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Erstes Fazit zur Vortragsreihe in Sachsen

In der letzten Woche war ich zusammen mit Johannes Lichdi unterwegs in Sachsen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe FREIstaat oder ÜBERWACHUNGsstaat? Meine Daten gehören mir! war geplant, Vorträge und Diskussionen durchzuführen. Wir besuchten die Städte Torgau, Freiberg, Dresden und Görlitz.

Vor der Veranstaltung in Torgau reiste ich etwas eher an, um auch die Stadt anzuschauen. Bisher verband ich mit Torgau eher negative Erinnerungen. So hatte eine Fähre dort versucht, uns mit dem Boot zu versenken und während der Elbeflut stand ich mit vielen anderen in einem Kieswerk, um Säcke mit Sand zu füllen. Da ich weder mit nassen Sachen und kaputtem Boot noch nach stundenlangem Schaufelschwingen Lust auf eine Besichtigungstour hatte, kannte ich die Innenstadt bisher nicht. Dabei ist diese durchaus sehr ansehnlich. Direkt an der Elbe steht das Schloss Hartenfels. Das ist ein fünfhundert Jahre alter Bau mit einem sehr schön renovierten Innenhof. Die Besonderheit ist hierbei der Wendelstein, eine frei tragende Wendeltreppe. Torgau ist bekannt für das Zusammentreffen amerikanischer und sowjetischer Truppen. Es finden sich inneralb der Stadt hierfür auch viele Denkmäler bzw. -tafeln. Bei meinem Spaziergang durch die Stadt fiel mir auf, dass sehr viele Kinderwagen unterwegs sind. Normalerweise kenne ich eine solche Häufung nur aus Jena. Im Gespräch mit Einwohnern wurde dann auch bestätigt, dass Torgau gefühlt viele Neugeburten hat.

Abends trafen wir uns dann in der Kulturbastion, einem keller- oder bunkerähnlichem Bau. Das wurde neu restauriert und beherbergt jetzt verschiedene Räume, die für Konferenzen nutzbar sind. Der Veranstalter hatte es aus meiner Sicht versäumt, Werbung für die Veranstaltung zu machen. Insofern waren nur 10--15 Leute zugegen. Jedoch ergaben sich nach unseren Vorträgen sehr interessante Diskussionen. Gerade die älteren (Ex-DDR-)Bürger haben hier noch eine ganz andere Sicht auf die Überwachung und brachten einige neue Aspekte bzw. Einsichten ins Spiel. Die Diskussion wurde später dann auf allgemeine politische Probleme ausgeweitet. Man konnte den Teilnehmern richtig anmerken, dass sie froh waren, einen “Spitzenpolitiker” da zu haben und quetschten ihn halt entsprechend aus. :-)

Ankündigung der Veranstaltung in FG

Bei der nächsten Veranstaltung erwartete ich ein anderes Publikum. Denn in Freiberg befindet sich die Bergakademie und daher sollten viele Studenten anwesend sein. Bei meinem Vortrag erkläre ich in der Regel, was technisch an Überwachung machbar ist bzw. gemacht wird. Wobei die Schwerpunkte auf den aktuellen Themen wie Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner liegen. Gerade bei jungem Publikum finde ich immer wieder schön zu beobachten, wie die Kinnladen langsam herunterklappen. In einer Diskussion erwähnte ich mal, dass es durchaus Usus ist, das StudiVZ-Profil eines Bewerbers anzuschauen. Danach konnte man bei vielen eine Gedankenblase über dem Kopf schweben sehen. :-)

In Dresden und Görlitz lief im Vorfeld der Film A Scanner darkly. Er wird vom AK Vorrat präsentiert. Aus meiner Sicht geht es hier viel mehr um Drogenmissbrauch und die ein oder zwei Szenen mit Überwachung sind zu wenig, um sinnvoll einen Zusammenhang herstellen zu können. Glücklicherweise schafften wir es immer recht schnell in die Diskussion einzusteigen. In Dresden waren neben Johannes und mir noch Alien8 vom C3D2 sowie Reinhard Helm vom AK Vorrat dabei.

Ich fand die Woche sehr interessant und aufschlussreich. Obwohl die meisten Teilnehmer wussten, dass es Überwachung gibt, war vielen die Dimension nicht bewusst. Ich glaube, wir haben es geschafft, zum Nachdenken anzuregen und bei Fragen, was man denn so tun kann, verwies ich fleißig auf den AK. Denn er hat bislang aus meiner Sicht großartige Arbeit geleistet. Ein Wermutstropfen blieb für mich. Denn ich hoffte, einige Bücher an den Mann bringen zu können. Das ist mir weitgehend nicht gelungen.

In der nächsten Woche stehen dann zwei weitere Termine in Glauchau und Plauen an und Anfang Mai treffen wir uns zu einer größeren Podiumsdiskussion in Dresden.

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