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Junge Union und das Pornoverbot

In den Gazetten ist zu lesen, dass die Junge Union Berlin ein Pornographieverbot fordert. Der Vorsitzende der JU lässt sich mit den Worten

YouPorn, Porn Tube, New Porn und noch tausende andere Seiten sind für minderjährige Jugendliche nur einen Klick entfernt. Die Politik schaut zu wie die Jugendlichen zuschauen, wenn Filme mit fast unvorstellbarem Inhalt laufen. Pornografie ist immer frauenfeindlich, sie erhöht die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen gegenüber anderen Menschen und sie verdirbt die sexuelle Entfaltung.

zitieren. Da bin ich ja froh, dass die Junge Union immer konsequent mit dem Thema umgeht:

 

 

Auswahl von Thumbnails bei Google News

Heute stutzte ich bei einem Radiobeitrag, da es um Jena ging. Die Geschichte dazu war leider sehr tragisch. In das Uniklinikum wurde ein schwer verletztes Kind eingeliefert. Das starb trotz aller Versuche der Ärzte. Bei Google News stand dann etwas mehr dazu. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hat der Lebensgefährte der Mutter den Jungen geschlagen, weil er nicht schlafen wollte. Angeblich wollte er das Kind mit straffer Hand erziehen, da die Mutter zu weich ist. Sollte das stimmen, so müsste die korrekte Strafe für die Person wohl erst noch erfunden werden. :-(

Interessant fand ich die Auswahl der Thumbnails bei Google News. Keine Ahnung, wie die mit dem Beitrag in Zusammenhang stehen.

Beiträge bei Google News

Geschwindigkeit von Google DNS

Gerade bin ich wieder baff. Google DNS macht mich heute sprachlos.

Vor etwa einem Monat schrieb ich hier über die Aktion von Ingate, bei der es einen VServer zu gewinnen gab. Nach einiger Wartezeit kamen die Zugangsdaten an und derzeit richte ich den Rechner ein. Zur Einrichtung gehört mittlerweile für mich ein Test der Geschwindigkeit des (voreingestellten) DNS. Mittels einem Python-Programm namens namebench lässt sich das hervorragend machen. Im Blog findet sich dazu ein Beitrag. Nun spuckte namebench soeben das Ergebnis aus. Der Nameserver von Google ist fast viermal so schnell wie der beim Provider. Das ist so ziemlich die krasseste Abweichung, die ich bisher fand. Trotzdem bestätigt das, was ich bisher ermittelte. In allen meinen Versuchen seit Juni war immer der Nameserver von Google der schnellste. Außerdem zensiert der nicht. Insofern könnte man ihn jedem Nutzer empfehlen. Letztlich bleibt der hinlänglich diskutierte Datenschutzaspekt. Wer den nutzt, überlässt einmal mehr Daten einer Firma. Das will wohlüberlegt sein.

Untenstehend mal die Auswertung von namebench zum VServer von Ingate:

IP Descr. Hostname Avg (ms) Diff Min Max TO NX Notes
8.8.4.4 Google Public DNS-2 google-public-dns-b.google.com74.125.42.87 74.125.42.82 74.125.42.81 57.88 259.0% 9.6 737.2 0 4  
156.154.71.1Neustar Ultra Recursive UltraDNS-2 rdns2.ultradns.netudns2tcam.ultradns.net udns3tcam.ultradns.net 86.60 139.9% 16.4 874.3 0 3
4.2.2.4If you have a legitimate reason for requesting this info, please contact hostmaster@Level3.net Level 3/GTEI-4 vnsc-pri-dsl.genuity.netdns2.frf1 87.69 136.9% 7.1 1310.7 0 5  
78.47.115.1989.4.3b2 Cesidio 6 DE ns6.cesidio.netns6.cesidio.net 113.52 83.0% 4.0 1006.2 0 50
  • Replica of Cesidio B DE [78.47.115.197]
212.123.96.110 SYS-212.123.96.110 dns01.ip-exchange.de 150.74 37.8% 3.2 1625.3 0 4
  • A backup DNS server for this system.
208.67.220.220 OpenDNS resolver2.opendns.com12.ams 166.42 24.8% 14.6 3500.0 1 1  
194.8.57.129.6-ESV-R1 Nurnberger IX DE ns.N-IX.netrNS2 167.84 23.8% 4.0 1589.1 0 4  
212.114.153.1 Secondary-DNS DE ns.secondary-dns.de 181.08 14.7% 1.2 1643.7 0 4  
80.190.211.10 SYS-80.190.211.10 dns03.ip-exchange.de 207.77   0.6 1611.9 0 4
  • The current preferred DNS server.
216.146.35.35unbound 1.3.4 DynGuide resolver1.dyndnsinternetguide.comig-02-fra.dyndns.com 228.13 -8.9% 23.5 3500.0 2 3
83.142.86.1 CS-Arena DE ns1.core-backbone.com 242.89 -14.5% 3.5 3500.0 2 5
  • dns.query.BadResponse (2 requests)

DNS-Anfragen über Tor schicken

Das Tor-Projekt ist vor allem bekannt für die gleichnamige Software. Daneben entwickeln die Macher eine Vielzahl weiterer Software, die ebenfalls die Anonymität und Privatsphäre seiner Nutzer stärkt. Bekannte Projekte sind Vidalia, die Erweiterung für den Mozilla Firefox Tor-Button oder die kürzlich vorgestellte Erweiterung HTTPS Everywhere. Jacob Appelbaum stellte kürzlich ein weiteres Projekt ttdnsd vor. Der Name steht für Tor TCP DNS Daemon und versucht alle DNS-Verbindungen über Tor zu leiten.

Derzeit muss die Software entweder aus den Quellen oder als Debian-Paket installiert werden. An RPMs wird noch gearbeitet. Eine Unterstützung für Windows ist noch nicht umgesetzt. Nach der Installation läuft die Software als Dienst im Hintergrund. In der Datei /etc/ttdnsd.conf befindet sich die Konfiguration. Standardmäßig enthält diese den Nameserver von Google mit der Adresse 8.8.8.8. Weitere Nameserver können eingetragen werden. Ich lasse immer mal wieder namebench laufen und wähle aus der Auswertung einige Server aus. Es empfiehlt sich, aus der Liste der zensurfreien Server einige zu wählen. Die Anzahl der Einträge in der Datei ist unbegrenzt. Die Software wählt bei jedem Lauf zufälligerweise einen Eintrag aus.

Nachdem die Software eingerichtet wurde, sollte auch das eigene System überredet werden, den ttdnsd für DNS-Anfragen zu nutzen. Im einfachsten Fall öffnet ihr die Datei /etc/resolv.conf und tragt dort die Zeile nameserver 127.0.0.1 ein. Wenn ihr dynamische IP-Adressen nutzt, hat das unter Umständen den Nachteil, dass der Eintrag bei jeder Aktualisierung überschrieben wird. Für Ubuntu würde ich daher empfehlen, in der Datei /etc/dhcp3/dhclient.conf den Eintrag prepend domain-name-servers 127.0.0.1; zu setzen. Dann wird der Nameserver bei jedem Update korrekt in die /etc/resolv.conf eingetragen. Wenn ihr nur einmalig testen wollt, könnt ihr natürlich dem jeweiligen Programm die Adresse übergeben: dig @127.0.0.1 torproject.org oder host torproject.org 127.0.0.1.

Die Beantwortung von Anfragen über Tor dauert natürlich etwas länger als über eine nicht anonymisierte Verbindung. Kai Raven hat in seinem Wiki eine Beschreibung zum DNS-Proxy pdnsd. Dieser hat einen Zwischenspeicher für DNS-Anfragen und antwortet schneller, wenn die Ergebnisse in seinem Speicher sind.

Der ttdnsd ist noch in Entwicklung, d.h. einige Stellen im Quellcode müssen überarbeitet werden und derzeit kann ein Angreifer den Anfragen an dem Server vorbei leiten. Diese Punkte sind bekannt und sollen in den folgenden Versionen behoben werden. Ich halte die Software schon benutzbar und kann euch einen Test nur ans Herz legen. ;-)

Zeitreisen

Gerade eben erhielt ich eine E-Mail, die eine Zeitreise hinter sich hatte. Laut der Received-Zeilen kam sie 16 Sekunden vor dem Absenden an. :-)

Received: from mailgate.example.com (mailgate.example.com [137.81.163.19])
	by speedo.dreamhostps.com (Postfix) with ESMTP id DB3643E580B9
	for <**HIDDEN**@spam.la>; Tue,  6 Jul 2010 09:09:59 -0700 (PDT)
Received: from sclamo (p2A5B7AB9.dip.t-dialin.net [42.91.122.185])
	(authenticated bits=0)
	by mailgate.example.com (8.14.3/8.14.1) with ESMTP id o66G9xbZ006662
	for <**HIDDEN**@spam.la>; Tue, 6 Jul 2010 18:10:04 +0200
Received: by sclamo (Postfix, from userid 1271)
	id 1A5DBC185; Tue,  6 Jul 2010 18:10:15 +0200 (CEST)

Geldschränke von der Kuchenblechmafia

Die Videos von der Easterhegg 2010 sind jetzt abrufbar. Rays Vortrag zum Lockpicking (Video siehe unten) enthielt einen Verweis auf ein älteres Video von Extra 3. Es zeigt, wie einfach die Experten einer Geldschrankvertriebsfirma fremde Tresore aufmachen:

"Geldschränke von der Kuchenblechmafia" vollständig lesen

Praktikumsprotokolle mit LaTeX

Ich habe ein Problem mit LaTeX. Das funzt nicht!!11!11!!elf, so oder ähnlich lauten Anfragen, die mich hin und wieder per E-Mail erreichen. In der Regel ist klar, wo der Fehler liegt und ich verweise dann auf die entsprechende Dokumentation. Bei größeren Problemen zeige ich dann Richtung der entsprechenden Mailinglisten, Newsgroups etc.

Kürzlich erreichte mich eine Anfrage eines Studenten, der seine Protokolle mit LaTeX setzen möchte. Den Ansatz finde ich recht löblich. Die Herangehensweise war, sagen wir, verbesserungswürdig. Untenstehend findet ihr das (verfremdete) Originaldokument. Anhand dessen will ich Verbesserungen diskutieren.

\documentclass[german]{article}
\linespread{1.5}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{amsmath}
\usepackage{graphics}
\pagestyle{headings}
\usepackage{geometry}
\geometry{a4paper,left=25mm,right=25mm, top=4cm, bottom=3cm}
\begin{document}
\begin{center}
  {\Huge Synthese von Aquamarins"aure-$\textit{n}$-hexylester}${^{^\mathrm{^{[1]}}}}$
   \end{center}\vspace{20mm}
 \begin{tabular}{ll}
  Name:&Peter Meier\\
  Assistent:&Hanno Lehmann\\
  Datum des Versuches:&19.05.10
 \end{tabular}\vspace{10mm}  

\underline{\textbf{Reaktionsgleichung}}
\begin{figure}[h]
	\centering
		\rotatebox{0}{\scalebox{0.7}[0.7]{\includegraphics{bild1.jpg}}}
	\label{fig:Aquamarins"aure-\textit{n}-hexylester}
\end{figure}\\
\noindent \underline{\textbf{Sicherheitsdaten}}\\ \\
 \begin{tabular}{ll}
 Aquamarins"auredehydrid (C)&R 34\\
 &S (1/2)-26-45\\
 1-Methanol (Xn)&R 22\\
 &S (2)-24/25\\
 Schwefels"aure (C)&R 35\\
 &S (1/2)-26-30-45\\
 Methylether (F+, Xn)&R 12-19-22-66-67\\
 &S (2)-9-16-29-33\\
 \end{tabular}
\vspace{0,5cm}\\
\noindent\underline{\textbf{Entsorgung}}\\ \\
 \begin{tabular}{ll}
 Aquamarins“auredehydrid&Organische L”osungsmittelabf"alle\\
 1-Methanol&Organische L“osungsmittelabf”alle\\
 Schwefels“aure&Neutralisieren, dann kommunale Abf”alle\\
 Methylether&gesonderde Abf"alle\\
 \end{tabular}\\ \\
\vspace{0,5cm}\\ 
\newpage
\noindent\underline{\textbf{Durchf"uhrung}}$^{[1]}$\\ 
\begin{sloppypar}
\noindent 
Eine L“osung von Aquamarins”auredehydrid (22.1~g, 170~mmol, 1.00~"Aq.)
und 1-Methanol (15.3~mL, 150~mmol, 1.00~"Aq.) wurde mit 96~\%iger
Schwefels"aure (2.0~ml) versetzt und 1 h bei 100~$\mathrm{^{o}}$C
ger“uhrt, nach abk”uhlen mit Eiswasser (75 ml) versetzt und 30 min bei
18-25~$\mathrm{^{o}}$C ger"uhrt. Die Phasen wurden getrennt, die
w"assrige Phase mit Methylether (2~x~50~ml) extrahiert und die
vereinigten organischen Phasen mit 10~\%iger w"assriger
Polycarbonat-L"osung (150~ml) langsam versetzt. Die organische
Phase wurde mit 10~\%iger w“assriger Polycarbonat-L”osung (2 x
50~ml) und Wasser (50~ml) gewaschen und “uber dem W”aschetrockner
getrocknet. Das L"osungsmittel wurde unter Vakuum entfernt und
fraktionierende Destillation des Rohprodukts lieferte die
Zielverbindung (27.9~g, 117~mmol, 73~\%[Lit.$\mathrm{^{[1]}}$: 90\%)
als farblose Fl"ussigkeit.\\ \\
\end{sloppypar}
%\vspace{0,5cm}
\noindent \underline{\textbf{Analytische Daten}}\\ \\
\textbf{Sdp.}: 107 $\mathrm{^{o}}$C (15~Torr) [Lit.$\mathrm{^{[1]}}$: 75-78~$\mathrm{^{o}}$C (15~Torr)].\\
\textbf{Brechungsindex}: n$\mathrm{_{D}^{20}}=1.4135$ [Lit.$\mathrm{^{[1]}}$: n$\mathrm{_{D}^{20}}=1.4128$].\\
\textbf{$^{1}$H-NMR} (300 MHz, CDCl$_{3}$): $\mathrm{\delta}$ = 
0.83 (t, \textit{J} = 7.5 Hz, 3~H, C\underline{H}$_3$CH$_2$COO-), 
1.08 (t, \textit{J} = 7.5 Hz , 3~H, -CH$_2$CH$_2$C\underline{H}$_3$),
1.20-1.40~(m, 6~H, -CH$_2$-(C\underline{H}$_2$)$_3$-CH$_3$)
1.52-1.59 (m, 2~H, -O-CH$_2$-C\underline{H}$_2$-CH$_2$)
2.26 (q, \textit{J}~=~7.5 Hz, 2~H, CH$_{3}$-C\underline{H}$_{2}$-CO-) 
4.01 (t, \textit{J} = 7.5 Hz, 2~H,-OC\underline{H}$_{2}$-)ppm.\\
\vspace{7mm}  \\
\noindent \underline{\textbf{Mechanismus (Veresterung)}}\\ 
\begin{figure}[h]
	\centering
		\rotatebox{0}{\scalebox{0.7}[0.7]{\includegraphics{bild2.jpg}}}
	\label{fig:}
\end{figure}
\\
\noindent \underline{\textbf{Literatur}}\\ \\
$\mathrm{\left[1\right]}$ A. B. Schulze \textit{Organisch-Chemisches
Grundpraktikum}, \textbf{2005}, Verlag Erfunden, 7. Auflage, S. 135.
\end{document}

Als Dokumentklasse wird article benutzt. Ich halte es generell für sinnvoller scrartcl bzw. eine äquivalente Klasse aus KOMA-Script zu verwenden. Dann kann man weiter unten statt headings das Paket scrpage2 verwenden. Das finde ich angenehmer zu nutzen und ist naturgemäß gut in KOMA-Script integriert. :-)

Die Zeile \geometry{a4paper,left=25mm,right=25mm, top=4cm, bottom=3cm} riecht ja sehr stark nach dem Standart (sic!) von Word. Wahrscheinlich sind das die Vorgaben des Lehrstuhls. Wem’s gefällt. Unter Umständen kann man da auch mit den DIV- und BCOR-Werten von KOMA-Script mehr erreichen.

Im Haupttext fällt auf, dass der Autor immer Umschreibungen für Umlaute verwendet. Dort empfiehlt es sich, das Paket inputenc mit der korrekten Option (wahrscheinlich utf8 oder latin1) zu laden. Das macht das Schreiben einfacher.

Kommen wir zum Hauptteil des Dokuments. Zuerst stehen dort Angaben zu Titel, Autor etc. Diese sind, wie vieles anderes, manuell formatiert. Üblicherweise packt man das in die entsprechenden Befehle und lässt die Titelei automatisch erzeugen:

\title{Synthese von Aquamethansäure-\textit{n}-hexylester}
\author{Name: Peter Meier\\
Assistent: Hanno Lehman}
\date{19.\,April~2010}
\maketitle

Ich habe dabei beim Datum darauf geachtet, dass die korrekten Leerzeichen verwendet werden. Ebenso habe ich im Rest des Dokuments versucht, korrekte Abstände zu verwenden. Im Originaldokument stand des Weiteren am Ende des Titels eine hochgestellte [1]. Ich vermute, dass der Autor damit auf die Literatur am Ende des Dokuments verweisen wollte. In dem Fall empfiehlt es sich, hier auch die entsprechende Umgebung zu benutzen und dann mittels \cite{schu05} das Buch zu zitieren:

\begin{thebibliography}{99}
\bibitem{schu05} A.\,B.\,Schulze \textit{Organistisches
Profipraktikum}, \textbf{2005}, Verlag Erfunden, 7.\,Auflage, S.\,135.
\end{thebibliography}

Im weiteren Text finden sich immer Zeilen der Art \underline{\textbf{..}}. Nach meiner Deutung sind das Überschriften zu dem jeweiligen Teil des Protokolls. Daher sollte man auch \section{..} verwenden. Wenn wirklich unterstrichener Text verwendet werden soll, muss im Dokumentkopf \addtokomafont{section}{\bfseries\underline} ergänzt werden. Ich kann mich jedoch nur der Warnung der Autoren des KOMA-Script-Handbuches anschließen, die schreiben:

Ich möchte Sie eindringlich davor warnen, die Möglichkeit zur Schriftumschaltung zu missbrauchen, um wild Schriften, Schriftgrößen und Schriftattribute miteinander zu mischen. Die Auswahl der richtigen Schrift für die richtige Aufgabe ist eine Sache für Experten und hat sehr, sehr wenig mit dem persönlichem Geschmack eines Laien zu tun.

Die Beschreibung der Durchführung schreit nach der Verwendung eines Pakets zum Setzen von Einheiten. Ich nutze gern siunitx. Nachdem das Paket eingebunden ist, lassen sich Einheiten einfach setzen:

\SI{22.1}{\gram}, \SI{170}{\mmol},
\SI{100}{°C}, \SI{15.3}{\milli\liter}

Für chemische Angaben gibt es zahlreiche LaTeX-Pakete. Es ist nicht ausgeschlossen, dass eines davon die Bedürfnisse besser trifft. Außerdem gibt es unter der obigen URL vorgefertigte Pakete für Praktikumsprotokolle. Diese erleichtern unter Umständen ebenfalls die Arbeit.

Mit den Veränderungen lassen sich doch starke Verbesserungen erreichen. Vielleicht sind meine Kommentare für den einen oder anderen Leser ebenso hilfreich.

Ist Waterboarding Folter?

Demonstration

Ist Waterboarding Folter? Na klar! werden die meisten von euch jetzt einwenden. Wie kann der überhaupt so eine Frage stellen? Dann lest mal aufmerksam die Zeitung. Eventuell wird euch dort ein anderes Bild vermittelt.

Seit dem Aufkommen des Begriffs Anfang des letzten Jahrhunderts wird in Presseberichten Waterboarding als Folterinstrument genannt. Führt euch nur mal die Prozedur vor Augen. Eure Augen werden verbunden. Ihr liegt angeschnallt auf einer Bank. Anschließend bekommt ihr einen Lappen in den Mund gestopft und darauf fließt das Wasser. Mehr und mehr bekommt ihr das Gefühl, zu ertrinken. Berichte von Leuten, die das am eigenen Leib erlebt haben, lesen sich in aller Regel grauenvoll.

Das Instrument wurde erstmals von den Japanern im zweiten Weltkrieg eingesetzt und, wie hinlänglich bekannt ist, schreckten auch die Amerikaner davor nicht zurück. Seitdem Waterboarding (bzw. der vorher gängige Begriff) in der Presse diskutiert wird, stand dies im Zusammenhang mit Folter. Bis zum Jahr 2004 charakterisierte die New York Times Waterboarding in etwa 80% der Berichte als Folter. Die LA Times tat es sogar in 96% der Fälle.

Im Juni 2004 veröffentlichte die Zeitschrift Newsweek einen Artikel mit dem Titel A tortured debate. Darin wurde veröffentlicht, dass Waterboarding zu den Verhörmethoden im Irakkrieg gehört. Was passierte mit den Nennungen von Waterboarding in Verbindung mit Folter? Wissenschaftler der Universität Harvard haben dies untersucht. Ihr Bericht Torture at Times: Waterboarding in the Media (PDF, 290kB) sagt zur Situation ab 2004:

The New York Times called waterboarding torture or implied it was torture in just 2 of 143 articles (1.4%). The Los Angeles Times did so in 4.8% of articles (3 of 63).

Die USA Today hat im Zeitraum ab 2004 sogar nie von Folter bei Waterboarding gesprochen. Jetzt sind es eben erweiterte Verhörmethoden …

Das Beispiel zeigt, wie manipulativ (ob gewollt oder nicht gewollt) Medien sein können. Philly.com vertritt die Meinung, dass diese Nichtnennung des Folterbegriffes durch die Medien dazu führte, dass die US-Regierung ohne Bestrafung davon kam:

They were America’s leaders, they tortured, and they got away with it. And newspapers and other journalists drove the getaway car.

Anstatt political correct zu sein (und damit auf eine explizite Position zu verzichten), wäre es hier günstiger, sich auf den Menschenverstand zu verlassen. Denn ich glaube jeder der Leser wird Waterboarding für Folter halten. Zur Rolle der Medien kann ich euch den Klassiker von Noam Chomsky Manufacturing Consent ans Herz legen. Wer das Buch gelesen hat, dem wird wahrscheinlich vieles klarer.

links for 2010-06-27

  • Das “Projekt Datenschutz” sammelt Datenpannen, Datenskandale und sonstige Datenvorfälle in Unternehmen, Behörden und Organisationen. Aber auch die Aktivitäten des deutschen und EU-Gesetzgebers hinsichtlich Datenschutz werden in diesem Projekt dokumentiert, sporadisch auch weitere interessante Datenvorfälle in anderen Ländern.

Kamerawanderung in Jena

Am Samstag mittag startet in Jena eine Kamerasafari. Die Guten und die Thüringer PIRATEN organisieren das Ganze. Alle Interessierten können sich am 26. Juni 2010 gegen 12:00 Uhr in der Löbderstraße (gleich vor an den Straßenbahnschienen). Von dort aus könnt ihr ausschwärmen und alle Überwachungskameras in Jena aufschreiben, fotografieren und dokumentieren. Das Ziel ist, dass meine Karte bzw. die von Martin Michel ausgebaut und aktualisiert wird. Ich würde mich über rege Teilnahme freuen!

Schadcode bei ilse-aigner.de?

Rainer fragte sich und die identi.caer (später auch die Blogleser), ob denn die Webseite von Ilse Aigner gehackt ist. Der erste Blick auf die Seite liess mich in der Tat erstaunen:

Webseite ohne JavaScript

Ich habe die Firefox-Erweiterung NoScript aktiviert und die Browserweiche der Webseite wurde aktiv. Aber bereits hier war das Problem im HTML-Code zu sehen. Eine enorme Menge JavaScript. Im erweiterten Teil des Beitrages findet ihr den kompletten Schnippsel. Ich habe da nur an jedem Semikolon einen Umbruch eingebaut.

Innerhalb des JavaScript-Teiles werden diverse Variablen angelegt und nie benutzt. Es gibt die merkwürdige Zeile eturn ’h3t)t|p3:3/3/)q)l)k|eJ.Jr)u$/|i|nJd)e|x).)h|t|m|l|’.qK(/[\|J\$3\)]/g, ’’); und andere Nettigkeiten. Ich habe dann mal versucht, das Puzzle sinnvoll wieder zusammen zu setzen. Nach meiner Meinung dient der Code dazu, innerhalb der Webseite einen Bereich zu öffnen (IFrame). Dort wird der Inhalt der Seite qlke.ru/index.html geladen. Im nächsten Schritt wäre es also von Interesse, was in dieser Datei steht.

Ich versuchte also zunächst ein GET /index.html HTTP/1.1 bei der Seite und erhielt als Antwort:

HTTP/1.1 200 OK
Server: nginx
Date: Fri, 18 Jun 2010 13:00:01 GMT
Content-Type: text/html
Connection: close
Last-Modified: Mon, 14 Jun 2010 15:01:58 GMT
ETag: “a6600e-2881-488fec52d6580”
Accept-Ranges: bytes
Content-Length: 10369
Vary: Accept-Encoding

404 Not found

Wie man sieht, habe ich den Abruf heute gemacht. Leider habe ich den kompletten HTTP-Header nicht gespeichert. Insofern könnte der Teil ab Last-Modified vorher anders gewesen sein. Sehr markant finde ich, dass der Webserver meint, es sei alles in Ordnung (200 OK), währenddessen eine nicht gefundene Seite vorgespiegelt wird. Das kann natürlich ein Fehler in der Konfiguration sein. Viel wahrscheinlicher hielt ich das jedoch für einen Platzhalter, der später durch Schadcode ersetzt wird. Mittlerweile hat sich diese Vermutung wahrscheinlich bestätigt. Denn diese Seite enthält jetzt HTML und wieder JavaScript. Das lädt dann Code von der Seite http@//bijitersto@com/cgibin/index@php (Ich habe mal Doppelpunkt und Punkt durch @ ersetzt) nach. Firefox meldet diese Seite sofort als attackierende Seite. Also seit vorsichtig beim Betreten.

Der Server auf dem qlke.ru läuft, steht derzeit in Österreich. Die zweitgenannte Seite läuft derzeit auf einem Rechner in der Ukraine. Also insgesamt sieht das Ganze nicht unbedingt so aus, als ob das die Verbraucherschutzministerin ihren Besuchern anbieten will.

Ich frage mich, wie der Quellcode überhaupt auf die Seite von ilse-aigner.de gekommen ist. Hat da jemand den Rechner gehackt bzw. die Software, die die Webseiten ausliefert? Offensichtlich hatten die Besucher der Webseite von Ilse Aigner viel Glück. Denn die Angreifer hatten ihre Munition noch nicht an den Start gebracht. Ein erster Kontaktversuch zu den Betreibern der Webseite von Ilse Aigner lief leider ins Leere, da E-Mails an den Webmaster als unzustellbar zurückkamen. Ich werde eventuell Frau Aigner direkt um Stellungnahme bitten. Falls ich Rückmeldung erhalte, werde ich nochmal ein paar Zeilen dazu schreiben.

"Schadcode bei ilse-aigner.de?" vollständig lesen

EasyPG Assistent für Emacs

Kürzlich hatte ich mit jemanden eine Diskussion über NNTP und Gnus. Dabei fiel mir auf, dass er die Datei, welche unter anderem Passworte enthält, verschlüsselt aufbewahrt. Im Verlauf des Gespräches kamen wir daher auf den EasyPG Assistent zu sprechen. Das ist ein Modus für den Emacs, der gute Unterstützung für GnuPG innerhalb des Editors bietet. Meine ersten Versuche damit liefen recht erfolgversprechend.

Bei Debian, Ubuntu und Co. muss einfach das Paket easypg installiert werden. Debian installiert in /etc/emacs/site-start.d/50easypg.el eine Datei, die den Start des Modus’ übernimmt. Falls das bei dir nicht der Fall ist, kannst du in deiner .emacs die Zeile (require ’(epa-setup)) eintragen. Danach steht dir der Easypg Assistent zur Verfügung.

Das oben angesprochene Verhalten lässt sich erzeugen, in dem man die Endung .gpg an die Datei anhängt. Beim erstmaligen Speichern der Datei fragt der Modus nach dem korrekten Schlüssel:

Select recipents for encryption.
If no one is selected, symmetric encryption will be performed.  
- `m’ to mark a key on the line
- `u’ to unmark a key on the line
[Cancel][OK]

  - E8CBC9EE886DDD89 User 1 <user1@example.org>
  - 3B9D09F31B30974B User 2 <user2@example.com>
  u 547EBEB15774924D Jens Kubieziel <jens.kubieziel@example.org>

Standardmäßig ist der Schlüssel markiert, zu dem es auch einen privaten Schlüssel gibt. Falls du einen anderen wählen willst, gehst du in die entsprechende Zeile und wählst den mit der Taste m aus. Nachdem diese Auswahl mit Enter bestätigt wurde, befindet sich eine verschlüsselte Datei auf deiner Festplatte. Beim späteren Öffnen der Datei wird der Emacs nach dem Passwort fragen und dir den Inhalt anzeigen.

Daneben arbeitet EasyPG sehr gut mit dem Dired-Mode zusammen. Mit zwei Tastendrücken lassen sich Dateien ver-/entschlüsseln, signieren etc. Laut Handbuch ist die Unterstützung für E-Mail ebenfalls gut. Das habe ich nicht getestet und kann dazu nichts sagen.

Insgesamt hat mich EasyPG sofort begeistert und gehört ab sofort zu den Emacs-Modi meiner Wahl.

vServer im Sonderangebot

Suchst du noch einen vServer? Kostenlos soll der auch noch sein? Dann schau dir das Angebot von Ingate an. Die Firma verschenkt 55 vServer. Im Beitrag steht, wie ihr an die Rechner kommt. Ich kann keine Auskunft geben, wie toll die Firma ist. Denn ich kam nur durch den Blogeintrag von strcat auf das Angebot.

cronjob