links for 2009-10-27
-
Anmerkungen zu sieben Personensuchmaschinen
In Deutschland diskutieren diverse Leute, ob das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung Anonymisierer verbietet. Die Slowakei geht da gleich richtig ran. Wer nämlich einen Service betreibt, der die Verfolgung von Internetnutzern schwierig oder unmöglich macht, soll bestraft werden. Es sind Strafen bis zu 33.000 Euro möglich. Den Grund kennen wir natürlich. Kinderpornografie, Terrorismus und Finanzbetrügereien. Eine RTF-Datei mit allen Details findet ihr bei ICTLaw. Spricht jemand gut Slowakisch, um alle Details klären zu können? Ich fand sonst leider keine weiteren Quellen dazu im Netz.
via Tor-Mailingliste
Das TeXblog schreibt heute, dass es die erste Alphavariante des LaTeX-Editors TeXnicCenter gibt. Ich fand die Software für Windows immer sehr gut und habe die Neueinsteigern empfohlen. Ein großer Nachteil der letzten Version war allerdings, dass diese kein Unicode beherrschte. Dies ist jetzt behoben und ich kann die Software wohl wieder uneingeschränkt empfehlen (wenn sich die zu erwartenden Bugs gelegt haben). Also liebe LaTeX-Jünger testet mal fleißig die neue Software ![]()
Fefe bloggte heute über die Domainvergabe von ein- und zweibuchstabigen Namen. Dabei gibt es in der Tat eine ziemliche Ungleichverteilung. Unten ist die Anzahl der Domains, die dem jeweiligen Bewerber zugesprochen wurde:
| 193 | Thomas Mueller (TEC-MEDIA-SERVICE) |
| 48 | Gerald Baumgartner (realtime.at Domain Services GmbH) |
| 19 | Hostmaster of the Day (Key-Systems GmbH) |
| 18 | Ania Wozniak (SENSUS DATA NETWORK LTD) |
| 14 | Hostmaster of the day (DomainProfi GmbH) |
| 14 | Daniel F?hrer (DENIC eG) |
| 10 | () |
Daneben gab es einen, der 9 und einen, der 8 Domains bekam; 2 Leute, die 7 Domains bekamen; 8 Leute, die 6 Domains bekamen; 6 Leute, die 5 Domains bekamen; 17 Leute, die 4 Domains bekamen; 31 Leute, die 3 Domains bekamen; 29 Leute, die 2 Domains bekamen und 58 Leute, die nur eine Domain bekamen.
Es ist in der Tat etwas merkwürdig, warum ein Anbieter derartig viele Domains zugesprochen bekommt. Wir werden sehen, was die Erklärung hierfür ist.
Die Daten stammen aus der Liste.
Wenn ich nach meinen E-Mail-Kontakten gehe, wird Google Mail recht häufig benutzt. Selbst Universitäten setzen das schon anstelle eines richtigen Mailservers ein. Ich habe mir vor langer Zeit mal einen Zugang geklickt und lasse da zumeist diverse Mailinglisten reinlaufen. Nachdem ich nun in letzter Zeit immer mal mit dem Emacs rumgespielt habe, kam ich auf die Idee, mit dem Mail- und Newsreader Gnus auf GMail zuzugreifen. Das Emacswiki hatte einen Eintrag zur entsprechenden Einstellung der Software. Ich übernahm den Schnipsel mit der Ausnahme, dass es bei mir die gnus-select-method ist. Denn vorerst bleibt es bei dem Versuch mit GMail. Eventuell füge ich später Newsgruppen oder anderes hinzu. Nun versuchte ich, E-Mails zu lesen. Jedoch schlug das immer mit der Meldung Invalid size: gnus-carpal fehl. Die Doku brachte mich nicht so recht weiter und auch die Suche im Netz war wenig erfolgversprechend. In einem Bugreport fand ich dann eine Meldung, dass die aktuellen Emacsen eine aktuelle Gnus-Version mitbringen und es manchmal zu Problemen kommt, wenn man Gnus noch extra installiert. Das war bei mir aber der Fall. Also deinstallierte ich Gnus und schon klappte alles. Es ist ein extremer Fortschritt, die E-Mails nicht mehr über das Webinterface zu lesen. Jetzt muss ich Gnus noch ein wenig an meine Bedürfnisse anpassen (was ungefähr die nächsten 25 Jahre dauern dürfte).
Heute fand ich dann noch in einem Blog einen guten Beitrag, wie man E-Mails über GMail versendet. Das richte ich später auch mit ein, obwohl der Account eher read-only ist.
Am letzten Wochenende fanden in Dresden die Datenspuren statt. Ich hielt dort zusammen mit Konrad Schöbel den Vortrag Eine Zensur findet statt
. Wir erzählten ein wenig aus der Welt der Zensur. Die Unterlagen zum Vortrag findet ihr im AnonWiki (PDF, 1,8MB) oder auf der Vortragsseite bei den Datenspuren. Weiterhin haben wir eine Wikiseite zur weltweiten Zensur geschrieben. In der findet ihr alle Länder wieder und noch einige mehr. Wenn du mehr zu einzelnen Ländern weisst, schreibe es einfach mit dazu.
Heute fand ich noch ein recht interessantes Interview mit dem Gründer der OpenNet Initiative. Er erzählt einiges zu weltweiter Zensur und Überwachung. Viel Spass beim Lesen.
Jeder Shellnutzer wird die Tastenkombination Strg+R kennen. In der Standardkonfiguration sucht diese in der Liste aller eingegebenen Befehle nach der Kombination. Also beispielsweise könnte Strg+R und die Eingabe von ls folgendes ergeben:
jens@huehnersuppe:~/ > ls -lart /usr/share/doc/fr* bck-i-search: ls_
In der zsh ab Version 4.3.9 kann man diese Suche auch mit Mustern ergänzen. Im Normalfall ist Strg+R an history-incremental-search-forward gebunden. Für die Suche nach Mustern musst du ein neues Keybinding anlegen oder das alte überschreiben:
jens@huehnersuppe:~/ > bindkey “^R” history-incremental-pattern-search-forward jens@huehnersuppe:~/ > grep -ls -E foo /usr/src/linux/kernel.java bck-i-search: ls*kerne_
Im obigen Beispiel wurde das alte Keybinding überschrieben und dann nach einem Ausdruck gesucht, der ls gefolgt von kerne enthält. Das Feature wird mir sicher viel Spass bereiten. ![]()
Erdgeist twitterte über das reale Ergebnis. Ich habe das unten nochmal als Grafik gebastelt:

Update: carta.info hat sieben unbequeme Wahrheiten.
Gestern stand ich am Holzmarkt in Jena und lauschte einer Veranstaltung diverser Schüler. Hinter postierte sich ein älteres Ehepaar und der Mann regte sich gleich auf, dass die Schüler ja neuerdings ein Kinderparlament wollten, das das garantiert alles unerzogene Gören wären und noch einiges anderes, was ich nicht verstand. Schließlich endete seine Tirade mit dem Satz:
Die Grünen sind der Sargnagel des Vaterlands.
Anfang Oktober ist es wieder soweit. Zum einen werde ich von einem Professor zum Thema Gruppentheorie befragt und zum anderen finden in Dresden wieder die Datenspuren statt. Die Veranstaltung des C3D2 stehen in diesem Jahr unter dem Motto Hands off – Privacy on! Finger weg von unseren Grundrechten und Hand anlegen um unsere Privatsphäre zu schützen.
Es gibt zahlreiche interessante Vorträge zu Zensur, Wikileaks, Anonymität und vielem anderen. Im Fahrplan sind alle Veranstaltungen aufgelistet. Ich werde zusammen mit Konrad eine kleine Rundreise durch die zensierte Welt unternehmen, d.h. wir erzählen euch, in welchen Ländern wie gefiltert wird, welche Technik zum Einsatz kommt etc.
Kommt also zahlreich nach Dresden und erzählt auch euren Freunden von der Veranstaltung. Die andere Sache werde ich wohl allein bestreiten müssen. ![]()
Das Dateisystem ext4 ist einer der neuen Stars am Linuxhimmel. Es ist der Nachfolger von ext2/3 und wird seit 2006 entwickelt. Da ich letzte einen Laptop neu installieren wollte, kam ich auf die Idee ext4 zu probieren. Also bei der Installation von Ubuntu 9.04 die Partition mit der entsprechenden Option formatiert und losgelegt. Für vernünftiges Arbeiten brauche ich die Inhalte verschiedener git- bzw. Subversion-Repositorys. Subversion nutze ich dabei mittels git-svn. Während der Rechner dabei ist, verschiedene neue Pakete zu installieren, Repositorys zu clonen etc., bleibt er plötzlich stehen. Keine Reaktion auf Tasten oder auf die Magic SysRq (Magische S-Abf-Taste). Bei der Suche nach dem Fehler war es ganz klar, dass es am Befehl git-svn in Verbindung mit dem Dateisystem ext4 lag. Die Suche in diversen Bug-Datenbanken brachte mich nicht viel weiter. Also fragte ich direkt bei den ext4-Entwicklern. Theodore Tso antwortete mir:
This sounds like the classic Ubuntu Jaunty’s default kernel freezes when deleting large numbers of files. It didn’t occur with stock mainline 2.6.28, nor with stock mainline 2.6.29, and it bisected to one of Ubuntu’s ext4 patch backports. No one was able to debug it further, and I was never able to replicate it on my test systems, so we ultimately just told people to use a mainstream kernel or a Karmic beta kernel for people who wanted to use ext4 with Ubuntu Jaunty.
In der Tat seit dem Upgrade auf Kernelversion 2.6.31 gibt es keine Probleme. Solltest du also ähnliches erfahren, versuche einen Upgrade und alles wird gut. ![]()
Am Tag, als die Zensur eingeführt wurde, stimmte der Bundesrat auch über das EU-Schulobstprogramm ab. Dies war die einzige Initiative an dem Tag, die abgelehnt wurde. Ich finde das Programm sehr nützlich und ärgerte mich daher über die Ablehnung. Letzte Woche gab es die Zustimmung im Bundesrat. Das Gesetz wurde in der vorgelegten Form beschlossen. (siehe die Einträge bei Google News).
Dennoch zieren sich die Länder Niedersachsen, Baden-Württemberg und auch ein bisschen Schleswig-Holstein am Programm teilzunehmen. Die Presseberichte lesen sich in etwa so, als den Ländern dadurch der finanzielle Kollaps drohe. Bei den genannten Ländern geht es jährlich um Summen zwischen 800.000 und 2.400.000 Euro. Nur um mal eine Vergleichzahl herzunehmen: Schleswig-Holstein hat von 2007 zu 2008 laut einem Bericht des statistischen Amts 331 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen. Wie schwer wiegen da 800.000 Euro? Oder anders ausgedrückt: Wenn die Abgeordneten in Schleswig-Holstein mal über eine Diätenerhöhung von 190 Euro diskutieren sollten, geben sie in einer Legislaturperiode ungefähr dieselbe Summe aus. Ich bin gespannt, wie viele dann das Horrorszenario des Kollaps an die Wand malen ...