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1024bit reichen wirklich nicht mehr aus

Zu Beginn des Jahres 2003 veröffentlichte Adi Shamir mit Eran Tromer einen Bericht über Spezialhardware zur Faktorisierung großer Zahlen. Insbesondere die Abschätzung des Kostenaufwandes von 10 Millionen Euro für das Knacken eines 1024bit-RSA-Schlüssels innerhalb eines Jahres ließ die Fachwelt aufhorchen. Nunmehr ist das Design der Hardware verbessert worden und die geschätzten Kosten liegen bei einem Zehntel der obigen Summe. Das stellt doch eine massive Verbesserung dar. Wenn diese Schätzungen stimmen, dann kann es auch schon größeren Institutionen möglich sein, derartige Software zum Einsatz zu bringen.

Daher kann ich allen nur raten: Setzt Schlüssellängen von 2048 Bit oder besser ein.

Andere Notizen finden sich hier, hier oder hier.

Die Quelle stammt von Steven Bellovin:

Open to the Public

DATE: TODAY * TODAY * TODAY * WEDNESDAY, Sept. 14 2005
TIME: 4:00 p.m. - 5:30 p.m.
PLACE: 32-G575, Stata Center, 32 Vassar Street
TITLE: Special-Purpose Hardware for Integer Factoring
SPEAKER: Eran Tromer, Weizmann Institute

Factoring of large integers is of considerable interest in cryptography and algorithmic number theory. In the quest for factorization of larger integers, the present bottleneck lies in the sieving and matrix steps of the Number Field Sieve algorithm. In a series of works, several special-purpose hardware architectures for these steps were proposed and evaluated.

The use of custom hardware, as opposed to the traditional RAM model, offers major benefits (beyond plain reduction of overheads): the possibility of vast fine-grained parallelism, and the chance to identify and exploit technological tradeoffs at the algorithmic level.

Taken together, these works have reduced the cost of factoring by many orders of magnitude, making it feasible, for example, to factor 1024-bit integers within one year at the cost of about US$1M (as opposed to the trillions of US$ forecasted previously). This talk will survey these results, emphasizing the underlying general ideas.

Joint works with Adi Shamir, Arjen Lenstra, Willi Geiselmann, Rainer Steinwandt, Hubert K?pfer, Jim Tomlinson, Wil Kortsmit, Bruce Dodson, James Hughes and Paul Leyland.

Mercedestüren öffnen

Der RISKS-Digest ist eine gute Quelle, um sich der Risiken der Computerbenutzung klar zu werden. Ein schönes Beispiel las ich heute in Jörns Blog:

Last week I watched the chauffeur of a Mercedes car. There was a parking spot left just in front of another Mercedes. Both different types, though fairly new. As I watched by the chauffeur got out of her car and pushed the button on the remote control to close the doors.

The system worked. The doors of the Mercedes closed. The already parked Mercedes responded with a happy ‘click’ and opened it’s doors. The chauffeur, confident the click was her car telling everything was fine, didn’t pay attention, until I pointed her to the fact that she opened the other Mercedes.

She tried several times. When her car opened the other one closed. And vice versa. But she didn’t see it as a problem, she could close the doors of her car and walk away. Until I pointed out the system probably worked the other way round as well ...

Log vom zsh-Workshop

Wer ein wenig zsh lernen wollte, konnte vor kurzem ins IRC kommen. Dort gab es einen Workshop zur zsh. Wie auch Mika habe ich das nicht geschafft, mit hin zu kommen. Zum Glück gibt es ein IRC-Log vom Workshop (auch lokal) zum Nachlesen. Bei Gelegenheit werde ich mir das zu Gemüte führen und vielleicht den einen oder anderen nützlichen Tip draus basteln.

Prüft die Kontoauszüge

Habt ihr schonmal die Kreditzinsen nachgerechnet? Nein? Dann nutzt den Sonntag und macht das mal. Laut einem Artikel in der SZ kann sich das lohnen. Dort wird von einem Kreditsachverständigen berichtet, der Kontoauszüge und Kreditabrechnungen auf Richtigkeit prüft. In einem Fall kam dann raus, dass die Bank in sieben Jahren rund 275.000 Euro zuviel an Zinsen berechnet hat. Man sollte den Artikel unbedingt lesen und sich danach gruseln.

via Betabloger

Die sechs dümmsten Ideen in der Computersicherheit

Bruce Schneier verweist heute auf einen Artikel von Markus Ranum. Dieser beschreibt die sechs dümmsten Ideen in der Computersicherheit. Ich stimme hier nicht mit allen Punkten überein. Doch finde ich den Artikel durchaus lesenswert.

Nachtrag: Ranum kam mir doch gleich merkwürdig bekannt vor und bei Technorati wurde ich auch fündig: Ranum war der clevere Typ, der auf einer USENIX-Konferenz seine E-Mails checkte, Webseite auf den aktuellsten Stand brachte etc. Irgendwann bekam er dann eine E-Mail von Bill Cheswick und im Text der Nachricht stand: Ranums Passwort! (Originalartikel) Soviel zu den dümmsten Sicherheitsideen ...

Eric S. Raymond bald bei Microsoft?

Gibt es jemanden da draußen, der mit Software zu tun hat und Eric S. Raymond nicht kennt? Offensichtlich schon. Wo sitzen diese Leute? Bei Microsoft!

ESR hat in seinem Blog einen ArtikelMicrosoft tries to recruit me”. Darin veröffentlicht er eine E-Mail von einem Recruiter namens Mike Walters, der ihn mit süssen Worten zu Microsoft locken will. Seine Antwort fiel dann recht deutlich aus:

I’d thank you for your offer of employment at Microsoft, except that it indicates that either you or your research team (or both) couldn’t get a clue if it were pounded into you with baseball bats. What were you going to do with the rest of your afternoon, offer jobs to Richard Stallman and Linus Torvalds?

via Jörns Blog

Auch Captchas funktionieren

Heute bekam ich eine E-Mail von Jörg Sommer, dass keine Captchas angezeigt werden. Nachdem ich ein wenig in der entsprechenden Datei herumgestöbert habe, fand ich auch den Fehler:
Die Funktion mt_rand() muss laut Handbuch mit Minimum und Maximum aufgerufen werden. S9Y machte es genau anders herum. Ich habe den Fehler lokal hier gefixt und jetzt solltet ihr auch Captchas sehen und Kommentare schreiben können. Und ich bin froh, mal wieder einen Bug gefunden und gefixt zu haben. :-)

Ach ja, die Zeile im Quellcode ist in der richtigen Version:

$strings   = array_rand($this->chars, mt_rand($min_char, $max_char));

Rubber

Die besten Ergebnisse bringt bekanntlich der Zufall. So stiess ich kürzlich per Zufall auf Rubber.

Wer desöfteren LaTeX-Dokumente schreibt, wird immer wieder auf das Problem stossen, wie oft denn das Dokument durch den Interpreter geschickt werden muss. Da muss man eventuell BibTeX aufrufen und makeindex oder xindy. Schnell landet man bei drei oder mehr Durchläufen. Einerseits kann man sich hier mit Makefiles behelfen. Oder aber man nutzt eben Rubber.

Rubber ist ein Satz von Pythonskripten, die automagisch erkennen, wie oft das Dokument durch LaTeX durch muss und es ebensooft macht. Am Ende hat man nur durch den Aufruf rubber $DATEI eine fertige DVI-Datei. Ebenso einfach lassen sich auch PostScript- oder PDF-Dateien erzeugen. Ich fand das Programm nach kurzer Zeit sehr nützlich und kann es nur wärmstens ans Herz legen.

Mehr Anonymität beim Browsen

Im Blog haben sich mittlerweile schon einige Hinweise zum anonymen Surfen gesammelt. Erst zuletzt habe ich meine Kurzanleitung veröffentlicht. Doch wie bekannt sein dürfte, schützt Tor nicht vor allen Risiken. Insbesondere Cookies und die Browserkennung werden mit verschickt. Die Browserkennung kann man entweder manuell verstellen (about:config in die Adresszeile eingeben und nach useragent suchen) oder aber z.B. beim Firefox die Erweiterung User Agent Switcher installieren.

Doch was schreibt man hier nun rein? Einige sind kreativ und bringen hier eigene Ideen mit. Doch wenn man dann mit der Kennung “Moozilla Feuerfuchs” eine Webseite besucht, macht das eher noch mehr beobachtbar. Und vielleicht vergisst man ja doch mal Tor o.ä. einzuschalten ... Auch die Kennung auszuXen bringt meiner Meinung nach nichts. Aus meiner Sicht sollte es ein Plugin geben, dass eine kleine Datenbank von Browserkennungen mitbringt und diese in kurzen, zufällig gewählten Zeiträumen rotiert. Somit ist man mal als Internet Explodierer, mal als Lynx und auch mal als Googlebot unterwegs. Dies bietet aus meiner Sicht ein Verbesserung der Anonymität. Liege ich da asclfh? Was meint ihr und wer programmiert das Teil? :-)

Kein SSL im Firefox

Naja, fast zumindest. Heise und Golem berichten heute, dass es in den zukünftigen Versionen des Firefox keine Unterstützung für SSL 2.0 geben wird. Diese Version wurde von einem Entwickler bei Netscape ausgedacht und über die Zeit entdeckte man hier zahlreiche Lücken im Protokoll. Daher wurde das zu SSL v3.1 aka TLS weiter entwickelt. Mittlerweile gibt es nach einer Umfrage des Entwicklers Gervase Markham nur noch 2.000 Seiten, die nur SSLv2 nutzen. Daher ruft er dazu auf, SSLv2 im Browser abzuschalten und diese Seiten zu testen. Bei Problemen kann man dies in seinem Blogim Bugtracker von Mozilla melden. Bitte füge deine Meldung an die Bugs #116168 oder #116169 an. (Änderung laut einem Blogeintrag von FC).

Ich selbst surfe ausschliesslich ohne die Unterstützung von SSLv2 (Dies schalte ich meist bei der Erstkonfiguration aus.). Bislang gab es hier keinerlei Probleme. Aber mir ist auch nicht bekannt, dass ich Seiten, die nur SSLv2 anbieten, nutzen würde.

Problematisch wird es dann, wenn die Banken ihre Zertifikatserzeugung nicht mehr im Griff haben. Besim Karadeniz hat es bei der Sparkasse gesehen.

Die Insel

Gestern abend war mal wieder Kino angesagt. Wir hatten uns den Film “Die Insel” herausgesucht. Ich hatte dazu bereits in Dänemark im Kino Werbung gesehen und hoffte auf einen entspannenden Actionabend.

Story

Die Geschichte des Filmes ist kurz erzählt. Ewan McGregor alias Lincoln 6Echo spielt einen Menschen, der innerhalb einer sterilen Atmosphäre aufwächst. Denn, so wird ihm erzählt, ist die Außenwelt “kontaminiert” und alles Leben außerhalb kann nicht existieren. Na gut, nicht ganz alles. Denn da gibt es eine Insel auf der noch unbeschwertes Leben möglich ist und alle Einwohner hoffen irgendwann mal in der großen Lotterie den Transfer zur Insel zu gewinnen. Doch Lincoln stellt zuviele Fragen und findet heraus, dass das alles eine große Lüge ist. Vielmehr werden Menschen als Ersatzteillager für reiche Menschen gezüchtet. Wenn dem Sponsor was passiert, muss sein Ebenbild dran glauben. Nachdem er dies herausfindet, folgt die Flucht mit seiner Begleiterin, zahlreiche Actionszenen und die Rückkehr auf den Stützpunkt. Dort rettet er dann alle.

Meine Meinung

Ich verliess das Kino recht enttäuscht. Denn mein Traum von einer entspannenden Abendunterhaltung verpuffte so langsam während des Films. Meine wesentlichen Kritikpunkte hier sind:

  1. Product Placement: Schon zu Beginn des Filmes wird zu vordergründig Werbung für diverse Firmen getrieben. So trägt der Held des Filmes Pumaschuhe, sucht bei msn Search und die Welt besteht nur noch aus Chryslers. Natürlich passiert dies bei nahezu allen Filmen. Doch hier war mir das Ganze zu platziert und vordergründig.
  2. schlecht erzählte Geschichte: Zu keinem Moment hat es der Film vermocht mal Spannung aufzubauen. Vielmehr wusste ich zu jedem Zeitpunkt, was wohl als nächstes passieren wird und prompt trat das dann auch ein. Die Geschichte sollte hier meiner Meinung eher als Klebstoff für die Actionszenen herhalten.
  3. Kameraführung: Einige Actionszenen hätten wirklich das Zeug gehabt, für Spass zu sorgen. Doch die hektische Kameraführung machte dann auch das zunichte. Dadurch verlor ich immer wieder den Überblick, von welchem Standpunkt ich die Szene gerade sah und wenn der Überblick da war, rauschten die Bilder weiter und machten wieder alles kaputt.
  4. Logik: Irgendwie scheint auch niemand den Film auf Logik überprüft zu haben. Einerseits rauschen da fliegende Fahrzeuge durch das Jahr 2019, andererseits fahren auf der Autobahn nagelneue GMCs und Volvos aus dem Jahr 2005 herum. Das Krasseste aus meiner Sicht war jedoch das Ende. So wird den Menschen das Leben lang erzählt, dass die Außenwelt tot und kontaminiert ist. Als der Übeltäter tot ist, rennen alle begeistert und ohne zu Zögern nach draußen.

Aus meiner Sicht war das einer der schlechtesten Filme, die ich in letzter Zeit (oder vielleicht sogar überhaupt) gesehen habe.

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