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Vortrag zum Thema Wissensallmende contra geistige Monopolrechte

Podium

Silke vom Commonsblog wird nächste Woche am Mittwoch, den 21.01.2009 einen Vortrag zum Thema Wissensallmende contra geistige Monopolrechte halten. Die Frage, wer den Vortrag besuchen sollte, beantwortet die Autorin so:

Für alle, die eine Orientierung in der aufgeregten Debatte um das Ende der Musikindustrie, die vermeintlichen Milliardenschäden durch “Raubkopierer” oder die angebliche Notwendigkeit sich permanent ausweitender Schutzfristen suchen.

Ich freue mich auf einen unterhaltsamen Abend und hoffe, euch zahlreich im Seminarraum 306 der Carl-Zeiss-Straße 3 zu sehen. Also etwa so wie auf dem Bild. ;-)

Rückblick auf ein Jahr Remailer-Betrieb

Na gut, eigentlich ist es schon mehr als ein Jahr, dass ich den Mixmaster-Remailer in Betrieb habe. Aber die paar Tage machen den Kohl nicht fett.

Nachdem ich desöfteren mit Mixmaster, Mixminion und Co. herumgespielt hatte und das im Buch Anonym im Netz lang und breit beschrieb, wollte ich einen langlebigeren Mixmaster-Server als Remailer anbieten. Meiner Meinung nach sollte ein vServer hierfür reichen und durch die Suche bei Webhostlist stiess ich auf ein Angebot der Firma Xantron. Diese bot einen vServer mit 1 GB RAM, 1 GB Festplatte und unbegrenztem Traffic an. Für den Anfang sollte das ein hinreichendes Angebot sein.

Anfangs liess ich testweise einen Tor-Server dort laufen. Denn der Eintrag der FAQ z u Tor auf virtuellen Servern sagte damals, es würde nicht funktionieren. Bei meinem Test klappte es jedoch ohne Probleme. Ich konnte Tor auf dem Server über mehrere Wochen ohne Einschränkungen laufen lassen. Irgendwann aktualisierte ich dann auf eine neue Version und der Tor-Prozess startete kurz, um gleich wieder abzusterben. Es gab keine Core-Datei. Das Log blieb ohne Anzeichen auf irgendwelche Probleme. Der gesamte Fall schien sehr mysteriös. Die Seite mit (un)geeigneten ISPs für Tor brachte mich dann auf eine Idee. Ich legte ein kleines Shell-Skript an, welches den Namen Tor trug und führte das aus. Kurze Zeit später brach es ab. Eine weitere Analyse ergab dann, dass der Provider wahrscheinlich einen Cronjob laufen hatte, der nach Prozesses mit dem Namen “tor” suchte und diese beendete. Sobald ich die ausführbare Datei von tor in nichttor oder ähnliches änderte, klappte wieder alles. Nach diesem Zwischenspiel richtete ich dann den Remailer ein.

Die Einrichtung ist in meinem Buch beschrieben und recht einfach zu machen. Entweder beantwortet man Fragen über ein Menu oder editiert eine Datei mit den Einstellungen.Danach sollte getestet werden, ob der Remailer wirklich so funktioniert, wie er sollte. Falls das der Fall ist, können die anderen Operatoren über den neuen Remailer informiert werden. Nun treffen nach und nach Nachrichten ein und der neue Remailer wird in das Netz der bestehenden integriert.

Mein Remailer nennt sich devurandom und hat momentan die beste Uptime im Netz. :-) Er bewegt etwa 5.000 E-Mails am Tag durch das Netz. Ein Großteil davon sind Nachrichten, die an andere Remailer weitergegeben werden. Nur ein etwa ein Fünftel der eingehenden Nachrichten verlässt das Remailer-Netzwerk und geht an den endgültigen Empfänger. Daneben gibt es eine Handvoll Postings in das Usenet.

monatliche Load des Serervs

Die Last, die das System erzeugt, ist zu vernachlässigen. Die Grafik zeigt einen Überblick über die Systemlast des letzten Monats. Es gab mal eine Spitze von 0,5. Aber in der Regel liegt die Last bei unter 0,1. Auch die sonstigen Parameter des Systems weisen nicht auf irgendeine Überlastung hin. Vielmehr langweilt sich der vServer die meiste Zeit des Tages. Die einzige Sache, die mich hin und wieder stört, sind viele zurückgestellte (deferred) E-Mails. Momentan liegen über dreihundert E-Mails rum, da ein Remailer an einem DSL betrieben wird und der Rechner ist wahrscheinlich gerade aus.Die Grafik der zurückgestellten E-Mails sieht daher wie ein Börsenkurs aus. ;-)

Eine Frage, die wahrscheinlich viele der Leser interessiert, ist der Missbrauch. Wie oft wird der Dienst missbraucht? Wieviele Hausdurchsuchungen hatte ich schon? Letzte Frage lässt sich einfach beantworten: 0. Wie oft Missbrauch geschieht, kann ich leider nicht sagen. Denn als Betreiber sieht man nur die Spitze des Eisberges. Nur wenn ich jede E-Mail lesen und auswerten würde, hätte ich genaue Zahlen. Daher will ich mich auf Beschwerden von dritter Seite konzentrieren.

Im letzten Jahr gab es insgesamt drei Fälle, in denen sich eine dritte Seite an mich gewendet hat. Anfang 2008 rief mich ein Rechtsanwalt an. Das Telefonat war etwas wirr. Aber soweit ich es verstanden habe, hat sein Klient eine E-Mail von meinen Remailer erhalten. In der E-Mail waren Links zu Bildern, die angeblich urheberrechtlich geschützt sind. Er wollte natürlich den Urheber der E-Mail wissen. Ich habe ihm dann in einer längeren E-Mail das Wesen des Dienstes erklärt und ihm auch gesagt, dass ich den Urheber nicht kenne. Seitdem habe ich nichts mehr gehört.

Der zweite Kontakt war ebenfalls wieder über einen Rechtsanwalt. Er schrieb mir einen formellen Brief. Ein Nutzer hat seinen Klienten beleidigt und auch er wollte den Urheber wissen. Ich ging wieder wie oben vor und auch hier gab es nie eine Antwort oder Rückmeldung.

Der bisher letzte Kontakt war auch der spannendste. Den Vorfall hatte ich schon im Beitrag Ihre Kriminalpolizei bittet um Mithilfe beschrieben. Damals hatte jemand eine Drohmail über den Remailer verschickt und die Polizei wollte den Urheber wissen. Nach einer Erklärung über die Funktionsweise des Remailers und der Bemerkung, dass ich nicht logge, war am anderen Ende ein Grummeln zu hören. Jedoch kam der Beamte noch auf die Idee, dass ich ihm doch einen Abzug des RAM machen könne. Nachdem ich auch das verneint hatte, kam am anderen Ende die Bemerkung, dass ja jetzt eh Feierabend sei und man daher die Akte schließen werde. Ich habe auch von diesem Vorfall nichts wieder gehört.

Der Vertrag über den Server wurde kürzlich wieder verlängert und ich werde auch in diesem Jahr den Mixmaster weiter laufen lassen. Sobald ich Zeit habe, kommt noch ein Mixminion-Server hinzu.

Post aus den USA

US-321845

Nach langer Zeit erreichte mich heute wieder eine Postkarte. Sie stammt aus der Hauptstadt des US-Bundesstaates Virginia, Richmond. Auf der Karte ist notiert, dass Virginia die erste Stadt im Lande war, die elektrische Straßenbahnen erhielt. Dies geschah im Jahre 1888. Kurze Zeit später tauchte dann das erste Auto auf den Straßen auf. Heute sind nach Angaben auf der Karte über 400.000 Autos in der Stadt und dem näheren Umland registiert.

Von Vögeln und Fröschen

Kürzlich stieß ich auf den Artikel Birds and Frogs von Freeman Dyson. Der sollte im Rahmen der AMS Einstein Lecture als Vortag erscheinen. Auf elf Seiten schreibt Dyson über verschiedene Arten von Mathematikern. Seiner Meinung nach gibt es nur zwei unterschiedliche Typen, nämlich Vögel und Försche. Die Mathematik-Vögel fliegen sehr hoch und überschauen weite Teile der Mathematik. Daher finden sie oft Verbindungen zwischen verschiedenen Fachgebieten. Als Beispiele nennt Dyson René Descartes, Erwin Schrödinger oder Hermann Weyl. Die mathematischen Frösche leben eher im Schlamm und sehen daher nur das, was in direkter Nähe zu ihnen ist. Sie freuen sich an kleinen Details und lösen Probleme Schritt für Schritt. Beispiele für diese Typen sind Francis Bacon oder John von Neumann. Der gesamte Artikel ist sehr schön geschrieben und gibt einen guten Überblick über diverse Mathematiker und Physiker. Gleichzeitig lernt ihr bei der Lektüre noch etwas über aktuelle Probleme der Fachgebiete. ich kann das nur zum Lesen empfehlen.

Commerzbank kaufen

Heute redet jede Zeitung von der (Teil)verstaatlichung der Commerzbank. Nach den Meldungen hat der Bund zehn Milliarden Euro eingeschossen und sich dafür mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Bank beteiligt. Genauer wurden 1,8 Milliarden Euro für 295 Millionen Aktien (Also 6 Euro pro Aktie) bezahlt und der Rest ist eine stille Einlage. Laut eines Blogeintrages von Nico Lumma redet Guido Westerwelle davon, den Anteil irgendwann (vielleicht mit Gewinn) zu verkaufen. Ich frage mich nur, wann das sein sein soll.

Im historischen Chart sieht man, dass die bisherigen Hochs der Aktie bei etwa 40 Euro lagen. Seit 1990 wurden die Kurse dreimal (1997/8, 2000, 2007) erreicht. Um überhaupt einen Gewinn zu erzielen, müsste der Aktienkurs etwa siebenmal so hoch stehen, wie er derzeit ist. Auch dies war in den letzten 18 Jahren selten der Fall. Allein aufgrund dieser Tatsachen halte ich es für sehr fragwürdig, ob der Bund jemals in die Nähe eines verlustfreien Verkaufs kommt.

Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus der Übernahme der Dresdner Bank. Schon die Allianz schießt dort nochmal beträchtlich Geld ein. Wahrscheinlich sind also mehr Löcher vorhanden als bisher bekannt. Selbst wenn alles glatt läuft, schaut auch mal die Kursverläufe bei anderen Übernahmen an. In der Regel ist es nicht so, dass die Kurs danach in den Himmel schießen. Vielmehr sind die Unternehmen erstmal mit sich beschäftigt und müssen integrieren

Daher halte ich es für sehr gewagt, von einem Verkauf mit Gewinn zu sprechen. Andererseits, wenn man Westerwelles Aussage genau liest, spricht er nur vom Verkauf, der irgendwann passieren muss. Der könnte ja auch zu einem symbolischen Euro passieren. ;-)

Auto abgeschleppt

Auto im Schlepptau

Während des Urlaubes waren wir auf dem Weg zum Delaware Water Gap, einem Erholungsgebiet zum Wandern und Klettern. Unterwegs überholte uns dieser “Schwertransport”. In den USA scheint es doch recht üblich zu sein, das Auto einfach anzuhängen und loszufahren. Gerade im Sommer begegnet man sehr vielen Wohnwagen, an denen hinten ein Fahrzeug hängt. Schließlich will man im Urlaub nicht auf den Komfort verzichten. :-)

Das Erholungsgebiet präsentierte sich schon von weitem von der Autobahn I-80. Für den großen Genuß gab es einige “scenic views”. Im Dezember waren die leider alle geschlossen. Daher hier ein Blick aus unserem Auto von der I-80:

Blick von der I-80 zum Delaware Water Gap

Keysigning bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2009

Die Chemnitzer Linux-Tage 2009 kommen langsam wieder näher. Wer sich im März zu Linux und Co. informieren will, sollte sich das Wochenende unbedingt freihalten. Ich werde wieder die Keysigningparty organisieren. Wenn du daran teilnehmen willst, sende mir den Fingerprint (oder mindestens die Key-ID) deines PGP-Schlüssels. Der Schlüssel sollte auf einem Keyserver verfügbar sein. Ich werde den mit in die Liste der Teilnehmer aufnehmen und du kannst dann, ausgerüstet mit Stift, Ausdruck der Liste und einem Ausweisdokument, am Keysigning teilnehmen.

Viel Spass euch bei den Chemnitzer Linux-Tagen

Schnee & Eis

Kai Raven ist durch den Schnee gestapft und hat einige Fotos gemacht. Auch wir haben in den letzten Wochen viel Schnee erlebt.

Spuren im Schnee

Der erste Schnee kam für uns am 19. Dezember. Wir waren gerade einkaufen, als der Schneefall begann. Innerhalb kürzester Zeit war alles weiß. Wir sind dann schnell wieder zurück in unser Hotel gefahren. Denn der Straßenzustand verschlechterte sich dramatisch. Auf dem Bild sieht man Florian durch den Schnee laufen. Ich war dann etwa zehn Minuten später wieder am selben Fleck. Da waren die Spuren im Schnee wieder zugeschneit.

Interessant für mich war das ab der ersten Schneeflocke unglaublich viele Fahrzeuge mit Schneeschieber unterwegs waren. Diese säubern nicht die großen öffentlichen Straßen, sondern Privatwege, Parkplätze und kleine Straßen. Dadurch waren innerhalb kürzester Zeit nach dem Ende des Schneefalls diese Orte wieder befahrbar. Die großen Straßen wurden von größeren Fahrzeugen beräumt und die Lage war hier schnell wieder unter Kontrolle.

Verschneite Parkbank im Ringwood Manor

Wir machten uns auf in den Ringwood State Park. Dieser liegt an der Grenze zwischen New Jersey und dem Bundesstaat New York. Den größten Teil durchquerten wir nur mit dem Auto und hielten dann in Ringwood Manor an. Dies ist ein Gutshaus mit einem weitläufigen Grundstück. Wir liefen zunächst ein wenig durch den Schnee und entdeckten dann einen kleinen Rodelhang. Dort fanden sich eine Handvoll Familien mit ihren Kindern ein. Diese testeten dort ihre Schlitten und Snowboards. Wir hatten natürlich nichts dergleichen dabei. Beim Zuschauen boten uns dann gleich zwei Familien ihre Schlitten zur temporären Nutzung an. Florian wollte das Angebot jedoch nicht annehmen und so blieb es beim Zuschauen. Später wanderten wir noch weiter durch die Schneelandschaft. Florian freundete sich mehr und mehr mit dem Schnee an bis er sich entschied, in den Schnee zu springen:

Florian versinkt im Schnee

Im Verlauf der nächsten Tagen stiegen die Temperaturen dann von -14°C auf +18°C an. Der Schnee war natürlich dann weg. Erst bei unserer Abreise fiel die Temperatur auf -11°C und es kam wieder zu leichten Schneefällen.

Zurück in Deutschland musste ich am Sonntag dann ein paar hundert Kilometer durch Schneefälle fahren. Es war sehr interessant, die Fahrkünstler zu beobachten. Besonders ein französischer Zeitgenosse trug zur Belustigung bei. Bei der Autobahn in der Nähe von Chemnitz gibt es eine leichte Steigung und dort staute sich der Verkehr. Da ich unterwegs schon einige Unfälle gesehen hatte, dachte ich, dass dort jemand wieder aus der Bahn geraten ist. Umso größer war das Erstaunen beim Vorbeifahren. Derjenige fuhr mit seinem BMW mit großem Einsatz des Gaspedals den Berg hinaus. Durch den Hinterradantrieb des Fahrzeugs schlingerte das Auto hin und her, während alle anderen Fahrzeuge recht souverän an ihm vorbei zogen. Vielleicht hätte ihm mal jemand raten sollen, den Fuß vom Gas zu nehmen. :-)

Zum Abschluss noch eine Impression aus dem Ringwood Manor:
Schnee in Ringwood

Biometrische Fotos

Zur Vorbereitung unserer Weihnachtsreise benötigten die Kinder elektronische Reisepässe mit dem bekannten biometrischen Fotos. Florian machte den Anfang beim Fotografen. Er hatte an dem Tag keine besonders gute Laune und so gelang auf Anhieb ein “perfektes” Foto. Bei Jakob brauchte es dann ein paar mehr Versuche. Denn ein Baby ist es recht schwer beizubringen, die klassische starre Miene aufzusetzen. Als wir dann mit den Fotos zum Bürgerbüro in Jena kamen, wollte die Frau doch in der Tat diskutieren, dass Jakobs Foto nicht geeignet wäre. Denn das Foto hätte angeblich nicht die rechten Ausmaße. Ich habe ihr dann versucht klarzumachen, dass er in ein paar Monaten keinerlei Ähnlichkeit mit dem Foto mehr haben wird. Schließlich ändert sich das Gesicht von Babys permanent. Das überzeugte sie dann. Bei den späteren Passkontrollen hat auch niemand das Passbild mit dem Original verglichen. Insofern hätte auch ein Bild von Mickey Maus genügt. :-)

cronjob