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Asylsuchende in der EU

Heute morgen las ich einen Tweet von Julia Schramm. Sie bezog sich auf eine Aussage von Angela Merkel, die wohl eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge in Europa forderte.

In der angehangenen Grafik fällt auf, dass da nur wenige Länder verzeichnet sind. Die EU hat immerhin 28 Mitgliedsländer. Bei der Suche nach einer umfassenden Übersicht stiess ich auf einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Dort waren die absoluten Zahlen verzeichnet.

Ich habe mir daraufhin eine Tabelle mit den Einwohnerzahlen aller Länder gebastelt und die Quote pro 1000 Einwohner ausgerechnet. Es zeigt sich, dass der EU-weite Durchschnitt ca. 1,2 Asylsuchende pro 1000 Einwohner sind. Einige Länder, darunter auch Deutschland, nehmen mehr Menschen auf.

Wenn man nun den Durchschnitt hernimmt und berechnet, wie die Zahlen nach einer EU-weiten Angleichung sind, müsste Deutschland in der Tat weniger Menschen aufnehmen. Deutschland mit ca. 101.000 weniger sogar auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von Schweden, die auf etwa 69.000 Asylsuchende verzichten müssen. Länder wie Polen (+40.000), das Vereinigte Königreich (+46.000) und Spanien (+51.000) müssten hingegen deutlich mehr Menschen aufnehmen.

Die Kanzlerin hat also durchaus Recht, dass eine EU-weite Angleichung Deutschland weniger Asylsuchende bringt. Ob das gut und sinnvoll ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Update: Vielen Dank an Dirk Deimeke. Er wies mich auf einen Rechen-/Denkfehler in der ersten Version des Textes hin. Dort hatte ich mit gewichteten Durchschnitten gerechnet.

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