Tip #1: Löschabfrage
Die div-Hölle
Kein WTH?
Wahlschlappe
zsh Tips
- der Homepage
- dem Wiki
- der FAQ
- oder von Mikas zsh-Seite
100ster Torknoten
Was kostet komplette Telefonüberwachung?
Eine Pfingstwanderung mit unerfreulichem Ende
Salsa und Snuffle
Nachlese zu den Datenspuren
Die sieben Wunder von Jena
- Ara
- Das ist der Jenenser Paradiespapagei, der einzige Tropenvogel, der auch bei diesen Temperaturen nicht auswandert.
- Caput
- Das sind wir Wanderer am Ende der Tour. Zu finden am Grillplatz der Jugendherberge.
- Draco
- Kurzform von Draconer, bezeichnet die energischen
besseren Hälften
, welche weiblich-energisch uns dazu bringen, Tonnen von Klamotten und Kindersachen stockauf und stockab zu tragen. - Mons und Pons
- Althochdeutsch, vorwiegend in Thüringen, für
Meins
undDeins
, vorzugsweise Verwendung auf Grillfeiern im Sinne vonProst
. Ritual: Einer holt zwei Flaschen Bier, nimmt eines für sich und ruftMons
=Meins. Dann übergibt er die zweite Flasche einem Kumpel, ruftPons
=Deins. Die Forschung hat herausgefunden, dass die alten Sachsen dabei die Flaschen gegeneinanderschlugen. Das dabei entstehende Geräusch klang wiePons
, vor allem bei Verwendung von Köstritzer Dunkel. - Vulpecula Turris
- Schutzheilige von Jena (870-915 n.Chr.). Vulpecula erfand die Wanderung durch die Wälder rund um Jena mit Fragebogen. Die Fragen bezogen sich auf zu suchende Sehenswürdigkeiten - die es aber tatsächlich nicht gab. Auf diese Weise rettete Vulpecula die Jenenser 899 vor der völligen Vernichtung ihrer Grillwürstchen und Bierbestände durch feinliche Invasoren aus dem Norden, weil sich die Barbaren hoffnungslos verirrten und bis heute nicht wieder gesehen worden.
Sprachwissenschaftlich geht das WortTour
(=leidvolles Wandern) auf Vulpeculas NachnameTurris
zurück - Weigeliana Domus
- Sagenhafte Nymphe. Der Legende nach entsteigt Weigeliana nächtens der Saale und lockt angetrunkene männliche Partygäste vom rechten Weg zurück zu ihrer Jugendherberge weg. Diese verschwinden im Paradiesgarten, hören sich kurz den Gesang des Ara an, bevor sie mit Mons und Pons in der Saale Caput gehen. Pech nur für die Draco - die müssen am nächsten Morgen die Taschen selbst zum Auto tragen.
Crypto-CD
Haufen machen
Die Diskussion um den Haufen ist heute wohl der Lacher des Tages.
Überwachung im normalen Leben
Das Thema Überwachung ist derzeit in aller Munde. Da hört man von abgehörten Telefonen, Kontenüberwachung, elektronischen Fußfesseln und vielem mehr. Doch was wird eigentlich wirklich gemacht bzw. was ist technisch möglich? Dazu habe ich Otto Normalbürger geschaffen und will anhand seines fiktiven Tagesverlaufs einige Beispiele geben:
- 07:00 Uhr: Wecker klingelt
- Otto wacht auf, gähnt und beginnt seinen (überwachten) Tag ...
- 07:04 Uhr: Otto schaltet sein Handy ein
- Das Telefon meldet sich bei verschieden Basisstationen seiner Mobilfunkgesellschaft an. Der Netzbetreiber kennt den Standort der Basisstation und die Größe der Funkzellen. Dadurch ist es möglich, Ottos derzeitgen Aufenthaltsort bis auf wenige Meter genau festzustellen. Besonders bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang die sog. Stille SMS. Stefan Krempl beschreibt in dem Artikel Stille SMS das Vorgehen der Polizei. Weiterhin existieren diverse private Dienstleister, mit denen man
verlorene
Handies orten kann. Weiterhin haben neuere Handys ein GPS-Modul eingebaut. Auch dies erleichtert die Ortung des Handys enorm. Somit ist kurz nach Ottos Aufwachen schon einmal bekannt, wo er sich aufhält. - 07:08 Uhr: Mobilbox des Handys ruft an
- Jemand hat eine Nachricht auf seiner Mobilbox hinterlassen. Otto hört diese ab. Was er nicht weiß, ein paar Meter weiter belauscht jemand das Gespräch. Normalerweise wäre dies wegen des Verschlüsselungsalgorithmus A5 unproblematisch. Der dieser ist sehr schwach und ist längst gebrochen. Ein Ohrenschmaus für jeden Mithörer.

- 08:15 Uhr: Otto setzt sich in sein Auto und fährt auf Arbeit
- Jetzt wird man sich fragen, wie soll er denn hier überwacht werden? Zum einen kann er, wie in vielen Krimis üblich, durch einen Wagen verfolgt werden. Hier besteht natürlich die Gefahr, dass der Verfolger entdeckt wird. Eine viel bessere, weil unauffälligere Methode ist die Verfolgung aus dem All. Objekte mit einer Größe von mehr als 20 Zentimetern können von Satelliten aus identifiziert werden. Einen guten Einblick, was möglich ist, liefert das World Wind Projekt der NASA. Schon mit diesen öffentlich verfügbaren Mitteln ist es möglich, relativ kleine Objekte aus dem All zu sehen (Fotos der Andrews Air Force Base von Andreas Krennmair). Weiterhin existieren diverse kommerzielle Anbieter die hochauflösende Bilder verkaufen (Das Florida Department of Citrus nutzte dies u.a. aus, um Konkurrenten auszuspähen.).
- 08:48 Uhr: Auf Arbeit angekommen
- Nach verschiedenen Meldungen ist auch der Arbeitsplatz ein wahrer Tummelplatz für Überwacher. Hier werden sein E-Mails
mitgelesen
, seine angesurften Seiten protokolliert und unter Umständen auch alle Telefonate mitgeschnitten. Unter Umständen scannt ein Programm regelmäßig seine Festplatte und seine Eingaben über die Computertastatur werden über so-genannte Keylogger mitgeschnitten. Wenn er noch das Pech hat, für die falsche Firma zu arbeiten, wird er Mitarbeiterinnen haben, die während der “Tage” ein Stirnband tragen müssen, wo Gespräche mit Babyphones mitgeschnitten werden etc. - 12:30 Uhr: Otto besucht einen Kollegen in einer anderen Abteilung und geht mit ihm Mittag essen
- Was er nicht weiss, auf dem Weg dahin wird er von Videokameras überwacht. Denn Videokameras sind sowohl innerhalb von Firmen wie auch bei öffentlichen Plätzen äusserst beliebt. Schon mit einer Suche bei Google kann man eine Menge von ausserhalb abfragbarer Kameras finden. Beliebig viele andere Beispiele lassen sich über die Suchmaschinen finden und wenn du dich umschaust, wirst du vielleicht auch in deiner Firma eine Kamera finden.
- 14:31 Uhr: Otto überweist online Geld von seinem Konto
- Seine Nachbarin, die Finanzbeamte F., will natürlich über das Konto des Nachbarn auf dem laufenden sein. Seit April 2005 dürfen Behörden Konten abfragen und es wird auch Rege davon Gebrauch gemacht. Derzeit sind es wohl 2.000 Abfragen täglich.
- 15:08 Uhr: Otto surft
- Kurz vor Feierabend surft Otto ein wenig im Netz. Während er dies tut, sammeln sich kleine Textdateien auf seinem Rechner. Dort wird u.a. gespeichert, wann er diese Seite besucht hat, wie sein Nutzername ist usw. Diese Daten werten dann Unternehmen, wie ivwbox, aus. So ist es möglich auch über verschiedene Internetpräsenzen, ein genaues Profil über sein Surfverhalten anzulegen.
- 17:43 Uhr: Otto erledigt seine Einkäufe
- Er besitzt schon seit längerer Zeit ein Payback-Kundenkarte. Diese Karte erlaubt es ihm, bei einer Reihe von Geschäften Bonuspunkte zu sammeln. Was er dabei aufgibt, ist seine Privatsphäre beim Einkaufen. Daher hat auch Payback schon einen Big Brother Award erhalten.
- 18:55 Uhr: Telefonat mit einigen Freunden
- Festnetz- wie auch Mobiltelefone werden sehr gern von staatlicher Seite überwacht. Selbst ein unbescholtener Bürger wie Otto, kann schnell mit ins Fadenkreuz gelangen. Denn sein Gegenüber könnte ja schon abgehört werden. Laut Gesetz ist zwar eine Meldung über eine erfolgte Abhörung dem Betreffenden zu machen. Doch in der Praxis erfolgt diese Meldung nur in den seltensten Fällen.
- 22:00 Uhr: Otto geht zu Bett
- Als er friedlich einschläft, ist ihm gar nicht bewusst, was an dem Tag alles geschehen ist. Seine Telefongespräche wurden mitgehört und aufgezeichnet, seine private wie geschäftliche E-Mailkommunikation ist elektronisch ausgewertet und gespeichert worden, verschiedenste Firmen haben sein Surf- und Einkaufsprofil weiter verfeinert (Bald erhält er auf ihn
optimierte
Angebote und Preise.) und sogar aus der Luft ist er beobachtet worden.
Viele sind sicher der Meinung, dass das problemlos ist und sie nichts zu verbergen haben. Doch stellt euch nur mal vor, ihr bewerbt euch auf einen neuen Job. Einige Firmen verkaufen schon Personenprofile. Dann muss euer neuer Chef nicht mehr umständlich Google bemühen, sondern holt sich das Profil und sieht alle mögliche Daten. Weiterhin wird immer mehr offensichtlich, dass diese Firmen sehr unsensibel mit den Daten umgehen. So sind allein in den letzten Wochen mehrere hunderttausende Datensätze verloren gegangen
. Was ist, wenn da auch Sozialversicherungsnummern, Kreditkartendaten, Kontonummern dabei waren?
Weiterhin werden die Erkenntnisse umso interessanter, je mehr von diesen Datenbanken untereinander zusammengeschaltet und ausgewertet werden. Bisher gilt das Prinzip, dass jeder nur soviel wissen soll wie notwendig. Bei einer automatischen Auswertung der obigen Daten in einer gemeinsamen Datenbank wäre Big Brother wirklich umgesetzt.
Letztlich verbleibt die Frage, was kann man tun, um die eigene Privatsphäre zu schützen? Ich will in einem späteren Eintrag mal versuchen, hierauf Antwort zu geben.
PS.: Falls ich im obigen fiktiven Ablauf etwas wichtiges vergaß, gebt doch bitte hier einen Kommentar ab. Ich werde das evtl. dann noch hinzufügen.