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Börsenerfolge durch Weblog-Bots?

Martin Röll glaubt, durch einen Bot zu guten Aktienempfehlungen zu kommen. Der Bot soll dabei die Weblogs nach Beiträgen zu dem jeweiligen Unternehmen durchforsten und dann je nach positiven oder negativen Kommentaren gewichten. Die Idee klingt natürlich recht nett und interessant. Röll argumentiert, dass diese Beiträge ja Informationen sind und an der Börse werden diese bekanntermaßen gehandelt.

Doch dieser Bot würde aus meiner Sicht nicht funktionieren. Zum einen werden wesentlich mehr negative wie positive Beiträge geschrieben. Insofern erhielte man wohl wenige Kaufempfehlungen. Diesen Faktor kann man vielleicht noch im Programm korrigieren. Aber was ist mit Unternehmen, über die permanent gemeckert wird? RWE stand z.B. zuletzt in Deutschland in der Kritik. Das hat das Unternehmen nicht davon abgehalten, im letzten Jahr knapp 50% (und damit auch mehr als der DAX) zuzulegen. Ein weiteres klassisches “Meckerunternehmen” ist Microsoft. Nahezu jeder, der Windows nutzt, hat was zu meckern. Wenn man sich hier mal einen Zehnjahreszeitraum anschaut, hat sich der Wert der Aktie ca. verfünffacht. Auch besser als der Index. Solche Beispiele lassen sich sicher noch weiter finden.

Weiterhin erreichen die Beiträge in den meisten Weblogs auch zuwenige Leser. Ich kenne kaum einen Investmentbanker, der a) überhaupt weiß, was Weblogs sind und b) diese dann auch noch regelmäßig verfolgt. Und habt ihr schonmal bei Reuters Nachrichten aus Weblogs gelesen?

Ich wünsche Martin Röll natürlich viel Glück mit seinem Bot und wäre auch schwer beeindruckt, wenn man rein auf Basis dieser Empfehlungen an der Börse Geld verdienen könnte.

Überwachung attraktiver machen

Heutzutage hängen schon an nahezu jeder Ecke Überwachungskameras rum. Trotzdem gibt es da immer noch Leute, die sich darüber aufregen und dies als einen Eingriff in ihre Privatsphäre werten. Haben diese etwas zu verbergen?1

Was kann man denn tun, um mehr Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen? Zum einen geht das natürlich mit einem Hinweis auf Schutz gegen Terrorismus. Aber dieses Argument ermüdet irgendwann die Bevölkerung. Also muss man da etwas kreativer werden. Wie Kai Raven bzw. Bruce Schneier heute schreiben, können einige Londoner ab demnächst Asbo TV schauen. Dabei handelt es sich um Livebilder von Überwachungskameras aus den umliegenden Straßen. Natürlich hat das rein gar nichts mit Voyerismus zu tun, sondern dient nur dazu die Kriminalität einzudämmen. Zumindest lautet so die offizielle Begründung. Aus meiner Sicht werden wohl eher die Leute das als großes BigBrother benutzen. Andrew Duff mutmasst sogar, dass das System große Nachfrage bei Einbrechern erhalten könnte. Denn der geneigte Einbrecher kann so recht gut erkennen, ob gewisse Gebäude bewohnt sind oder nicht.

Auf alle Fälle dient so etwas wieder einmal mehr dazu, die Bürger an die Überwachung zu gewöhnen. Denn wer kann schon gegen die Kameras sein, wenn sie ihm selbst so gute Bilder ins Wohnzimmer liefern?

1 Dies ist zumindest das immer wieder gehörte Argument von vielen Leuten. Wer sich jedoch einmal etwas mehr Gedanken zu dem Thema macht, wird schnell feststellen, dass jeder etwas zu verbergen hat. Du glaubst das nicht? Denke weiter darüber nach!

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