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Mein Vortrag beim 35C3

Der diesjährige 35. Chaos Communication Congress ist leider schon wieder vorbei. In den Leipziger Messehallen fanden sich 17.000 Hackerinnen und Hacker zusammen, um Vorträgen zu lauschen, neue Ideen zu probieren, zu hacken oder einfach eine schöne Zeit zu haben.

Ich hatte das Vergnügen zusammen mit Kristin Pietrzyk einen Vortrag zu halten: Unter findet ihr einen Mitschnitt. Viel Spaß beim Anhören.

Tor-Browser in der Sandbox betreiben

Das Tor-Projekt stellt seit langem den Tor-Browser zur Verfügung. Die Entwickler investieren viel Zeit und Energie, um den zugrunde liegenden Mozilla Firefox abzusichern und gegen Angriffe auf die Privatsphäre zu schützen. Seit kurzem ist für GNU/Linux wieder ein Baustein hinzugekommen: die Sandbox. Diese gaukelt dem Browser ein eigenes System vor. Sollte jemand den Browser angreifen, so kann er in die Sandbox vordringen, aber eben nicht auf den Rechner.

In der Ankündigung zur Version 6.5a6 wird kurz darauf eingegangen. Wenn ihr die Variante testen wollt, braucht ihr einen Kernel, der Linux Namespaces unterstützt. Standardmäßig machen das alle neueren Versionen. Weiterhin müsst ihr bubblewrap und ggf. Gtk installieren. Die aktuelle Version 0.0.2 der Sandbox greift noch auf ein Adwaita-Verzeichnis zu. Daher benötigt ihr ggf. das Paket gnome-themes-standard-data unter Debian-artigen Systemen. Spätere Versionen haben diese Abhängigkeit nicht mehr.

Nach all der Vorarbeit ladet ihr die Version herunter, prüft die Signatur und entpackt das Archiv. Darin befindet sich eine ausführbare Datei namens sandboxed-tor-browser. Nachdem die gestartet ist, werdet ihr gefragt, welchen Tor-Browser ihr verwenden wollt. Der wird dann heruntergeladen und ein letzter Konfigurationsdialog erscheint. Dort könnt ihr Bridges und weiteres einstellen. Nachdem dies bestätigt ist, startet der Tor-Browser wie gewohnt und kann benutzt werden.

Im Hintergrund nimmt die Tor-Software über Unix-Sockets eine Verbindung zum Browser auf. Früher wurde eine TCP-Verbindung auf der lokalen Maschine verwendet. Durch die Nutzung einfacher Dateien fällt dies nun weg. Die Entwickler überlegen auch, ob es nicht möglich ist, diverse Netzwerkbibliotheken aus dem Browser zu entfernen. Wozu benötigt ein Browser denn solche Sachen? :-)

Solltet ihr Fehler finden, schreibt eine Meldung in den Bugtracker. Das Wiki von Tor hat weitere Informationen zur Sandbox. Viel Spaß beim Testen!

Keysigning bei den Chemnitzer Linux-Tagen 2016

Am 19. und 20. März fanden in Chemnitz wieder die Chemnitzer Linux-Tage statt. Einer alten Tradition folgend organisierte ich das Keysigning. Das heißt, Leute mit einem OpenPGP-Schlüssel können teilnehmen und sich gegenseitig ihre Identität bestätigen. Durch die Prüfung und Signatur wird das Vertrauensnetz (Web of Trust) gestärkt.

In den letzten Jahren stellten wir uns dazu in einer Reihe auf. Die erste Person bewegte sich dann zur zweiten und anschließend zur dritten, vierten usw. Nachdem die erste Person vorbei war, fing die zweite an. So sah das ungefähr aus:

Startaufstellung:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Erste Person startet:

2 3 4 5 6 7 8 9 10
1

Zweite Person startet:

3 4 5 6 7 8 9 10
2 1

Nach einer Weile startet die sechste Person:

7 8 9 10 1
6 5 4 3 2

Das heißt, die erste Person reiht sich wieder ans das Ende ein. Eine Reihe zeigt jeweils den Ausweis und die andere Reihe vergleicht.

Bei dem Verfahren ist nun der Nachteil, dass anfangs sehr viele Leute im Leerlauf sind. Sie müssen warten, bis die erste Person endlich bei denen angekommen ist. Um dies ein wenig zu beschleunigen, haben wir die Reihe dieses Jahr direkt gefaltet. Nach der Sortierung in eine Reihe stellten sich alle gegenüber auf:

1 2 3 4 5
10 9 8 7 6

Die Idee war, dass wieder eine Reihe prüft und die andere den Ausweis zeigt. Leider habe ich das wohl nicht genau genug erklärt und es wurde parallel von beiden Seiten gemacht. Als die Reihe nun zur Hälfte abgearbeitet war, kamen die Teilnehmer bei ursprünglichen Gegenüber wieder an und nahmen an, alle erwischt zu haben. Dies ist aber nicht der Fall:

2 3 4 5 6
1 10 9 8 7

Die Aufstellung oben ist nach dem ersten Wechsel. In der initialen Aufstellung verglich beispielsweise Teilnehmer 3 mit Teilnehmer 8 die Daten. In obigem Schritt vergleicht 3 mit 10 usw. Nach fünf Schritten stehen sich 3 und 8 wieder gegenüber. Teilnehmer 3 hat dann die Identität der Teilnehmer 8, 10, 2, 4 und 6 verifiziert. Was ist mit 1, 5, 7 und 9? Diese fehlen offensichtlich. Es kostete mich einige Mühe die Teilnehmer zu überzeugen, dass der Lauf noch nicht beendet ist. Hoffentlich kann ich alle dann im nächsten Jahr auf diese Seite verweisen und die Überzeugungsarbeit wird einfacher. :-)

Wer sich für den Stand des Web of Trust interessiert:

Web of Trust @ CLT 16

Spam-3.7688

In meiner Inbox fand ich heute dieses nette Stück Spam:

<html>                                                                                                             
<head><title>401 Authorization Required</title></head>                                                             
<body bgcolor=“white”>                                                                                             
<center><h1>401 Authorization Required</h1></center>                                                               
<hr><center>nginx/1.2.1</center>                                                                                   
</body>                                                                                                            
</html>

 

Wenn man das HTML interpretiert, kommt dann sowas raus:

401 Authorization Required


nginx/1.2.1

Ich verstehe nicht, warum man sowas als Spam in die Welt hinaus schickt. Die Nachricht wurde von einer IP-Adresse aus Südafrika eingeliefert. Neben der From:-Adresse hat der Spammer keine weiteren Header-Zeilen übermittelt. Vielleicht wollte derjenige einfach, dass ich das blogge. :-)

Pidgin mit dem Hidden Service von jabber.ccc.de nutzen

Erweiterte Einstellungen bei PidginIch hatte kürzlich eine Diskussion, wie und ob man das Programm Pidgin mit dem Hidden Service des XMPP-Service jabber.ccc.de nutzen kann. Im Web gibt es recht wenige Anleitungen dazu. Daher will ich das hier kurz aufschreiben.

Der Hidden Service hat die Adresse okj7xc6j2szr2y75.onion. Dieser wird in Pidgin als Verbindungsserver benutzt. Um derartige Adressen nutzen zu können, muss auf eurem Rechner Tor installiert und gestartet sein. Das kann in Form des Tor Browser Bundle oder als eigene Software sein.

Zum Einrichten eures Accounts wählt ihr Konten -> Konten verwalten. Das geht auch kurz über Strg+A. Im folgenden Menü könnt ihr einen neuen Account hinzufügen oder einen existierenden Account bearbeiten. Im nun folgenden Fenster gebt ihr in das Feld Benutzer euren Benutzernamen ein. Der hat die Form euername@jabber.ccc.de.

Wechselt nun in den nächsten Reiter »Erweitert«. Das dritte Eingabefenster heißt »Verbindungsserver«. Dort tragt ihr die Onion-Adresse okj7xc6j2szr2y75.onion ein. Speichert die Einstellungen und verbindet euch mit dem Konto.

Im letzten Schritt benötigt Pidgin eine Information über den Tor-Proxy. Denn um euch mit der Onion-Adresse von oben verbinden zu können, muss die Verbindung über Tor gehen. Im Reiter »Proxy« wählt ihr aus der Liste der Proxy-Typen »SOCKS5« aus. Bei »Host« kommt 127.0.0.1 oder localhost rein. Im Feld »Port« hängt es davon ab, ob ihr das Tor Browser Bundle (Port 9150) oder einen systemweiten Tor-Daemon (Port 9050) benutzt. Im Falle des Tor Browser Bundles muss dieses noch laufen. Tragt den richtigen Port ein und speichert die Einstellungen. Nun läuft die Verbindung über den Hidden Service.

Das wars dann schon. Viel Spass beim anonymen Chatten. :-)

Update: Nach einem Hinweis von @publictorsten Tor als Voraussetzung erwähnt.

Podiumsdiskussion zur NSA mit Martina Renner

Heute gibt es wieder eine Veranstaltungsankündigung. Am morgigen Dienstag, dem 09. September 2014, werde ich zusammen mit Martina Renner einen Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion in Jena halten. In der Veranstaltung geht es um den NSA-Untersuchungsausschuss. Zu Anfang werden wir einige Details zur NSA, zu deren Überwachungsprogrammen und zu den Entwicklungen beim Untersuchungsausschuss erzählen. Anschließend stellen wir uns den Fragen aus dem Publikum.

Wer teilnehmen mag, sollte vor 18 Uhr im Hörsaal 8 im Unigebäude in der Carl-Zeiss-Str. 3 sein.

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