Skip to content

Kunstausstellung der Kita "BILLY"

Mit Gras bewachsene Stühle

Was haben Keith Haring, Piet Mondrian, Jackson Pollock und Andy Warhol gemeinsam? Deren Kunstwerke sind alle in Jena in der Neuen Mitte zu sehen. OK, nicht ganz. :-) Denn statt der Künstler höchstpersönlich haben sich ein- bis sechsjährige Kinder auf die Spuren der Meister begeben. In einem Kunstprojekt der bilingualen integrativen Kindertagesstätte BILLY ließen sich die Kinder von den Meisterwerken inspirieren und erschufen selbst beindruckende Werke. Diese Kreationen werden nun öffentlich ausgestellt.

Teilansicht der ausgestellten Bilder

Vor einer Weile war ich selbst zum Elternabend im Kindergarten. Dort stellten die Erzieher/-innen einige der Werke vor. Insbesondere interessant fand ich die Arbeit der Kleinsten. Sie haben in drei Tagen ein Gemälde nachgestellt. Das ist natürlich immer noch weit weg vom Original. Aber ich würde beim Betrachten des Bildes nie auf die Idee kommen, dass es von Ein- bis Zweijährigen kommt (Geschweige denn würde ich mir derartiges zutrauen ...)

Von Warhol inspirierte Gemälde

Soweit ich das beurteilen kann, hatten die Kinder sehr viel Spass bei dem Projekt. Für ein Gemälde durften sie einen Reifen “beschmieren” und den auf einer Tapetenbahn abrollen. Beim ersten Bild oben wurden diverse Möbelstücke mit Lehm beschmiert und Samen verteilt. In vielen weiteren Schritten lernten sie so den Umgang mit verschiedenen Materialien. Der Künstler Benjamin Small gab den Kleinen viel Anregung und Unterstützung.

Bis zum 10. April gibt es noch die Möglichkeit die Bilder in der Neuen Mitte zu betrachten. Die Jenaer sollten sich das unbedingt mal anschauen. Ich gehe jedenfalls sehr gern daran vorbei. ;-)

Lieber zensieren als Äpfel essen

Letzte Woche fand die 860. Sitzung des Bundesrates statt. Dort sollte unter anderem das viel diskutierte Zugangserschwerungsgesetz an der Tagesordnung sein. Ich versuchte im Vorfeld den Ministerpräsidenten mit einem Schreiben mit einigen Argumenten zu überzeugen (siehe auch die Pressemitteilung des AK Zensur dazu). Wie jedoch zu erwarten war, wurde das Gesetz angenommen. Jetzt steht nur noch der Bundespräsident vor der endgültigen Unterschrift und damit vor dem Inkrafttreten des Gesetzes. Der AK Zensur hat einen Appell an Herr Köhler gerichtet.

Beim Betrachten des Ergebnisses fiel mir auf, dass alle Gesetze angenommen wurden, bis auf eines: das Gesetz zur Durchführung gemeinschaftsrechtlicher Vorschriften über das Schulobstprogramm (Schulobstgesetz - SchulObG). Gerade das klingt doch recht sinnvoll. Warum wird sowas nun abgelehnt?

Das Schulobstgesetz geht zurück auf eine Initiative der EU, das EU-Schulobstprogramm. Im Rahmen dessen wurden verschiedene Alternativen untersucht und eine Kommission kam zu dem Schluss, dass die beste Lösung sei, kostenlos Obst an Schüler im Alter von 6 bis 10 Jahren einmal in der Woche auszuteilen. Flankiert mit aufklärenden Maßnahmen gehen die Mitglieder von einem Erfolg aus, d.h. es würden gesunde Essgewohnheiten gefördert werden, die Fettleibigkeit würde zurückgehen und das Risiko chronischer Krankheiten (Diabetes etc.) nimmt ab. Als problematisch werden die Kosten genannt. Die Folgeabschätzung geht EU-weit von Gesamtkosten in Höhe von 156 Millionen Euro (nicht Milliarden!) aus. Daher wurde vorgeschlagen, 90 Millionen aus EU-Mitteln zu zahlen und der Rest aus den Mitteln der jeweiligen Länder. Wenn ich nun den Bericht des Agrarausschusses richtig verstehe, gibt es in Deutschland jetzt Diskussionen, ob Bund oder Länder diese Zusatzmitteln zahlen sollen. Dabei geht es deutschlandweit um eine Summe von 12,5 Millionen Euro oder pro Bundesland um etwa eine Million Euro. Also nach jeglichen Maßstäben Peanuts.

Ich hatte schon vorher mal kalkuliert, welche Gesamtkosten für Thüringen entstehen, wenn alle Kinder täglich kostenlos Obst bekommen. Insgesamt gibt es etwa 300.000 Kinder bis 18 Jahren in Thüringen. Wir zahlen für ein Obstfrühstück im Kindergarten momentan 25 Cent. Wenn man von etwa 200 Tagen in Kindergarten und Schule ausgeht, kämen für Thüringen (aufgerundet) etwa 20 Millionen Euro Kosten zu. Die Zahl ist natürlich nur eine grobe Schätzung. Nichtsdestotrotz würde sie nach meinem Dafürhalten kaum im Portemonnaie des Landes auffallen. :-)

Aber was solls. Lieber zensieren wir den Kindern das Internet weg als ihnen was Gesundes zu Essen zu geben. :-(

tweetbackcheck