal, welches Bild welcher Eingabe entspricht. :-)

Das Computerprogramm, welches die Grafiken erzeugt, nennt sich DALL-E und wurde von OpenAI entwickelt. Auf der Webseite CrAIyon könnt ihr mit der Software interagieren. Gebt einfach ein paar Begriffe in das Eingabefeld ein und wartet auf die Ausgabe. Die Idee ist, dass die Software aufgrund der Eingabe ein mehr oder weniger schönes Bild erzeugt. Aber es lässt natürlich beliebige Eingaben zu. Warum also mal nicht etwas “anderes” eingeben?

Im Bereich der IT-Sicherheit fallen einem vielleicht sofort Eingaben wie ' OR 1=1 oder <script>alert(1)</script> ein. ;-) Aber was spricht denn gegen Passwörter als Eingabe? Natürlich die Tatsache, dass man selbst verwendete Passwörter nie irgendwo in unklare Webseiten eingibt. Dennoch kann man CrAIyon ein wenig zum Spielen benutzen.

Ich habe mal ein Upload-Verzeichnis (auch als Tor-Onion-Service) für den nächsten Monat freigeschalten. Wenn ihr aus einem (Pseudo-)Passwort ein schönes Bild erzeugen könnt, ladet es mal hoch. Ich werde die dann hier im Blog später zeigen. Also:

Zeigt mir eure Passwörter!

Corona-Infektion im Haushalt eindämmen

Stellt euch vor, ihr lebt mit mehreren Personen in einer Wohnung und jemand von denen hat sich mit SARS-CoV-2 infiziert. Wie schafft ihr es, dass alle anderen uninfiziert bleiben? Vor knapp zwei Jahren habe ich mir die Frage gestellt und mir ein “Konzept” überlegt. Über diesen Zeitraum habe ich immer mal wieder darüber nachgedacht und Änderungen vorgenommen. Nun kam der Zeitpunkt, wo ich mein Konzept mal live testen kann und weitere Änderungen machte. Ich will euch meine Ideen mal unten vorstellen. Solltet ihr Verbesserungen oder Fragen haben, freue ich mich natürlich über Kommentare.

Tweet von @fischblog zur Übertragung im Haushalt

Das Corona-Virus ist hochansteckend. Derzeit geht die Variante Omikron in Form von BA.5 herum. Wie schon bei den Vorvarianten hört man immer wieder, dass ganze Familien erwischt werden. In einem Thread auf Twitter schätzt @fischblog die Wahrscheinlichkeit auf unter 50%, wenn man mit Infizierten in einem Haushalt lebt. Quelle scheint die Studie “Secondary Attack Rates for Omicron and Delta Variants of SARS-CoV-2 in Norwegian Households” zu sein. Diese etwa 50% würde ich nun gern auf 0% oder nahe 0% bringen.

Ziel

Wie ich schon schrieb, geht es mir darum, weitere Ansteckungen innerhalb des Haushalts auszuschließen bzw. das Risiko weitgehend zu minimieren.

Maßnahmen

Neben den untenstehenden Maßnahmen gibt es natürlich einiges in der Vorbereitung. Zuallererst steht für mich die Impfung. Alle sollten geimpft sein. Nach meiner Meinung heißt dass derzeit, dass die letzte Impfung gegen SARS-CoV-2 maximal ein halbes Jahr her ist.

Kurzversion

  • Person isolieren
  • Maske in der Wohnung tragen
  • Wohnung gut lüften
  • Viruzides Gurgeln
  • Kontaminierte Gegenstände waschen, desifizieren oder wegräumen

Isolationszone

Innerhalb der Wohnung sollte es eine Isolationszone geben. Idealerweise ist das ein Zimmer, in dem sich die infizierte Person aufhält. Dort bleibt diese solange, bis sie wieder negativ getestet ist.

Generell erscheint mir wichtig, dass möglichst wenig Luft aus der Isolationszone in den Rest der Wohnung strömt. Das heißt, der Raum selbst sollte gut durchlüftet werden.

In der Isolationszone verbleiben auch alle Gegenstände, die die infizierte Person berührt (Teller, Besteck, Taschentücher, Nahrung etc.). So soll eine “Kontamination” möglichst vermieden werden. Problematisch sind Sachen, die gekühlt werden müssen sowie das Bad bzw. die Dusche. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Räume regelmäßig mit Seife gereinigt oder desinfiziert werden.

Isolation bedeutet aber auch, dass die Person wenig oder gar keinen Kontakt zu anderen hat. Dies ist auf Dauer belastend. Regelmäßige Videokonferenzen, Telefonate oder andere Fernkontakte sind daher wichtig. Beispielsweise kann die Person über einen Videoanruf am gemeinsamen Essen teilnehmen oder anderweitig mit eingebunden werden. Dies erleichtert die Zeit in Isolation enorm.

Belüftung

Das Virus sollte die Wohnung möglichst schnell wieder verlassen. In den warmen Tagen sollten einfach alle Fenster geöffnet sein. Aus meiner Sicht solltet ihr darauf achten, dass der Luftzug nicht Luft aus der Isolationszone anzieht. Unsere Wohnung ist glücklicherweise so beschaffen, dass ich über einen Luftstrom die Luft direkt aus der Wohnung leiten kann.

Für die kälteren Tage habe ich Luftreiniger beschafft. Eines steht in der Isolationszone und tut dort seine Arbeit. In den Aufenthaltsräumen steht auch mindestens einer. Dieser wälzt die Luft mindestens einmal um, bevor der Raum benutzt wird.

Masken

Ein einfaches und wirksames Mittel sind Masken. Wir tragen innerhalb der Wohnung eine FFP2-Maske. Dies ist für mich der Basisschutz, der immer funktionieren muss. Innerhalb unserer Wohnung gibt es einige Bereiche, die so gut belüftet sind und wo kein “infizierter” Luftstrom hinkommt, dort verzichten wir dann auf die Maske.

Hände waschen / desinfizieren

Es kann immer mal sein, dass man in Kontakt mit Gegenständen kommt, die auch die infizierte Person berührt hat. Insbesondere bei gemeinsam genutzten Räumen, wie Bad, besteht die Gefahr mit Virenrückständen in Kontakt zu kommen. Daher muss insbesondere in solchen Situationen ausführlich Hände gewaschen oder desinfiziert werden. Dabei ist Seife und warmes Wasser sehr wichtig.

Prophylaxe bei Exposition

Nun kann es immer sein, dass man mit Viren in Kontakt kommt. Hierzu gibt es eine Empfehlung der Gesellschaft für Krankenhaushygiene zum viruziden Gurgeln. Das heißt, Gurgeln mit

  • Kochsalzlösung (1 Teelöffel auf 100 ml, 3 min)
  • grünem Tee
  • Listerine Cool Mint

und Anwendung von Algovir Nasenspray.

Dies reduziert die Virenlast und vermindert damit auch den Schweregrad der Erkrankung.

Entsorgung der kontaminierten Gegenstände

Wie oben beschrieben, verbleiben die Gegenstände zunächst in der Isolationszone. Diese werden von Zeit zu Zeit ausgeräumt. Geschirr wird sofort mit Seife abgewaschen. Müll wird ordentlich verpackt und in die Mülltonne gegeben.

Erfolgskontrolle

Ob die Maßnahmen funktionieren oder nicht, lässt sich letztlich schwer sagen. Einerseits weiß ich nicht, was ohne jegliche Vorkehrungen passiert wäre. Sofern man sich noch außerhalb der Wohnung bewegt und sich infiziert, ist andererseits auch oftmals unklar, wo die Infektion passierte.

Insgesamt gehe ich davon aus, dass die Maßnahmen sehr helfen, das Infektionsrisiko in der Wohnung abzusenken.

Update: Nach einem Hinweis auf Twitter habe ich den Link zum PDF für das viruzide Gurgeln aktualisiert. Die DGKH hat die Empfehlungen in diesem Jahr aktualisiert.

Krankenscheine per AU-Schein.de

Heise berichtete von einer Firma, die Krankenscheine über das Internet anbietet. Das heißt, man gibt auf der Seite seine Symptome ein, muss noch Risikofaktoren angeben und schließlich Name, E-Mail-Adresse, WhatsApp-Nummer und anderes eingeben. Anschließend muss ein Foto der Krankenkarte senden. Über WhatsApp und später per Post wird dann die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zugeschickt.

Gerade wenn man die Berichte und Warnungen zu WhatsApp liest, fragt man sich: »Kann das denn im Sinne der DS-GVO sein?« So lässt sich die Hamburger Ärztekammer auch mit Datenschutzbedenken zitieren.

Die Firma selbst schreibt in deren FAQ:

WhatsApp ist zwar datenschutzkonform, Ende-zu-Ende verschlüsselt und kann die Daten selbst nie einsehen. Dennoch laufen die Daten über deren Server in USA.

Der Hauptkritikpunkt bei WhatsApp ist der Zugriff und Upload der Kontaktdaten. Gerade wenn im Adressbuch Personen enthalten sind, die kein WhatsApp benutzen und der Verarbeitung durch WhatsApp keine Einwilligung erteilt haben, so ist dies eben nicht von der DS-GVO gedeckt und rechtswidrig.

Der obige Dienst spricht jedoch genau nur WhatsApp-Kunden an. Das heißt, die haben WhatsApp installiert und den Nutzungsbedigungen zugestimmt. Weiterhin speichert die Firma nach eigenen Angaben keine Kontaktdaten. Insofern wird aber das kritische Problem umgangen. Die anderen kritischen Punkte, wie Übertragung ins Ausland und Auftragsverarbeitung, sind nach jetzigem Stand geklärt. Damit wäre der Dienst nach meiner Meinung mit der DS-GVO vereinbar. Insbesondere werden die Daten verschlüsselt übertragen und sind damit besser geschützt als bei diversen anderen Angeboten.

Nichtsdestotrotz finde ich die Benutzung und Unterstützung von WhatsApp nicht unterstützenswert. Ich würde es begrüßen, wenn die Firma einen anderen Weg gänge. Denn im Normalfall möchte man weder WhatsApp noch den Mutterkonzern Facebook unterstützen.

Bad Bank von Dirk Laabs

Bad BankVor kurzem stöberte ich durch die Regale des lokalen Buchhändlers. Dabei fiel mir u.a. das Buch Bad Bank von Dirk Laabs auf. Der Autor schrieb zusammen mit Stefan Aust vor einigen Jahren ein Buch zum NSU, Heimatschutz. Das gefiel mir damals inhaltlich und vom Stil her sehr gut und so überlegte ich kurz, ob ich auch dieses Buch kaufen solle. Zunächst entschied ich mich dagegen.

Später stolperte ich über die Ankündigung von Dirk Laabs auf Twitter. Er schrieb, dass sein Buch in zehn Tagen erscheinen würde. Ich warf einen Blick auf die Inhalte und entschied mich, das Buch zu kaufen. Sozusagen als Early Bird. ;-)

Die Finanzkrise jährt sich gerade zum zehnten Mal und das Buch wirft einen Blick auf die Rolle der Deutschen Bank. Der Startpunkt und Rahmen ist die Geschichte von Bill Broeksmit. Hiervon ausgehend erzählt Dirk Laabs die Geschichte verschiedener Probleme im Bankensektor. Der Zusammenbruch der Continental Illinois im Jahr 1984 hat bereits alle Zutaten der späteren Bankenkrisen. Aber auch die verschiedenen Krisen in den 1990er Jahren, die Insolvenz von Orange County, die Krise des Hedgefonds LTCM und anderen.

Daneben wird die Geschichte der Deutschen Bank erzählt. Mit der Übernahme der Morgan Grenfell wollte diese in das Investmentbanking einsteigen. Dies wurde später mit der Einstellung verschiedener wichtiger Personen sowie der Übernahme von Bankers Trust weiter ausgebaut. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass diese Schritte halbwegs konzeptionslos durchgeführt wurden. Das heißt, es gab die Vorstellung, dass das Investmentbanking Gewinne abwerfen wird. Aber dem Vorstand der Bank schien unklar zu sein, wie das Geschäft genau integriert wird und wie damit umgegangen werden soll. Dies legte dann den Grundstein für die weiteren Fehlentwicklungen. Das Buch schildert sehr schön, wie sich die diversen Abteilungen verselbstständigten, Geschäfte machten und wie wenig auf die entstehenden Risiken geachtet wurde. Am Ende stand dann ein Konzern, dem wenig klar war, wie es genau um die Geschäfte bestellt ist. Und am Beispiel von Eric Ben-Artzi wird gezeigt, wie mit Leuten umgegangen wurde, die genauen auf die Risiken schauen wollten. Er endete als Whistleblower, nachdem er von der Bank kaltgestellt wurde. Das Buch schließt mit dem Tod von Bill Broeksmit und einem Ausblick auf den aktuellen Vorstand der Bank.

Wie schon Heimatschutz fand ich das Buch sehr gut zu lesen. Es erzählt die Vorgänge in Form einer spannenden Geschichte. Neben den eigentlichen Vorfällen bei der Deutschen Bank werden auch andere Vorfälle beleuchtet und so gewinnt man einen guten Überblick über den geschichtlichen Verlauf. Das Buch korrigiert auch den Eindruck, dass bei der Deutschen Bank immer alles glatt lief, nie staatliche Gelder entgegengenommen wurden usw. Insofern kann ich dies nur allen zur Lektüre empfehlen. Einzig eine Sache störte mich: Naturgemäß wird im Buch immer wieder von Derivaten, Swaps, CDOs, RMBS’ usw. gesprochen. Diese Instrumente werden aus meiner Sicht zu kurz erklärt. Hier würde ich mir eine bessere Erklärung wünschen. Dies könnte als Anhang oder auf einer speziellen Webseite passieren.

Insgesamt bietet das Buch einen erschreckenden und gut geschriebenen Einblick in die Finanzszene, speziell die Deutsche Bank. Ich kann das nur uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen.

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