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screen wiederbeleben

In meiner Kurzvorstellung habe ich ja schon recht viel zu GNU screen geschrieben. Heute stiess ich durch Zufall auf einen sehr interessanten Eintrag bei sec. Wenn man aus Versehen mal den Socket von screen gelöscht hat, hilft ein kill -CHLD <pid> und der Socket wird wieder angelegt. Mir ist das zwar noch nie passiert. Aber zuviel Wissen kann nie schaden. ;-)

BoingBoing zensiert

Die Gründe, Tor zu benutzen, werden von Tag zu Tag mehr. Bei Tim las ich, dass BoingBoing in den Vereinigten Emiraten zensiert wird. Aber nicht nur da, sondern Smartfilter hat BoingBoing auch mit in die Filterliste aufgenommen. Somit kann die Seite auch von vielen Firmen- bzw. Regierungsseiten nicht mehr aufgerufen werden. Also liebe Leute, installiert euch den Client und, wenn es geht, auch den Server und surft fleißig über Tor.

Kurzvorstellung screen

Vorwort

Wir haben in der LUG beschlossen, uns immer mal interessante Programme vorzustellen. Das heißt, es soll kurz auf die Bedienung und evtl. wichtige Einstellungen eingegangen werden. Da in letzter Zeit immer mal wieder Fragen zu GNU screen aufkamen, beschloss ich, dass ich dieses Programm vorstelle. Diese Anleitung ist das Ergebnis. Sollte euch daran etwas unklar sein bzw. falls ihr weitere Fragen dazu habt, schreibt einfach einen Kommentar dazu. Die Anleitung könnt ihr auch auf den Seiten der LUG finden.

Was macht screen?

GNU screen ist ein “Fenstermanager” für Terminals. Das heißt die Aufgaben, die ihr bislang unter mehrere Konsolen oder Terminals erledigt habt, könnt ihr mittels screen innerhalb einer Konsole bzw. Terminal machen. Wenn ihr eine Sitzung offen habt und den Rechner wechseln wollt, ist es mit screen sehr einfach möglich, die laufende Sitzung von der Konsole zu lösen und diese auf den anderen Rechner “mitzunehmen”. Dabei laufen alle Prozesse, die innerhalb von screen gestartet wurden, weiter.

Start von GNU screen

Das Programm wird durch den Aufruf screen gestartet. Dabei erscheint in der Regel eine Übersicht mit der Versionnummer und Lizenzinformationen. Mit einem Druck auf die Leer- oder Entertaste wird dieses übersprungen. Ihr könnt auch dies auch dauerhaft ausschalten. Dazu öffnt ihr euren Lieblingseditor und bearbeitet die Datei .screenrc im Heimverzeichnis. Dort werden alle Einstellungen für screen gespeichert. In der Datei tragt ihr die Zeile startup_message off ein und speichert diese ab. Beim nächsten Start von screen erscheint dann keine Meldung mehr.

Nach der esten Meldung solltet ihr nun eine Shell sehen. Hier könnt ihr nun wie gewohnt arbeiten und die üblichen Aufgaben erledigen. Doch dies stellt natürlich keinen Unterschied zur sonst üblichen Arbeitsweise auf der Shell dar. Jetzt wollen wir versuchen, eine zweite Shell zo öffnen. Dieses Anliegen muss screen mitgeteilt werden. Befehle werden dabei in Form von Tastenkürzeln eingegeben. Bei screen wird jeder Befehl mit der Folge Strg+a eingeleitet, d.h. ihr drückt die Taste Strg und die Taste a gleichzeitig. Jetzt weiß screen, dass ein Befehl folgt. Um nun ein neues Shellfenster zu öffnen, drückt also die Tasten Strg+a c, d.h. wieder Strg und a zusammen und danach ein kleines c. Nun sollte sich ein neues Shellfenster geöffnet haben. Auch dieses kann nun wie gewohnt benutzt werden. Ich empfehle euch, ein paar mal zu testen, wie man ein neues Fenster öffnet. Dadurch werdet ihr die Tastenkombinationen besser gewohnt.

Wechsel der Fenster

Wenn ihr nun etwas herumgespielt habt, werdet ihr sicher viele einzelne Shells offen haben. Doch wie bekommt ihr diese wieder zu bzw. wie könnt ihr zu vorherigen Fenstern zurück kommen? Der klassiche Weg, die laufende Shell zu beenden, indem man exit, bye oder Strg+d eingibt, funktioniert auch hier. Dadurch wird die laufende Shell beendet und wenn man das oft genug macht, kommt man auch wieder zu der gewüschten Shell. Natülich ist dies nicht unbedingt der richtige Weg. Denn i.d.R. will man die Shells nicht einfach beenden. Wie also kommt man nun auf anderem Wege weiter? Bei solchen Fragen kann zunächst die Hilfe konsultiert werden. Mit Strg+a ? erreicht ihr eine Übersicht der bestehenden Tastaturkürzel. Immer wenn ihr mal einen Punkt erreicht, an dem ihr nicht wisst, wie es weitergeht, empfiehlt sich ein Blick in die Hilfe. Hier finden sich nun diverse Hinweise auf den Fensterwechsel. Eine erste Idee wäre mittels Strg+a w eine Ansicht der Fenster anzeigen zu lassen. Dies veranlasst screen in der untersten Leiste alle Unterfenster mit der Nummer des Fensters zu drucken. Das aktuelle Fenster wird dabei mit einem Stern gekennzeichnet. In der Hilfe ist weiterhin zu sehen, dass u.a. mittels Strg+a n auf das nächste Fenster bzw. mittels Strg+a p zum vorhergehenden Fenster navigiert werden kann. Für den Sprung zum nächsten Fenster bietet sich meiner Meinung auch Strg+a Leertaste an.

Gerade bei einer großen Zahl von Fenstern kann es aber recht müsam sein, durch alle Fenster zu rotieren. Daher existieren hier noch bessere Varianten. In der Ansicht, die ihr mittels Strg+a w erhaltet, sind auch die Nummern der Fenster angedruckt. Auf diese könnt ihr einfach mittels Strg+a $FENSTERNUMMER zugreifen. Dabei steht FENSTERNUMMER für eine Zahl zwischen 0 und 9. So springt screen schnell zwischen den ersten zehn Fenstern hin und her. Ich empfehle euch, auch dies wieder oft zu probieren und zu nutzen. Denn je mehr ihr das macht, desto schneller tritt der Gewöhnungseffekt ein.

Sollte euer screen nun mehr als zehn Fenster haben, ist es nicht mehr so einfach möglich in die hinteren Fenster zu springen. Unter Umständen hilft euch hier die Fensterliste weiter. Diese Ansicht erhaltet ihr durch Strg+a ". Mit den Pfeiltasten wählt ihr dann ein Fenster aus und mittels Enter springt ihr in das gewählte Fenster. Ein spezielles Fenster kann auch durch Strg+a ‘ und die Eingabe der jeweiligen Nummer angesprungen werden.

Hin und wieder habe ich in einem Fenster einen vim geöffnet und schreibe ein Programm. Daneben brauche ich ein anderes Fenster, um das Programm zu kompilieren. Dabei liegen die Fenster nicht notwendigerweise nebeneinander. Ein Springen zwischen diesen zwei Fenstern ist mittels Strg+a Strg+a einfach machbar.

Fenstertitel

Wenn ihr nun viel mit screen arbeitet, werdet ihr feststellen, dass ihr bei den oben genannten Informationen immer nur den Namen der Shell seht. Aber vielleicht ist in Wirklichkeit ein Editor offen oder eine Shell arbeitet einen speziellen Job ab. Da ist es sehr nützlich, dem entsprechenden Fenster auch einen Namen zu vergeben. Mit der Tastaturkombination Strg+a A (Beachte das große A) kann man den Namen ändern. So könnt ihr einen Titel für setzen, der euch am besten passt.

Änderungen verfolgen

Beim Arbeiten mit diversen Prozessen treten hin und wieder Aufgaben auf, für deren Abarbeitung die Shell lange Zeit benötigt. Mit screen kann dies nun problemlos in einem eigenen Fenster gemacht werden und weiterhin kann screen euch darauf aufmerksam machen, wenn sich im betreffenden Fenster etwas ändert. Dazu müsst ihr das Programm mittels Strg+a M anweisen, das Fenster zu überwachen. Nun werdet ihr über die &Aaml;nderungen informiert. Standardmäßig schreibt screen in die unterste Statuszeile dann Activity in window X (X steht für die Nummer des Fensters.). Diese Standardmeldung lässt sich über die Variable activity in der .screenrc anpassen (z.B.: activity “ACHTUNG, in Fenster %n (%t) ist etwas passiert”).

Abhängen einer Sitzung

Nach getaner Arbeit wollt ihr nun euren Platz verlassen. In der Regel würdet ihr den Bildschirm mittels xlock o.ä. sperren. Gerade wenn der Rechner aber von mehreren Personen benutzt wird, ist es besser, diesen freizugeben. Wie ich schon schrieb, kann ich eine screen-Sitzung vom laufenden Terminal abhängen. Zum Abhängen der Sitzung reicht die Kombination Strg+a d. Jetzt seht ihr wieder einen “normalen” Shellprompt vor euch und könntet euch nun vom System ausloggen oder hier weiterarbeiten. Wenn ihr von vornherein wisst, dass ihr euch ausloggen wollt, steht auch eine weitere nützliche Tastaturkombination zur Verfügung. Nämlich der so genannte Power detach. Mittels Strg+a DD wird die screen-Sitzung vom Terminal abgehangen und gleichzeitig erfolgt das Logout. Damit ist es möglich zwei Schritte mit einmal zu tun.

Wenn ihr dann wieder zum Rechner zurückkehrt bzw. euch vielleicht per SSH auf dem Rechner einloggt, wollt ihr die screen-Sitzung wieder aufnehmen. Dazu gebt ihr auf der Konsole einfach den Befehl screen -r ein. Bei einer eindeutigen Zuordnung öffnet screen die alte Sitzung an dem Punkt, an dem sie von euch geschlossen wurde. Solltet ihr mehrere abgehangene Sitzungen haben, zeigt screen euch eine Übersicht:

jens@paradise:~/ > screen -r
There are screens on:
        4172.tty2.paradise      (Detached)
        10711.tty3.paradise     (Detached)
2 Sockets in /var/run/screen/S-jens.
jens@paradise:~/ >

In dem Falle muss screen noch der Name der betreffenden screen-Sitzung mitgegeben werden. Die obige Übersicht wird auch mittels screen -ls angezeigt. So könnt ihr leicht erkennen, welche screen-Sitzungen es derzeit noch gibt.

Manchmal ist es auch ganz sinnvoll, der Sitzung selbst einen Namen zu geben. Dann erkennt ihr in der obigen Ansicht schneller, welche screen-Sitzung welche Aufgabe hat. Mit dem Befehl Strg+a :sessionname Sitzung1 erhält die laufende Sitzung den Namen “Sitzung1” und die Ausgabe von screen -ls ist dann:

There are screens on:
	4172.tty2.paradise	(Attached)
	10711.Sitzung1	(Detached)
2 Sockets in /var/run/screen/S-jens.

Jetzt wisst ihr u.U. schneller, welche der beiden Sitzungen die richtige ist.

Mit mehreren Nutzern arbeiten

Eines der weiteren beeindruckenden Eigenschaften von screen ist, dass verschiedene Leute in einer Sitzung arbeiten können. Falls ihr das selbst mal testen wollt, setzt zunächst die Konfigurationsvariable multiuser auf “on”. Damit wird der Mehrnutzerbetrieb grundsätzlich möglich gemacht. Eine weitere Hürde ist das SUID-Bit. Damit ein anderer Benutzer die screen-Sitzung mit benutzen kann, muss screen das SUID-Bit tragen. Insbesondere unter Sicherheitsgesichtspunkten sollte daher genau überlegt werden, wie und ob das überhaupt gemacht werden soll. Ich würde die Datei /usr/bin/screen in eine neue Datei kopieren und nur der Kopie das SUID-Bit verleihen. Ein zusätzlicher Cronjob kann dann dafür sorgen, dass die Datei wieder gelöscht wird. Die genaue Verfahrensweise sollte aber von euch abhängen.

Wenn ihr die obigen Schritte vollzogen habt, könnt ihr dann Nutzerrechte innerhalb von screen vergeben. Mittels Strg+a :addacl screener weist ihr dem Nutzer screener das Recht zu, auf eure screen-Sitzung zuzugreifen. Der Nutzer darf dabei alles, was ihr auch dürft. Wenn ihr die Rechte einschränken wollt, müsst ihr mit chacl bzw. aclchg arbeiten. Eine genaue Beschreibung dieser Einstellung findet sich in der Manpage.

Bildschirm teilen

Das Programm screen kann auch den Bildschirm horizontal teilen. Die Tastaturkombination Strg+a S ist der Weg zum Ziel. Mittels Strg+a TAB wechselt screen zwischen den Bildschirmhälften. Die untere Hälfte ist zunächst leer. Wenn ihr den Cursor dort plaziert, könnt ihr einfach ein Fenster durch Strg+a $NUMMER (bzw. einen äquivalenten Befehl) wählen und schon wird dieses Fenster angezeigt. Mit Strg+a TAB springt der Cursor zwischen beiden Teilen hin und her. Wenn ihr dann beschliesst, dass doch ein großes Fenster reicht, gebt Strg+a Q ein und die Halbierung ist verschwunden.

Bildschirminhalte kopieren

Ein weiteres sehr nützliches Merkmal von screen ist das Kopieren von beliebigen Bildschirminhalten. Der Kopiermodus kann standardmäßig mit Strg+a [ aktiviert werden. Danach kann der Cursor mit ähnlichen Navigationskommandos wie im vi bewegt werden. In der Manpage zu screen findet sich eine detaillierte Aufstellung (Suche nach Movement keys). Nachdem der Startpunkt gefunden wurde, markiert ihr die zu kopierende Region mit der Leertaste und bewegt den Cursor bis zum Ende der zu kopierenden Region. Danach wieder ein Druck auf die Leertaste und der Inhalt wurde in einen Buffer kopiert. Dieser kann dann an anderer Stelle mittels Strg+a ] eingefügt werden.

Manchmal ist es auch vonnöten, einen Abzug des Bildschirms zu erstellen. Dies könnt ihr durch Strg+a h erreichen. Screen legt dann eine Datei hardcopy.0 an. Darin findet sich der Inhalt des Bildschirms und kann weiterverwendet werden.

Konfiguration

Wie ich bereits schrieb, wird die Konfiguration in der Datei .screenrc abgelegt. Screen ist eines der Programme, die sich durch eine Vielzahl an verschiedenen Konfigurationen sehr individuell steuern lassen. Aus meiner Sicht sind die einstellbaren Tastaturkombinationen recht interessant. Da ich Dateien gern mit dem Editor vim bearbeite, habe ich folgende Zeile in meine .screenrc aufgenommen: bind V screen -t EDIT vim. Dadurch kann ich mittels Strg+a V den vim aufrufen. Der Parameter -t sorgt dafür, dass das so aufgerufene Fenster noch einen entsprechenden Titel erhält. Auf diese Weise lassen sich diverse individuelle Tastaturkombinationen anlegen. Wer eine bereits voreingestellte wieder abschalten will, kann einfach bind H in die .screenrc aufnehmen. Damit verliert Strg+a H seine Bedeutung.

Wer an einer wackeligen Internetverbindung sitzt und daräber screen nutzt, wird die Einstellung autodetach on zu schätzen wissen. Dies sorgt dafür, dass beim Abbruch der Verbindung die screen-Sitzung automatisch abgehangen wird.

Oben schrieb ich, dass ihr durch Strg+a w eine Übersicht der bestehenden Fenster anzeigen lassen könnt. Diese Informationen lassen sich auch permament einblenden. Screen kennt dazu die Einstellungen caption und hardstatus. Beide können sehr individuelle Werte, von den aktien Fenstern über Zeit und Systemload bis hin zur Ausgabe von Skripten, anzeigen. Diese Ausgabe kann auch noch durch Vorder- und Hintergrundfarben verfeinert werden. Hier solltet ihr selbst mal ein wenig rumspielen, was alles möglich ist bzw. was euch hier am besten gefällt.

Weiterhin existieren noch sehr viele weitere Einstellungsmöglichkeiten. Diese würden jedoch den Umfang der Einführung sprengen. Ich empfehle euch, mal einen Blick in die Manpage zu werfen bzw. im Netz nach verschiedenen .screenrc-Dateien zu suchen. Gerade aus letzteren Könnt ihr euch einige Anregungen entnehmen.

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig Appetit auf screen gemacht und ihr probiert das Programm bald selbst mal aus.

Ein Hündchen fürs Linux

Wer sich den Inhalt einer Datei anschauen will, kann das u.a. mittels cat tun. Daniel Gebhart schreibt heute, dass es auch dog gibt. Apt-cache beschreibt das als:

Description: Enhanced replacement for cat
dog writes the contents of each given file, URL or standard input to standard output. It currently supports file, http and raw URLs. It is designed as a compatible, but enhanced replacement for cat.

Ich bin ja gespannt, ob sich das jemals durchsetzen wird.

Prüfungsvorbereitung

Das Wintersemester ist nun zu Ende und die Prüfungszeit beginnt. Für mich startet die Saison morgen früh mit elementarer Wahrscheinlichkeitsrechnung. Dies ist wahrscheinlich die einzige Klausur während meines Studiums, wo ich wirklich einen Taschenrechner brauche. Tja, und hier kommt Murphy ins Spiel. Als ich nämlich heute noch ein paar Aufgaben rechnen will, gibt der Rechner prompt den Geist auf. Das kann ja nur ein gutes Omen sein ...

Was ist 09599?

Beim Shopblogger musste ich heute trauriges lesen. Die Postbeamte seines Vertrauens wusste nicht, dass es in Deutschland Postleitzahlen gibt, die mit einer 0 beginnen. Konkret ging es dabei um die 09599, die PLZ meines Heimatgebietes Freiberg/Sa.. Liebe Frau von der Post, wir haben jetzt schon 13 Jahre die neuen Postleitzahlen (Erinnert sich noch jemand an Fünf ist Trümpf mit Post-Rolf?) und langsam sollte es sich doch auch in den hintersten Winkel rumgesprochen haben, wie die Postleitzahlen aussehen (inbesondere bei der Post selbst).

Wer Freiberg/Sa. (noch) nicht kennt, dem empfehle ich, einen Blick auf den Eintrag in der Wikipedia zu werfen bzw. selbst einmal hinzufahren. Aus meiner (subjektiven) Sicht ist Freiberg eine sehr schöne Stadt mit sehr viel Geschichte. Außerdem werdet ihr dort auch die älteste montanwissenschaftliche Universität finden. Die Bergakademie wurde 1765 gegründet und auch heute noch könnt ihr dort studieren. Ich denke, Freiberg und Umgebung ist durchaus ein Besuch wert. Vielleicht sollte die Post mal einen Betriebsausflug dahin machen. ;-)

Sparen für das Haus

Ich hatte meine Gedanken zur Hausfinanzierung schon niedergeschrieben. Fraglich bleibt nur noch, wie man das Geld ansparen kann. Die Möglichkeiten sind hier schier endlos. Ich bin ein Freund von Aktien(fonds). Daher habe ich mal ein wenig mehr Zahlenspielerei betrieben.

Im allgemeinen sollte man bei dieser Anlageform bedenken, dass Aktien(fonds) ein recht erhebliches Risiko mitbringen. Wer Gelder in solchen Investments anlegt, sollte das nur tun, wenn er das Risiko kennt und einschätzen kann.

Bei der Berechnung interessierte mich insbesondere, wie sich ein Sparplan in den Extremjahren 1996—2003 entwickelte. Dazu nahm ich an:

  1. Ein Sparer beginnt mit seinem Sparplan im Jahr 1995 und ist genau zum Höchstpunkt 2000 fertig. Ab dieser Zeit beginnen die Entnahmen.
  2. Ein Sparer beginnt genau auf dem Hoch 2000 mit dem Sparen und die Auszahlphase beginnt 2005.
  3. Variation in den Jahren vor 2000

Bei allen Rechenbeispielen gehe ich davon aus, dass monatlich 500 € gespart werden (orientiert am Kredit des anderen Blogeintrags). Dieser Betrag wird in den DAX investiert und mit 5% Ausgabeaufschlag belegt. Weitere Gebühren fallen im Rechenbeispiel nicht an. In der Realität wird die Bank jedoch noch Depotgebühren erheben. Andererseits bieten viele Banken ermäßigte Ausgabeaufschläge an, so dass sich beide Effekte mind. aufheben sollten. Den DAX habe ich deswegen als Sparziel gewählt, weil hier verlässliche historische Daten vorliegen. Ein guter Fonds sollte auch mind. so gut sein, wie der entsprechende Index. Wobei dieses Ziel von dem Großteil der Fonds verfehlt wird. Eine gute Vorauswahl ist deshalb von nöten.

Im ersten Beispiel beginnt die Sparphase 1995 und endet im März 2000. Natürlich wird so die komplette Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt mitgenommen. Nach fünf Jahren stehen neben dem eingezahlten Betrag von 30.000 € nochmal 33.700 Euro an Kursgewinnen zur Verfügung. Somit beginnt die Auszahlphase bei insgesamt 63.700 €. Im Zuge des Verfalls des Aktienmarkts und auch durch die Auszahlungen von jährlich 1.800 € schmilzt dieses Kapital bis auf 17.500 € zusammen. Also nach fast genau zwei Jahren ist vom ursprünglichen Kapital nur noch ein Viertel übrig. Die anschliessende Erholung führt dazu, dass das Kapital wieder über 30.000 € gestiegen ist. Wie es weitergeht, steht in den Sternen ...

Das zweite Beispiel beginnt mit dem Sparen auf dem Hochpunkt der Börsen im Jahr 2000. Nachdem fünf Jahre ins Land gegangen sind, stehen 29.200 € auf dem Konto. Der Sparer hat weniger zur Verfügung als er eingezahlt hat. Im Jahr 2005 begann die Kreditaufnahme. Im Rahmen der Tilgung werden wieder jedes Jahr 1.800 € aus dem Fondsvolumen entnommen. Trotz dieser Entnahmen stehen zum Ende Januar 2006 36.000 € zur Verfügung.

Zuletzt habe ich den Zeitrahmen ein wenig hin- und hergeschoben. Nach meinen Berechnungen traf es einen Sparer am unglücklichsten, wenn er in den Jahren 1997/8 mit dem Sparplan begann. Auch hier war er am Ende der Sparzeit im Verlust. Die Kreditaufnahme erfolgte dann mitten in der Abschwungphase. Da keine Zinsen bzw. Kursgewinne zustande kamen, wurde also Substanz entnommen. Im schlimmsten Fall schmolz das Kapital bis auf knapp über 10.000 &uro; ab und auch trotz der eingesetzten Erholung an den Börsen hat es der Anleger nicht geschafft, wieder auf den ursprünglich eingezahlten Betrag zu kommen.

Ich denke, an den drei Beispielen kann man doch sehr schön erkennen, wie eine Anlage in Aktien(fonds) einen Anleger ins Schwitzen bringen kann. Wenn ich allerdings auf den Kursverlauf meines Lieblingsfonds schaue, wäre eine derartig krasse Kursentwicklung nicht passiert. Das Management hat es hier geschafft, nicht den kompletten Abschwung am Aktienmarkt mitzunehmen. Dafür haben sie in den Tiefs wieder gut investiert und erzielten so zweistellige Steigerungsraten.

Es gibt hier eben sehr viele Faktoren, die für oder gegen eine solche Anlage- bzw. Finanzierungsstrategie sprechen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, obige Sparmethode für die Finanzierung seines Hauses einzusetzen, sollte zum einen sich gründlich über die Risiken informieren und ihm sollte auch klar sein, dass keinerlei Gedanken- oder Rechenbeispiele so eintreffen können. Im schlimmsten Falle sollte er die Raten des Kredites auch ohne die Zugabe aus dem Aktienfonds zahlen können.

Vielleicht sind die zwei Beiträge doch für den einen oder anderen hilfreich und er macht sich im voraus Gedanken über die Optimierung seiner Finanzierung.

Menschen bei Maischberger zur totalen Überwachung

Gestern stiess ich durch Zufall auf die Sendung Menschen bei Maischberger. Thema der Sendung war Der gläserne Bürger – Droht uns die totale Überwachung? mit dem bayrischen Innenminister Beckstein, dem Datenschutzbeauftragten Schaar, der Grünen Ditfurth, der Schauspielerin Hoger, dem Internetpionier Weigend und dem Kriminalbeamten Jansen. Wie zu erwarten, vertraten sowohl Ditfurth als auch Schaar die These der Sendung. Beckstein und Jansen hingegen argumentierten so, dass sie diese für Terrorismus- und Kriminalitätsbekämpfung brauchen. Die gesamte Diskussion wurde aus meiner Sicht sehr impulsiv geführt. Gerade Jutta Ditfurth bekam oft kaum die Gelegenheit, ihre Positionen zu formulieren und ihr wurde einfach ins Wort geredet. Dadurch wurden wohl viele gute Argumente einfach im Keim erstickt. Interessanterweise gab sich Günther Beckstein recht liberal und als die Diskussion in Richtung Überwachung durch die Privatwirtschaft kam, konnte man schon fast den Eindruck gewinnen, dass da nicht Beckstein, sondern ein Datenschützer sitzt.

Gegen Ende der Sendung stiess dann Andreas Weigend hinzu. Er war lange Zeit als Chief Scientist bei Amazon und lehrt nun in Shanghai und Stanford. Weigend redete zwar viel, hatte aber wenig zu sagen. Letztlich versuchte er den offenen, modernen Internettypen zu mimen, der auch auf seiner Daten alle möglichen Daten über sich preisgibt.

Alles in allem brachte die Sendung für mich wenig neues. Aber ich denke, es ist gut, dass das Thema so in eine breitere Öffentlichkeit gelangt.

Immobilien intelligent finanzieren

Kürzlich unterhielt ich mich mit jemandem über die Finanzierung von Immobilien. Seiner Meinung ist es wohl in der Regel so, dass man sich recht langfristig über den Kauf eines eigenen Hauses im klaren ist und demzufolge auf die Suche nach einem Haus geht. Die meisten der Interessenten kümmern sich in dieser Zeit meist nicht um eine Finanzierung des Ganzen. Erst wenn sie sicher sind, welches Haus an welchem Standort es sein soll, geht man zur Bank. Ein kleinerer Teil geht vielleicht noch zu einer Bausparkasse. Aber das wars dann schon. Die Frage ist nun, wenn ich schon weiß, dass ich ein Haus kaufen will, wie kann ich das intelligent anstellen?

Natürlich sollte man schon vorher beginnen zu sparen. Angenommen das künftige Heim kostet 120.000 Euro. Derzeit bekommt man eine langfristige Immobilienfinanzierung für ca. 4 % (mit zehn Jahren Zinsbindung). Wenn man noch annimmt, dass später ein Prozent Tilgung fällig werden, ergibt sich eine monatliche Kreditrate von 500 Euro. Dieses Geld sollte der Interessent schon jetzt in die Hand nehmen und in eine Sparform seiner Wahl anlegen. Denn wenn derjenige nun schon mehrere Jahre regelmäßig diesen Betrag einzahlt, hat er sich zum einen schon an die Belastung gewohnt und er kann ziemlich sicher sein, dass er dies auch beim Hauskredit durchhalten wird. Andererseits ist dann schon ein hübsches Sümmchen als Kapital zur Verfügung.

Wenn nun fünf Jahre ins Land gegangen sind, hat man schon ein Viertel der Summe als Eigenkapital zur Hand. Doch was ist nun eine gute Lösung für den aufzunehmenden Kredit?

  1. Das Geld weiter angelegt lassen und aus den Zinseinnahmen (plus eventuelle Entnahmen aus dem Kapital) eine erhöhte Tilgung finanzieren.
  2. Einen um die angesparte Summe reduzierten Kredit aufnehmen.

Ich habe mal ein wenig rumgerechnet und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:
Der oben geschilderte Regelfall lebt einfach in den Tag hinein, geht zum passenden Zeitpunkt zur Bank und nimmt einen Kredit zu vier Prozent plus einem Prozent Tilgung auf. Nach meinen Berechnungen1 müssen in dem Fall ungefähr 125.000 Euro an Zinsen gezahlt werden und es dauert in etwa 35 Jahre bis der Kredit bezahlt ist.

Im oben geschilderten ersten Fall hat der Sparer am Ende der fünf Jahre 30.000 Euro plus Zinsen zur Verfügung. Aus diesem Geld entnimmt er jährlich 1.800 Euro und tilgt mit einer Rate von 2,5%. Dadurch ist er zehn Jahre früher als der “Standardfall” fertig und hat nur 70.000 Euro an die Bank gezahlt.

Eine letzte Möglichkeit wäre nun, dass gesparte Geld nehmen und den Kredit um den Betrag reduzieren. Hier hätte man wiederum die Möglichkeit, mit einem Prozent zu tilgen. Dies wären ca. 400 Euro pro Monat. Andererseits liesse sich argumentieren, dass man früher 500 Euro erbracht hat und sich das weiter leisten kann. Im ersten Fall (ein Prozent Tilgung) zahlt er seinen Kredit wiederum nach ca. 35 jahren zurück und hat diesmal 95.000 Euro an Zinszahlung erbracht. Im zweiten Fall zahlt er 2,7% Tilgung. Dadurch ist er in etwa nach 23 Jahren fertig und hat nur ca. 50.000 Euro Zinsen gezahlt.

Also von der reinen Zinsseite betrachtet, wäre der letzte Fall der günstigste. Jedoch hat man am Ende der Laufzeit keinerlei Kapital mehr zur Verfügung und muss nun beginnen zu sparen. Hat man seine Tilgung jedoch, wie oben geschildert, aus den laufenden Zinszahlungen der Anlage finanziert, bleibt im Normalfall am Ende der Laufzeit ein Rest übrig. Je nach Verzinsung der Anlage kann das viel oder wenig sein. Daher kann und will ich hier keine genaueren Zahlen liefern. Wenn man unter alle vier Modelle nach 35 Jahren nun einen Schlussstrich zieht und betrachtet, wer effektiv mehr in der Tasche hat, schätze ich, dass es der vorgenannte Fall ist. Ein paar Testrechnungen bestätigen das auch. Es könnte also durchaus lohnenswert sein, der Bank ein paar mehr Zinsen zu “gönnen” und trotzdem hat man am Ende mehr in der Tasche.

Natürlich muss sich so ein Modell jeder selbst durchrechnen und je nach Form der Anlage, der Verzinsung, der dann herrschenden Zinssutation etc. kann sich auch ein anderes Bild ergeben. Aber wenn jemand vor hat, ein Haus zu erwerben und eben noch einige Jahre Zeit ist, halte ich das für ein recht interessantes Modell.

1
Diese sind eher als grober Anhaltspunkt zu verstehen, da ich einige vereinfachende Annahmen getroffen habe.

Kommerz

Wie der aufmerksame Besucher bemerkt habt, zieht auf Teilen meiner Seiten ein wenig der Kommerz ein. Der Traffic meiner Seiten hat sich zuletzt um ein mehrfaches erhöht und so will ich versuchen, die dadurch entstehenden Mehrkosten wieder aufzufangen. Nutzer von RSS-Readern sind nicht betroffen und können weiterhin alles werbefrei geniessen. Das Ganze ist zunächst als Experiment gedacht und hat keinen Anspruch darauf, immer zu bleiben. Sollte ich allerdings damit die erst^Wdritte Million verdienen, werde ich auch versuchen, die vierte damit zu verdienen. :-)

Trauer um Hans Dobbertin

Einer Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum ist zu entnehmen, dass Hans Dobbertin, einer der bedeutendsten deutschen Kryptologen, verstorben ist. Dobbertin erlangte während seiner Arbeit am BSI zu großem Ruhm, nachdem er eine Kryptoanalyse zu MD4 veröffentlichte und zeigte Mitte der 90er auch erste Schwachstellen im Nachfolger MD5 auf. Zuletzt war er Professor an der oben genannten Universität und hatte den Lehrstuhl für Informationssicherheit und Kryptologie inne. Hans Dobbertin verstarb im Alter von 53 Jahren an einer Krebserkrankung.

Vortrag zu GIMP

Die Linux User Group in Jena hat für das laufende Jahr wieder einige interessante Vorträge geplant. Der erste in dieser Reihe wird morgen stattfinden. Roman Joost, bekannt als Autor des GIMP-Handbuchs, wird den Zuhörern einen Ein- und Überblick in die Arbeit mit dem Bildbearbeitungsprogramm geben. Wer sich den Vortrag gern anhören möchte, ist gern eingeladen am Donnerstag, den 2006-02-09, um 19:00 Uhr in den Raum 317 in der Carl-Zeiss-Str. 3 Jena zu kommen.

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