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Erfahrungsbericht: Langstrecke mit einem E-Auto

Ich hatte dieses Jahr das “Vergnügen” jeweils knapp 1.000 km an einem Tag mit dem Auto fahren zu müssen oder zu dürfen. ;-) Wie ihr vielleicht schon gelesen habt, nenne ich ein batterie-elektrisches Fahrzeug (E-Auto) mein Eigen. Gerade was Langstrecke betrifft gibt es manchmal noch Vorbehalte und ich möchte meine Erfahrungen aus den beiden Langstrecken mit euch teilen.

Die Kurzversion meiner Erlebnisse ist, wenn ich mich immer auf die Empfehlungen der Ladeplanung verlassen hätte, wären die Fahrten völlig reibungslos gewesen.

Aber ihr seid ja sicher für die Langversion gekommen. :-)

Kopenhagen -- Jena

Meine erste Langstreckenfahrt führte mich von Kopenhagen nach Jena. Der Hinweg ging über mehrere anderen Stationen und daher betrachte ich den hier nicht. Auf dem Rückweg musste ich nur kurz in der Nähe von Kiel Halt machen und bin also fast durchgefahren.

Die gefahrene Strecke sah folgendermaßen aus:

Strecke Kopenhagen -- Jena
Strecke Kopenhagen -- Jena

Staubedingt ging die reale Strecke nördlich von Göttingen über Sondershausen auf Bundesstraßen. Vor Antriit der Fahrt wollte ich das Auto volladen. Aber dann kam etwas dazwischen und so begann die Fahrt mit einer zu etwa einem Drittel geladenen Batterie. Eine Stunde später stand der erste Stop an. In 37 Minuten wurden 51 kWh geladen. Das Auto wäre schon vorher bereit zur Weiterfahrt gewesen. Aber in der Nähe der Ladestation gab es einen Shop, der lockte. :-)

Am zweiten und geplant letzten Stop in Dänemark wollte ich länger halten, um einiges von dem günstigen dänischen Strom mitzunehmen. Die Lader dort waren überlastet und so floss der Strom sehr langsam. Daher habe ich mich nach einer anderen Station umgesehen und lud dann dort voll. Die nächsten beiden Ladestopps passten wieder sehr gut zu unserem biologischen Rhythmus. Schließlich wollten wir bei Seessen einen letzten Halt machen und etwas zu Abend essen. Das Restaurant, was vorher recht gut aussah, erwies sich als Spielkneipe mit sehr dürftigem Angebot. So wechselten wir spontan in das allseits bekannte Haus zur goldenen Möwe. Als wir unsere Bestellung fertig hatten, meinte unser Auto, es wäre jetzt bereit zur Weiterfahrt. Indes warteten wir auf unser Essen und warteten und warteten. Als wir das Essen beendet hatten, war der Akku mit mehr als 90 % gefüllt. Bis Jena brauchten wir nur einen kleinen Teil davon.

Unsere Reise startete morgens um 9:30 Uhr und wir kamen ziemlich genau um Mitternacht an unserer Wohnung in Jena an. Das macht also 14,5 Stunden Reisezeit. Allerdings muss man hier etwa eine Stunde abziehen, die ich bei Kiel für “Nichtreisedinge” benötigte. Das heißt, zum Vergleich sind 13,5 Stunden heranzuziehen. Google gibt für die Strecke eine Reisezeit von 10,5 Stunden an. Das macht eine Differenz von drei Stunden. Unsere Ladepausen dauerten 2,7 Stunden. Das passt also recht gut. Einseits kann man also sagen, dass die Reise mit dem E-Auto fast drei Stunden länger dauerte. Andererseits machte ich bei ähnlichen Fahrten früher zwei- bis dreimal Pause. Jede der Pausen dauerte zwischen 45 und 60 Minuten. Realistisch hätte ich hier also zwei bis drei Stunden Pause gemacht. Damit schmilzt der “Vorsprung” auf bestenfalls eine Stunde zusammen. Wenn man den “Umweg” durch die letzte dänische Ladesäule sowie die lange Wartezeit für das Essen einrechnet, sind die Zeiten in etwa gleich.

Lyon -- Jena

Für die Strecke von Lyon nach Jena nahm ich mir vor, mich etwa an die Vorgaben des Streckenplaners im Auto zu verlassen. Auf der Hinfahrt hatte ich zweimal “eigenmächtig” Ladestationen herausgesucht und beide Male war das ein Reinfall. Eine Station war überlastet und lud sehr langsam. Die andere war so überlastet, dass ich ca. 15 Minuten warten musste, bis eine Ladesäule frei war.

Die reale Fahrtstrecke sah so aus:

Fahrtroute von Lyon nach Jena
Fahrtroute von Lyon nach Jena

Eigentlich würde man eher über Besançon, Mulhouse etc. fahren. Doch Google Maps vermeldete auf der deutschen Seite immer wieder Stau. Wir wären dann an einem Freitag nachmittag auf dem Teil der Autobahn gewesen. Da nahm ich dann lieber die etwas weitere nördliche Strecke. Die war dann auch staufrei.

Der erste Ladestopp führte uns nach Val-de-Meuse. Hier war nur ein kurzer Toilettenhalt angesagt. Ich wollte dann in Laxou einen längeren Halt einlegen. Am Ende unseres ersten Halts mussten wir etwas schmunzeln. Denn als die letzte Person von der Toilette kam, meinte das Auto, dass es jetzt genügend Strom für die Weiterfahrt habe. Wir waren also alle gleichzeitig fertig. :-)

Laxou war die letzte Station in Frankreich. Hier wollte ich das Auto nochmal mit günstigem französischem Atomstrom füllen. :-) Gleichzeitig lag die Ladestation an einer Shopping Mall. Nach einer Stunde drängelte das Auto und wollte gern weiterfahren. Der Akku war zu beinahe 100 % gefüllt.

Auf deutscher Seite gab es noch einen kürzeren und einen längeren Halt. Vor ersterem gab es schon den Wunsch nach einer Toilettenpause und am nächsten war das Abendessen geplant.

Google Maps gibt für die Strecke eine Reisezeit von zehn Stunden an. Wir haben 11:45 Stunden benötigt. Hier trifft auch wieder oben Geschriebenes zu. Im Normalfalle hätten wir zwei bis drei Pausen zu je 45 bis 60 Minuten gemacht. Unter Umständen wäre ich also mit dem E-Auto sogar etwas schneller angekommen.

Insgesamt dauern die Fahrten bei derartigen Langstrecken in meinem Fall ähnlich lang wie mit einem Verbrenner. Auch bei kürzeren Distanzen habe ich kaum Unterschiede erlebt. Aber ich habe das Gefühl, entspannter anzukommen. Am Ziel fühle ich mich erholter und weniger verspannt als bei vergleichbaren Verbrennerfahrten. Ob das an den vermehrten Pausen, besseren Sitzen oder dem Fahrassistenzsystem liegt, kann ich nicht beurteilen. In allen Ländern, wo ich bisher war, gab es genügend Ladesäulen, auf die man im Notfall ausweichen könnte. Aber es funktionierten immer alle, so dass ich nicht ausweichen musste.

Daher hat sich bei mir mittlerweile der Eindruck verfestigt, dass ein E-Auto ein optimales Langstreckenfahrzeug ist. Ich fahre mit dem deutlich lieber lange Strecken als mit den Verbrennern, die ich vorher fuhr.

Corona-Vergleich zwischen USA, Dänemark und Slowenien

Bei meinen Reisen durch die Statisken bei OWID verglich ich kürzlich verschiedene Länder bezüglich deren Impfungen, Einweisungen in Krankenhäuser etc. Dabei stieß mir der Vergleich zwischen den USA, Dänemark und Slowenien ins Auge.

Grafik verschiedener Corona-Parameter

Vergleich der Impfdosen, Corona-Infektionen, Patienten auf den Intensivstationen und Todesfällen der Länder USA, Dänemark und Schweden

Auf dem Bild links oben ist der Verlauf der Impfungen in den einzelnen Ländern gedruckt. Dabei liegt Dänemark weit vorn, gefolgt von den USA und am Ende liegt Slowenien. Zu Ende Januar 2022 sind in Dänemark weit über 80% der Bevölkerung vollständig geimpft (USA: 63%, Slowenien: 58 %).

Links oben sind die aktuellen Fallzahlen. Sowohl Dänemark wie auch Slowenien schießen nach oben während die USA weniger als die Hälfte der slowenischen Fallzahlen hat.

Links unten sind dann die Personen auf den Intensivstationen verzeichnet. Insbesondere Slowenien hat hier einen enormen Ausschlag. Leider fehlt bei OWID eine Möglichkeit, die Gesamtzahlen zu ermitteln. Aber grob geschätzt sind die Zahlen zwischen Oktober 2020 und Juli 2021 sowie September 2021 bis jetzt (Januar 2022) etwa gleich. Die Zahlen aus den USA sind leicht geringer geschätzt und Dänemark liegt dann deutlich darunter.

Schließlich finden sich rechts unten die Anzahl der Todesfälle. Bis Ende Oktober 2020 lagen die USA deutlich an der Spitze gefolgt von Dänemark und am Ende Slowenien. Ab Dezember 2020 bis heute sind die Todeszahlen in Slowenien am höchsten dicht gefolgt von den USA. Dänemarkt hat etwa ein Viertel der Zahlen der anderen beiden Länder.

Der Vergleich zeigt, dass Dänemark unter den drei Ländern bisher am besten durch die Pandemie gekommen ist. Sowohl Fallzahlen, wie auch Menschen in den Krankenhäusern wie auch die Todeszahlen liegen deutlich unter den USA und Slowenien. Aber auch im Zeitreihenvergleich steht Dänemark gut da. Heute hat das Land fünfzehnmal mehr Fälle als zu Weihnachten 2020. Jedoch liegen des Todesfälle deutlich unter den Hochs aus der Zeit. Aktuell liegen die etwa halb so hoch, sind aber noch am steigen.

Diese Entkopplung von Fall- und Sterbezahlen zeigt sich bei allen drei (und auch bei anderen) Ländern:

Vergleich der Fall- und Todeszahlen
Vergleich der Fall- und Todeszahlen

Ich habe die Ansicht in der obigen Grafik mal auf den Zeitraum zwischen Dezember 2020 und 2021 beschränkt. Denn durch den hohen Anstieg der Fallzahlen wird die Kurve zu “flach”. Bereits hier zeigt sich die Entkopplung von Fall- und Todeszahlen. In Dänemark und Slowenien gehen die Fallzahlen deutlich hoch, während die Zahl der Toten deutlich weniger steigt. Für Slowenien zeigt sich der Effekt noch viel deutlicher, wenn der Startzeitpunkt im OKtober 2020 liegt. Allerdings hinterlässt die Omikron-Wand in Slowenien schon jetzt deutliche Spuren. Dort hat sich die Zahl der Toten in den letzten beiden Wochen verdoppelt (bei einer Verdrei- bis Vervierfachung der Fallzahlen). Wenn sich das so fortsetzt, sollten die Zahlen etwas über die Spitze der Delta-Welle steigen und immernoch deutlich unter denen vom Jahresende 2020 liegen.

Aus meiner Sicht zeigt sich in diesen Zahlen der Erfolg der Impfung. Alle anderen Maßnahmen sind zu verschiedenen Graden in den betreffenden Ländern heruntergefahren worden. So dass die Impfung hier einen großen Schutzfaktor einnimmt.

Im Falle der USA ist der Effekt nicht so deutlich mit Bildern zu sehen. Hier müsste man die Daten mehr nach den einzelnen Ländern aufgliedern und würde dort dann ebensolche interessanten Erkenntnisse gewinnen. Das ist jedoch Thema für einen anderen (noch nicht geschriebenen) Blogbeitrag. :-)

Post aus Dänemark

Dies ist eine Aufnahme der Öresundbrücke bei Nacht. Der Autor der Karte ist der Meinung, dass ich als Mathestudent ja die Statik der Brücke berechnen könne. Dies ist eine Fehlannahme. Denn ein Mathestudent kann spätestens nach dem Vordiplom nicht mehr rechnen und nach dem Diplom dann auch nicht mehr zählen. ;-)
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