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Finanzdaten von Tor bei Cryptome

Der regelmäßige Leser von Cryptome wird kürzlich die Datei tor-2008.zip (1,3 MB) entdeckt haben. Dabei handelt es sich um die Steuererklärung des Tor-Projektes. Dieses Dokument erlaubt einen schönen Einblick in die Finanzsituation eines (ausgewählten) Open-Source-Projektes. Natürlich ist das nicht repräsentativ. Denn gerade diverse Organisationen haben ein starkes Interesse an der Software und geben daher Geld. Nicht jedes Projekt wird derartig beglückt sein.

Die Seite 9 gibt die Einnahmen wieder. Diese teilen sich etwa folgendermaßen auf:

Verteilung der Einnahmen des Tor-Projektes

Das bedeutet, der kleinste Teil der Spenden kommt von Privatleuten. Die weitaus größten Spendengelder stammen von Firmen bzw. Organisationen. Schaut man sich die Seite der Sponsoren des Projektes an, so erscheinen die Angaben plausibel und die anonymous European NGO ist gleich nicht mehr ganz so anonym. :-)

Nach meiner Einschätzung dürfte die Verteilung der Einnahmen bei vielen anderen Software-Projekten ähnlich aussehen. Es gibt einige wenige Firmen, die in irgendeiner Form spenden und wenige Private, die ebenfalls das Projekt unterstützen.

Nahezu die Hälfte der Ausgaben waren Personalkosten. Der Hauptentwickler, Nick Mathewson, verdiente auch am besten. Danach folgten der Projektleiter Roger Dingledine und Jacob Appelbaum. Die Aufstellung listet weitere Personalkosten auf. Jedoch kenne ich mich mit dem Steuerrecht nicht so gut aus und kann das daher nicht einordnen.

Insgesamt erwirtschaftete das Projekt 2008 etwa hunderttausend US-Dollar Überschuss.

Insgesamt zeigt sich für mich, dass Tor auch an dieser Stelle Offenheit und Transparenz ernst nimmt. Denn die Dokumente sind nicht nur bei Cryptome gelagert, sondern lassen sich von jeder interessierten Person bei den Behörden einsehen. Andrew Lewman schrieb dazu auf der Mailingliste:

Tor develops in public, meets in public, and is generally approachable for questions, comments, or concerns. We specifically chose to be a 501c3 for the transparency factor. We could easily have been a for-profit entity with many willing investors to create black box software. We believe in the right to online anonymity and developing and improving it with Tor.

Regierung entdeckt Datenschutz

Wenn man das Interview mit zu Guttenberg liest, könnte man glauben, das zarte Pflänzchen Datenschutz beginnt auch bei der Regierung zu sprießen:

Ich glaube, dass man hochsensibel damit umgehen sollte und [..] manche vorauseilende Lust auf Daten auch einer solchen Überprüfung standhalten muss. Diese Prüfung ist vorzunehmen, und wenn ich Herrn Finanzminister Schäuble richtig verstanden habe, hat er sich schon sehr skeptisch geäussert. Ich kann diese Skepsis nur teilen.

Klingt doch gut, oder? Leider geht es Herr zu Guttenberg in dem Interview nur um die Kontodetails der Steuerbetrüger ...

via Computernotizen.

Abgehört vom Steuerbeamten

Unsre Nachbarn auf der Insel lieben das Abhören und endlich kann auch der gemeine Zoll- bzw. Steuerbeamte loslegen. Im Rahmen des Serious Crime Act dürfen Angestellte der HMRC Telefonanrufe, E-Mails und Briefe abhören. Schließlich könnte jeder früher oder später mal Steuern hinterziehen.

via Accountingweb

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