Skip to content

Google und meine Privatsphäre

Ich nutze neben OpenBC auch Orkut. Als ich mich heute wieder mal einloggen wollte, stellte ich mit Erstaunen fest, dass man nun einen Google Account benötigt. Natürlich will Google auch einen Cookie setzen. Damit ist es unter Umständen möglich, meine komplette Suchhistorie sowie die Netzwerkinformationen und eben alles, was ich noch über Google mache, zu aggregieren. Was das bedeutet, wird immer mal wieder in den Medien diskutiert und ist eine Vorstellung, die mir nicht unbedingt gefällt. Insofern überlege ich sehr stark, meinen Orkutaccount dicht zu machen.

Die Insel

Gestern abend war mal wieder Kino angesagt. Wir hatten uns den Film “Die Insel” herausgesucht. Ich hatte dazu bereits in Dänemark im Kino Werbung gesehen und hoffte auf einen entspannenden Actionabend.

Story

Die Geschichte des Filmes ist kurz erzählt. Ewan McGregor alias Lincoln 6Echo spielt einen Menschen, der innerhalb einer sterilen Atmosphäre aufwächst. Denn, so wird ihm erzählt, ist die Außenwelt “kontaminiert” und alles Leben außerhalb kann nicht existieren. Na gut, nicht ganz alles. Denn da gibt es eine Insel auf der noch unbeschwertes Leben möglich ist und alle Einwohner hoffen irgendwann mal in der großen Lotterie den Transfer zur Insel zu gewinnen. Doch Lincoln stellt zuviele Fragen und findet heraus, dass das alles eine große Lüge ist. Vielmehr werden Menschen als Ersatzteillager für reiche Menschen gezüchtet. Wenn dem Sponsor was passiert, muss sein Ebenbild dran glauben. Nachdem er dies herausfindet, folgt die Flucht mit seiner Begleiterin, zahlreiche Actionszenen und die Rückkehr auf den Stützpunkt. Dort rettet er dann alle.

Meine Meinung

Ich verliess das Kino recht enttäuscht. Denn mein Traum von einer entspannenden Abendunterhaltung verpuffte so langsam während des Films. Meine wesentlichen Kritikpunkte hier sind:

  1. Product Placement: Schon zu Beginn des Filmes wird zu vordergründig Werbung für diverse Firmen getrieben. So trägt der Held des Filmes Pumaschuhe, sucht bei msn Search und die Welt besteht nur noch aus Chryslers. Natürlich passiert dies bei nahezu allen Filmen. Doch hier war mir das Ganze zu platziert und vordergründig.
  2. schlecht erzählte Geschichte: Zu keinem Moment hat es der Film vermocht mal Spannung aufzubauen. Vielmehr wusste ich zu jedem Zeitpunkt, was wohl als nächstes passieren wird und prompt trat das dann auch ein. Die Geschichte sollte hier meiner Meinung eher als Klebstoff für die Actionszenen herhalten.
  3. Kameraführung: Einige Actionszenen hätten wirklich das Zeug gehabt, für Spass zu sorgen. Doch die hektische Kameraführung machte dann auch das zunichte. Dadurch verlor ich immer wieder den Überblick, von welchem Standpunkt ich die Szene gerade sah und wenn der Überblick da war, rauschten die Bilder weiter und machten wieder alles kaputt.
  4. Logik: Irgendwie scheint auch niemand den Film auf Logik überprüft zu haben. Einerseits rauschen da fliegende Fahrzeuge durch das Jahr 2019, andererseits fahren auf der Autobahn nagelneue GMCs und Volvos aus dem Jahr 2005 herum. Das Krasseste aus meiner Sicht war jedoch das Ende. So wird den Menschen das Leben lang erzählt, dass die Außenwelt tot und kontaminiert ist. Als der Übeltäter tot ist, rennen alle begeistert und ohne zu Zögern nach draußen.

Aus meiner Sicht war das einer der schlechtesten Filme, die ich in letzter Zeit (oder vielleicht sogar überhaupt) gesehen habe.

Herzlichen Glückwunsch Faltboot

Laut der Berliner Zeitung wird das Faltboot heute 100 Jahre. Da kann ich diesem nur herzlich gratulieren.

Unser eigenes Boot ist leider “nur” knapp 30 Jahre. Aber in dieser Zeit hat es schon einen Marathon, diverse Besuche im Spreewald und auf der Mecklenburger Seenplatte mitgemacht. Leider liegt es nach einem unerfreulichen Vorfall auf Trockendock und wartet auf Reparatur. Wenn es dann wieder in Ordnung ist, so hoffe ich, dass es noch viele Bootswanderungen mitmacht. Auf das unser Boot auch 100 Jahre alt werden möge!

Wen soll ich wählen?

Bei Heise entdeckte ich heute die Meldung, dass der Wahl-O-Mat wieder online ist. IMHO ist das ein guter Test, um seine Meinung mit den Parteimeinungen abzugleichen. In der Vergangenheit waren immer wieder gestandene Wähler der Partei XYZ überrascht, dass ihre Auffassungen eher mit Partei ABC zusammen passen. Natürlich sollte man nicht unbedingt seine Entscheidung festmachen. Aber ein guter Kompass ist allemal. Mein Kompass wies dieses Jahr in Richtung FDP: Auswertung des Wahl-O-Mat

Neue Software

Nach den diversen Löchern in Wordpress hatte ich über eine andere Software nachgedacht. Die Empfehlung ging eindeutig in die Richtung s9y und ich liess mich, wie auch dkg, überzeugen. Seit heute ist nun S9Y hier im Einsatz und ich war von Beginn an begeistert. Ich kann wirklich nur allen raten, dieses Stück Software zu probieren.

Der einzige Nachteil ist, dass ich für alle Artikel ein manuelles Rewrite machen muss. Denn die Artikelnummern aus Wordpress stimmen nicht mit denen aus S9Y überein. Und ich glaube nicht, dass man mit mod_rewrite auch rechnen kann.

Bewerbungen

Eines schönen Tages im Sommer 2002 fand ich in einer Jobbörse ein Stellenangebot. Mir gefiel die Stelle und so bewarb ich mich darauf. Kurze Zeit später erhielt ich von der Firma einen Brief, dass meine Bewerbung eingegangen sei und ich mich gedulden soll. Ähnliche Schreiben kamen dann aller ein bis zwei Monate und versiegten irgendwann. Auch ich vergass die Bewerbung wieder und war längst auf zu neuen Ufern als dann ein Jahr später eine Einladung zu einem Gespräch eintraf. Da die Firma in der Nähe war, wollte ich mir das Gespräch nicht entgehen lassen und fuhr hin. Im Verlauf des Gesprächs erfuhr ich, dass die Stelle bereits vergeben ist (welch Wunder nach einem Jahr!). Aber die Firma wollte ein neues Projekt starten und mein Profil passte da wohl rein. Letztlich verblieben wir so, dass sich die Firma ein paar Wochen später wieder meldet. Ich war danach doch sehr gespannt, wie lange ein paar Wochen in deren Terminologie sind. Heute erfuhr ich endlich die Antwort: über 100 Wochen.

Ganze drei Jahre nach meiner ersten Bewerbung erhielt ich heute doch eine Absage. Schade, eigentlich hatte ich ja gehofft, wieder zu einem Gespräch eingeladen zu werden und evtl. kurz vor meinem Rentenalter den Einstellungsvertrag zu unterschreiben. :-)

Jagen

Gestern abend hatte ich noch eine nette Unterhaltung mit einem passionierten Jäger. Normalerweise nutzt man zur Jagd ein Gewehr (so ist zumindest meine Vorstellung). Doch er gehört zu den wenigen Leuten, die Tiere mit Pfeil und Bogen erlegen. Als ich davon hörte, glaubte ich, dass dies recht brutal zugeht. Denn in meiner naiven Vorstellung sah ich jemanden, der mit einer geschnitzten Weidenroute und darum gespannter Schnur loszieht. Solche Pfeile bleiben dann natürlich zwangsläufig im Körper stecken und verursachen Schmerzen. Seine “Werkzeuge” waren jedoch komplett anders. Die Pfeilsitze sah aus, als ob dies zwei gekreuzte Rasierklingen sind. Die sind dann auch entsprechend scharf. Auch ist der Bogen eher im Bereich High-Tech anzusiedeln. Alles in allem erreicht der Jäger damit recht hohe Geschwindigkeiten und der Pfeil bleibt keineswegs im Tier stecken. Vielmehr ist es wohl so, dass es bei der Jagd meist einen Durchschuss gibt. Im Gegensatz zu Schussverletzungen spüren die Tiere wohl oft kaum etwas vom Treffer. Sie bleiben wohl vielmehr stehen, schauen ein wenig erschreckt und machen erstmal weiter. Wenn der Schuss gut sitzt, führt das dazu, dass das Tier langsam verblutet und nach einer Weile einfach umfällt. Falls nicht, hat es eine Verletzung, die nach einigen Tagen wieder abheilt. Für mich klang das so, als ob das Jagen mit Pfeil und Bogen wesentlich tierfreundlicher ist, als das Jagen mit Gewehr. Denn nach einem Schuss rennt das Tier meist noch weg, schüttet Stresshormone aus und, falls der Treffer nicht richtig sitzt, hat es noch dauernde Verletzungen, an denen es am Ende qualvoll stirbt.

Svenborg und Dänemark

Meine Frau ist mittlerweile international viel auf den Beinen und arbeitet diese Woche mal in Dänemark. So habe auch ich mich kurzfristig entschieden, mitzukommen und verbringe diese Woche auf Tåsinge bzw. in Svendborg (Svendborg bei Wikipedia). Während Heidi die Zahl der in Dänemark tätigen Kieferorthopäden kurzfristig um 5% erhöht, ziehe ich es vor, mich als Tourist zu verkleiden. So ziehe ich mich ann sonnige Plätze zurück und lerne ein wenig für meine nächste Klausur bzw. schmökere in meinem neuesten O’Reilly-Buch “Linux Server-Sicherheit”. Alle, die auf Antworten ihrer E-Mails warten, muss ich noch etwas vertrösten. Erst in der nächsten Woche werde ich wieder sinnvoll auf E-Mails antworten können. (Internetcafes sind nicht unbedingt der Ort, in dem man verschlüsselte E-Mails lesen bzw. irgendwelche SSH-Sitzungen aufmachen will.) Svenborg ist an sich ein kleiner Ort mit etwas über 40.000 Einwohnern. Allerdings ist er nach Roskilde der zehngrösste Ort des Landes. Hier gibt es ein nettes Stadtzentrum mit den typischen roten Backsteinhäusern und natürlich viele Boote. Wir finden auch die Tatsache, dass in den Kinos Originalfilme mit Untertiteln kommen, sehr ansprechend. So haben wir gestern gleich die Gelegenheit genutzt und schauten uns The hitchhikers guide to the galaxy an. Es ist in der Tat wirklich besser solche Filme im Original zu sehen, da zum einen diverse Gags besser rüber kommen und andererseits habe ich den Film auch wesentlich besser verstanden als die deutsche Version. Eine weitere Tatsache, die mir bei den Leuten hier sofort gefällt, dass jeder, den ich bislang traf, auch englisch kann. Das erleichtert die Kommunikation enorm. In Svendborg sind derzeit Festspiele, bei denen allerdings zumeist lokale Musik gespielt wird. Heute abend gibt es ein wenig Jazz vom Pierre Dørge + New Jungle Orchestr auf die Ohren und das werden wir uns mal anhören. Am Wochenende werden wir noch einen Abstecher nach Kopenhagen und evtl. Malmö machen und am Sonntag geht es dann wieder ab nach Jena.

Informatik geschafft

So jetzt habe ich erstmal Zeit zum Aufatmen. Flo hat es vorgemacht und ich habe nun heute auch Informatik 4 hinter mir. Im Gegensatz zu den sonstigen Vordiplomsprüfungen war diese schriftlich. Bei ca. 70 Leuten ist natürlich eine mündliche Prüfung für den Professor kein Spaß. Wir wurden über das gesamte Spektrum abgefragt, von Grammatiken und Sprachen bis hin zu P/NP-Problemen. Ich hätte gern noch zehn Minuten länger Zeit gehabt. Denn so blieb eine Teilfrage unbeantwortet. Aber trotzdem glaube ich, dass ich eine gute Note erhalten werde. Dann kann ich mich jetzt ja in Ruhe auf meine weiteren Prüfungen vorbereiten.

OpenBC

Vor einigen Tagen erhielt ich eine Einladung zu OpenBC und entschied, mal ein wenig damit herumzuspielen. OpenBC ist ähnlich wie auch Orkut eine Plattform für die Bidlung von Netzwerken. Alles in allem traf ich dort mehr Bekannte als bei Orkut. Im wesentlichen liegt das wohl daran, dass Orkut mehr auf Geeks abzielt, während OpenBC mehr businesslastig ist und eine Vielzahl meiner alten Bekannten eher aus dieser Welt kommen. Wer OpenBC mal ausprobieren möchte, darf sich sich hiermit eingeladen fühlen.

Eindrücke aus den USA

Nach den in etwa zwei Wochen, die ich quer durch die USA reiste, hat sich bei mir ein gemischtes Bild der USA und ihrer Bevölkerung ergeben. Unten findet ihr eine erste Zusammenfassung meiner Eindrücke. Weitere werden eventuell noch folgen:

Ein- und Ausreise

Nach allem, was man so vorher hörte, stellte ich mir die Einreise in die USA recht kompliziert vor. Schon in der Vergangenheit nervten die Beamten immer durch ihr Auftreten und die Fragerei. Doch zuletzt wurden Leuten z.T. aus obskuren Gründen die Einreise verweigert. So waren wir sehr gespannt, was uns dort erwarten würde. In der Schlange zum Immigration Officer standen sechs Leute vor uns und die Beamte schien auch oberkorrekt zu sein. Zwei der Leute wurden sogleich auch in ein Extrabüro abgeführt. Keine Ahnung, was dort mit denen passierte. Wir wurden mit der Frage konfrontiert, was wir wirklich in Indiana wollten. Das Land sei schliesslich das langweiligste der USA und sicher kein Land zum Urlaub machen. Glücklicherweise hatte ich vorher etwas über Land und Leute gelesen und konnte ihr so erzählen, wie toll doch Indiana ist. :-) Als ich auch noch Chicago erwähnte (Ja, ich weiß, dass die Stadt nicht in Indiana liegt.), meinte sie: Chicago is nice. und auf meine Frage, was sie denn dort empfehlen könne, taute sie schliesslich völlig auf. Leider kamen wir dann trotzdem nicht um die Abgabe des Fingerabdrucks und das Foto herum. Aus meiner nun erlebten Sicht finde ich diese Massnahmen doch äusserst zweifelhaft. Die Nachbildung von Fingerabdrücken ist problemlos möglich und keine der Beamten, die ich beobachtete, haben den Finger angeschaut. Man legt lediglich den Finger auf einen kapazitiven Scanner und das wars. Insofern sollte das für Leute, die wirklich Böses vorhaben kein Hindernis sein. Zumal bei der Einreise von Kanada aus offensichtlich keine Abdrücke (oder nicht immer) genommen werden. Als wir von Kanada aus wieder in die USA einreisten, schien auch die Beamte dort etwas lustlos zu sein. Sie fing wieder mit der Fragentour an und meinte dann nach drei Fragen zu ihrem Kollegen: Die gesamte Fragerei ist mir völlig egal. und gab uns die Ausweise zurück. Auch die Ausreise war relativ locker. Ich empfand die Kontrollen dort als weniger streng als beim Abflug in Frankfurt. Alles in allem denke ich, dass man wohl nur die gefühlte Sicherheit erhöhen will. Aus meiner Sicht haben die Massnahmen keinen großen Einfluss auf die Erhöhung der Sicherheit.

Menschen

Das Erste, auf das man dann trifft, sind die Amerikaner. Alles in allem hat sich auch hier mein früherer Eindruck weitestgehend bestätigt. Die Leute sind im wesentlichen alle nett und immer zu einem Schwatz aufgelegt. Wir haben mehrmals an der Straße gestanden und überlegt, was wir nun tun. Dabei kam dann meist eine Person, die fragte, ob wir was suchen oder sie uns helfen könne. Auch so trafen wir desöfteren auf Leute, die aus freien Stücken mit uns ein Gespräch anfingen. Ich persönlich fand das angenehm und vermisse das hier in Deutschland ein Stück. Natürlich ergeben sich dadurch nie tiefgreifende Gespräche. Denn wie allseits bekannt, scheitert das wohl schon in der Bildung. Vor uns liefen mal zwei Jungen, die sich über ihren Urlaub unterhielten. Einer der beiden fuhr mit seinen Eltern nach Italien. Darauf der andere: Ah, Italy in Germany. Dazu muss man dann wohl nichts mehr sagen. Ein weiterer Punkt, der mir schon am ersten Tag auffiel, war der unglaubliche Patriotismus. Wir wunderten uns zunächst, dass diverse Fahrzeuge eine Art AIDS-Schleife trugen. Diese war entweder weiß, gelb oder bunt. Beim näheren Hinschauen sahen wir dann die Details: Support our troops Sticker Gerade in der Region um Detroit hatte jedes zweite oder dritte Auto mind. einen Aufkleber. In den anderen Staaten sahen wir die weniger. Doch schätzungsweise zehn Prozent der Wagen hatten den Aufkleber drauf. Besonders krass war ein LKW-Fahrer drauf. Er hatte sich an den Wagen geschrieben: Wir unterstützen unsere Truppen immer und überall. Unsere Feinde haben keine Gnade verdient. Auch bei einem Umzug des Fire Departments von Warsaw bekamen die Soldaten (egal ob Vietnamveteranen, Kriegsversehrte oder Aktive) den meisten Applaus. Ich entschied mich dann auch, spontane Buhrufe zu unterlassen. Da sich das wohl weniger förderlich auf meinen Gesundheitszustand ausgewirkt hätte ... Sehr erholsam war dann der Aufenthalt an der Uni in Ann Arbor. Dort fanden sich noch massenweise Kerry/Edwards-Aufkleber bzw. welche mit dem Spruch Defeat America, defend Bush. Auch trafen wir ein paar Leute, die noch irgendwelche Anti-Bush-Aufkleber trugen. Sie meinten, dass sie sich immer bei anderen für ihr Land entschuldigen würden und hoffen, dass es wohl bald besser würde. Doch gerade am Supreme Court sieht man, dass selbst wenn die Regierung wechselt, dass Land wohl noch eine ganze Weile sehr konservativ regiert bleiben wird.

Medien

Wir kamen überwiegend in den Genuss, lokale Radiosender zu hören. Auch die Fernsehsender in diversen Motels gaben Nachrichten aus der Region zum Besten. Erst in der letzten Woche bekamen wir wieder wesentliche internationale Nachrichten mit. Im Gegensatz zu Kalifornien sendeten die Radiosender hier nicht alle Nase lang Countrysongs, sondern hatten ein sehr abwechslungsreiches Programm zu bieten. Allerdings kamen hier kaum Berichte oder Nachrichten, sondern nur ein Mix aus Musik und Werbung. Was dabei sofort auffiel, dass die Amerikaner ein steigendes Problem mit privater Überschuldung haben. Sowohl im Radio wie im Fernsehen kamen diverse Spots, die versprachen, die Schulden zu senken bzw. sie komplett abzubauen. Offensichtlich ist mit derartigen Diensten Geld zu verdienen. Ob es den Betroffenen nützt, ist eher zu bezweifeln. Eine Reportage hörte ich dann doch im Radio. Dabei wurde über die Neuauflage des PATRIOT Act berichtet. Der Reporter vertrat dann auch die Meinung, dass das alles nicht so schlimm wäre, wie es die Bürgerrechtler darstellen. Es werden wohl nur weniger Massnahmen wirklich über das Gesetz gerechtfertigt und letztlich muss die USA vor dem Terrorismus geschützt werden. Am Vorabend des vierten Juli kam auf Fox dann auch noch ein netter Bericht über Guantanamo. Fox hat wohl als erster Sender exklusiv Zutritt erhalten und berichtete dann, wie gut es die Inhaftierten dort wohl haben. So gibt es eine Art Punktesystem. Je besser sich die Gefangenen verhalten, desto besser werden sie behandelt. Den aktuellen Status eines Gefangenen kann man anhand der Farbe seines Anzugs erkennen. Weiß ist wohl das beste Stadium und orange sind die schlimmsten. Der ganze Bericht roch doch sehr nach Propaganda. Aber was will man von Fox auch anderes erwarten.

Sonstiges

Die Dimensionen sind in den USA immer etwas größer. Zuerst erlebten wir das bei einem Eis. Wir wollten ein mittelgroßes Softeis und bekamen eine derart große Portion, dass wir zwei mit einer problemlos satt geworden wären. Generell entsprechen die kleinen Portionen dort in etwa einer mittleren oder großen hier. Das manifestiert sich dann auch in den Ausmaßen der Menschen. Wer also mal einen richtig dicken Menschen sehen will, soll einfach eine Reise in die Staaten machen.

Mal wieder Internet

Nachdem ich nun knapp 4.000 km durch USA und Kanada gefahren bin, habe ich es mir in der Purdue University gemütlich gemacht und lese erstmal E-Mails. Falls jemand Antworten erwartet, kann ich nur sagen, dass ich wohl heute noch nicht dazu kommen werde. Eventuell klappt es morgen oder dann nächste Woche. Interessanterweise ist es kein Problem, hier ans Netz zu kommen. Ich habe an der Visitorinfo der Uni gleich ein Login für sieben Tage bekommen und hier in der mathematischen Fakultät kann ich sogar ganz problemlos das Netz nutzen und auch noch drucken.

Welche Bibliothek?

Wie man unschwer erkennen kann, will ich mich demnächst in Richtung Nordamerika auf den Weg machen. Neben dem obligatorischen Sightseeing wollte ich dort auch in einer Unibibliothek ein wenig in den Büchern stöbern. Keiner der dortigen Studenten konnte mir allerdings sagen, ob der Zugang frei ist oder ob man irgendwelche Ausweise braucht. Also schreib ich die Bibliothek an und frage, ob es möglich ist, in der mathematischen Bibliothek dort Bücher zu lesen. Die Antwort lautete dann, grundsätzlich ist das kein Problem. Ich soll mich nur vorher entscheiden, in welche der 15 Bibliotheken ich will. Soll ich jetzt noch erzählen, dass die Mathebibliothek ungefähr die Größe der hiesigen “normalen” Unibibliothek hat ...?

Eine Pfingstwanderung mit unerfreulichem Ende

Pfingsten machen wir traditionell mit einigen Freunden einen Ausflug mit unserem Paddelboot. In der Regel findet dies als Wasserwandern im Spreewald statt. Dieses Jahr beschlossen wir, eine Wanderung auf der Elbe zu machen. Am ersten Tag trafen wir uns alle in Dresden-Cotta, bauten dort die Boote auf und setzten noch die Autos zum Zielort um. Kurz nach Mittag waren dann alle Boote (sieben an der Zahl) soweit und bei ersten kleinen Regentropfen ging die Fahrt los. Doch schon nach unserer Mittagspause kurz vor Meißen fing der Regen richtig an und hörte bis zum Ziel auch kaum noch auf. Da war es schön, dass wir in Zadel, einem kleinen Ort an der Elbe, einen Zwischenstop machen konnten. Dort wärmten wir uns in einer Gaststätte auf und labten uns am Lagerfeuer bei Knüppelkuchen. Auf dem letzten Stück wurde ich durch den wieder einsetzenden Regen richtig naß. Da ich nur T-Shirt und Windjacke trug, war mir auch recht kalt. Tja, und so beschloss ich mit Heidi, dass wir nicht zelten werden, sondern lieber eine Nacht im trockenen verbringen. Denn mein Schlafsack ist eher eine dünne Decke und meine letzte Erkältung steckte noch in den Knochen. Am nächsten Morgen stiessen wir dann wieder zu den anderen Paddlern und machten uns zunächst in Richtung Riesa auf. Das Wetter war dabei überwiegend schön. So fanden wir die Gelegenheit, auf einer kleinen Sandbank Halt zu machen. Es ist wirklich sehr erstaunlich, wie viele kleine Buchten es im Laufe der Elbe gibt und es lohnt sich wirklich, mal eine Tour zu machen. Nach Angaben unserer Freunde lohnt es sich speziell hinter Torgau. Da ist man wirklich überrascht, wieviel Ruhe und unbelassene Natur man noch vorfindet. Nach dieser Pause ging es dann gemütlich weiter nach Mühlberg, wo wir bei einem Ruderclub zelten konnten. Die Stadt Mühlberg selbst ist eine recht kleine, aber sehr schöne Stadt. Ein Stadtrundgang lohnt sich. Wir kochten dann in lustiger Runde abends Spaghetti und liessen uns vom wiedereinsetzenden Regen nicht stören. Der nächste Morgen begann mit Sonnenschein und eigentlich schien es ein recht schöner Tag zu werden. Doch wussten wir noch nicht, dass wir in 14 km die Elbfähre Belgern kreuzen würden. Die Fähre ist eine Gierseilfähre, d.h. sie befindet sich an einem langen Seil und stellt sich immer gegen die Strömung um zum anderen Ufer zu kommen. Als wir die Fähre passieren wollten, lag sie am rechten Ufer und wir warteten auf der Höhe der Verankerung des Gierseils darauf, dass die Fähre ablegen würde. Als das passierte, legte unsere Gruppe ab. Doch entgegen unseren Erwartungen hielt sich die Fähre nicht sehr lange am linken Ufer auf, sondern fuhr direkt wieder auf die andere Seite zu. Zwei Paddelboote konnten die Fähre noch problemlos passieren, bei einer weiteren wurde es eng und schliesslich wir hatten die Wahl mit der Fähre zu kollidieren oder irgendwie zu versuchen, die Situation zu retten. Bei dem Versuch stellte sich dann unser Boot quer und trieb auf eine der Bojen, an der das Gierseil befestigt ist. Diese Boje brachte dann letztlich das Boot zum Kentern. Als ich mich aus dem Boot gekämpft hatte, sah ich, dass Heidi bereits in Richtung Ufer schwamm und wie ein Rucksack sich elbabwärts auf den Weg machte. Der Rucksack wurde dann von einer anderen Person aus dem Wasser gefischt und nach einigen erfolglosen Versuchen, dass Boot festzuhalten, schwamm ich auch in Richtung Ufer. Erst später konnte ich das Boot von der Boje ziehen und sah dann mit großen Erschrecken, dass wesentliche Teile gebrochen waren. Somit war eine Weiterfahrt unmöglich. Den Fährmann selbst schien der gesamte Vorgang ungerührt zu lassen. Erst nachdem wir alle Teile gerettet hatten, bequemte er sich zu uns. Erst später fiel uns auf, dass er keinerlei Versuche unternahm, uns zu helfen. Dies, obwohl er unserer Meinung aufgrund seiner recht rücksichtslosen Fahrweise, den Unfall ausgelöst hat. Leider beendeten wir so die sonst recht angenehmen Pfingsttage mit einem kaputten Boot, einigen verlorenen Gegenständen und nicht gerade der besten Laune. Für den materiellen Schaden hoffe ich, dass wir den problemlos ersetzt bekommen. Drückt uns die Daumen!
cronjob