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Wahlmaschinen -- eure Aktivität ist gefragt

Unsere Wahlmaschinen sind sicher. Diese Behauptung stammt von diversen Herstellern von Wahlmaschinen. So stürzen sich nun diverse unabhängige Experten auf die Geräte und analysieren diese. Die Computer der Firma Diebold waren eine der ersten, die sich Untersuchungen unterziehen mussten. Dies begann, als die Firma versehentlich ihre Images auf einem öffentlich verfügbaren FTP-Server ablegte. Gegen Mitte des Jahres 2006 entdeckte dann die Open Voting Foundation Schachstellen in der Diebold-Software und den Vogel schoss der Forscher Ed Felten ab. Er und sein Team erstellten eine Sicherheitsanalyse der Diebold-Maschinen. Die Ergebnisse sind katastrophal. Diebolds immerwährende Begründung lautet, dass das ja alles alte Software ist und die neuen Versionen viel sicherer!!1!elf! sind (sieh auch Blogeintrag von Bruce Schneier). Tja, wers glaubt ...

Die niederländische Initiative Wir vertrauen Wahlcomputern nicht (Wer denkt sich eigentlich solche Namen aus?) ist dann nach intensiven Bemühungen in den Besitz einer Wahlmaschine der Firma Nedap gekommen. Unabhängige Experten untersuchten die Maschine und hielten sich offensichtlich die Bäuche vor Lachen. Aus Playing chess at the polls…

Well. A few weeks later the hackers 0wned the Nedap boxes inside out. We played chess on them, we manipulated votes and we could detect what has been voted from across the street, using compromising (spurious) emissions, aka. TEMPEST. I do not recall a similar defeat for a systems vendor in the last years.

Ich empfehle euch, die Seite der Initiative, den Report der Analyse (engl., PDF) bzw. auch die diversen Pressereaktionen durchzulesen. Außerdem gibt es bei der Rucksackreinigung eine schöne Analyse der Gesamtsituation.

Heute hat sich Fefe auch nochmal die wirtschaftliche Seite (Kostenersparnis ist eines der hauptargumente für den Kauf) zu Gemüte geführt. Er stützt sich dabei auch die offiziellen Unterlagen der Stadt Cottbus, wo demnächst mit Wahlmaschinen gewählt wird. Nach seinen Recherchen kosten die Wahlcomputer 4.100 Euro plus Mehrwertsteuer und Versand pro Stück. Wenn man das den Kosten für eine Papierwahl gegenüberstellt, kommt man zu (keinem überraschenden) Ergebnis:

Cottbus hat sich einen Wertverlust von 14.800 Euro pro Wahl gegenüber Druckkosten für eine Papierwahl von 2500 Euro pro Wahl als Kostensenkung verkaufen lassen, die sich nach weniger als 20 Jahren amortisiert (das Angebot sagt, daß die Hardware 20 Jahre hält).

Die Druckkosten für die Wahlscheine sind offensichtlich die einzige “Ersparnis”, die bleibt. Denn weiterhin müssen die Bürger benachrichtigt werden, die Wahlhelfer müssen anwesend sein, etc. Also ist offensichtlich auch dieses Argument entkräftet.

Nun ist es an euch. Wer immer noch der Meinung ist, dass Wahlcomputer eine sinnvolle Sache sind, der kann sich die Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen in den USA nochmal anschauen bzw. sich genauer informieren. Dann klickt auf diese Petition und unterzeichnet diese mit. Vielen Dank!

Trackbacks

karl-tux-stadt.de am : Kampagne gegen “Schachspielmaschinchen”

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Könnt ihr euch noch erinnern, wozu Wahlcomputer eigentlich da sind? Tim jedenfalls findet, das Wahlcomputer eine dumme Idee sind. Jedenfalls wird, da jetzt gegen petittiert. Der Nachbar aus roothausen hat schon gezeichnet, lieber Sex, Drugs &...

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