Thursday, August 16. 2012AssangeTrackbacks
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Ein wenig blauäugig... Wieso ist Schweden nicht auf den Vorschlag eingegangen, die Anhörung auf neutralem Boden (London) stattfinden zu lassen? Wieso konnte Schweden nicht offiziell garantieren, dass Assange nicht an die USA ausgeliefert wird? Unzählig sind die Beispiele, wo Personen an die USA ausgeliefert wurden, teilweise ohne dass es die Betreffenden selbst wußten, allein im Afghanistan-Krieg wurden Hunderte, hauptsächlich aus Deutschland direkt ins Foltercamp nach Guantanamo deportiert. Also von welchen Fakten sprechen Sie? Zu diesem Korruptionsindex muss gar nichts gesagt werden, ein intellektueller Mensch kann sowas nicht ernst nehmen.
#1
on
2012-08-17 00:28
Ich sehe nicht, warum Schweden einer Anhörung auf fremdem Boden zustimmen sollte. Zum einen würde damit indirekt bestätigt werden, dass im eigenen Land nicht alles koscher ist. Was würde Schweden zu anderen gewinnen? Es gibt ein Auslieferungsverfahren. Sämtliche englischen Gerichte haben die Korrektheit bestätigt. Das heißt, theoretisch muss Schweden nur warten, bis Assange eintrifft.
Was passiert, wenn Schweden darauf eingeht? Als Ergebnis der Befragungen auf neutralem Boden könnte stehen, dass sich der Verdacht erledigt oder erhärtet. Im ersten Fall bin ich sicher, dass er auch in Schweden ein freier Mann ist. Wie schon oben geschrieben, ist Schweden nicht irgendeine Pseudo-Demokratie. Wenn sich der Verdacht erhärtet und er infolgedessen angeklagt wird, dann müsste er nach Schweden ausgeliefert werden. Also selbes Procedere. Insgesamt sehe ich für Schweden keinen Grund, auf die Forderung einzugehen. Zu der Forderung mit der Garantie hat Torsten Kleinz auf Google+ einige Worte geschrieben. Bezüglich der Auslieferung gibt es vermutlich internationale Abkommen. Das heißt, wenn Assange in Schweden ist und die USA ein Gesuch stellt, wird das von einem Gericht geprüft. Vermutlich kann Assange n Male in Berufung gehen. Wenn aber rechtskräftig entschieden wird, dass er ausgeliefert werden kann, was ist dann die Garantie wert? Warum sollte sich Schweden über internationales Recht stellen? Noch viel schlimmer: Es müsste das Urteil eines anerkannten Gerichts ignoriert/gebrochen werden. In welchen Fällen wurden Menschen aus Deutschland in Foltercamps deportiert (Nein, Überflüge über D bzw. Zwischenstops auf Militärflughäfen in D zählen nicht). Bezüglich des Korruptionswahrnehmungsindex habe ich den Eindruck, dass verschiedene intelligente Leute diesen ernst nehmen. Worin begründet sich die Kritik bzw. warum ist der nicht ernst zu nehmen?
#1.1
on
2012-08-17 10:44
Die taz hat deine Fragen auch nochmal aufgegriffen und diskutiert diese: Er kriegt keine Sonderbehandlung
#1.2
on
2012-08-20 12:25
Ich denke auch, dass die letzten Zeilen ein naives Bild idealisierter Gerichtsbarkeit zeichnen.
Sofern ein starkes Interesse seitens der USA besteht Assange den Mund zu verbieten werden sie eine Lösung finden, selbst wenn das bedeutet gültiges Recht etwas anders als üblich auszulegen. Leider erreichen sie ihre Ziele sogar schon ohne dass eine Festnahme/Auslieferung bisher stattgefunden hat. Infolge der Anschuldigungen leidet schließlich nicht nur sein Image sondern auch das von Wikileaks und jeder neue Rechtsbruch seinerseits (wie bspw. Kautionsflucht) macht es schlimmer. Natürlich zu unrecht! Aber ist normal, Apple wurde schließlich auch in guten wie in schlechten Zeiten nur auf Steve Jobs reduziert, um nur ein Beispiel zu nennen. Außerdem wollte ich anmerken, dass (wahrscheinlich unberechtigte) Anschuldigungen wegen sexueller Straftaten schon immer eines der wirksamsten politschen Mittel war. Man erinnere sich wie die Karriere von Strauss-Kahn beendet wurde - zufällig unmittelbar vor seiner Ernennung zum Spitzenkandidat im französischen Präsidentschaftswahlkampf... LG
#2
on
2012-08-17 08:09
Der Guardian hat sich auch Gedanken gemacht, wie Assange die Botschaft verlassen könnte: Julian Assange: how WikiLeaks founder could leave Ecuador’s London embassy
#3
on
2012-08-17 10:52
Danke für den guten Artikel. Das ist mal ein angenehmer Gegenpol zu dem weitläufig verbreiteten Ausschluss der Richtigkeit der Anklage. Natürlich ist das ein heikler Fall. Aber auch ein WikiLeaks-Begründer sollte sich bezüglich einer möglichen Sexualstraftat einem Gericht stellen müssen, auch wenn er aufgrund seiner sonstigen Aktivitäten viele Menschen hinter sich hat. Das ist das umgekehrte Phänomen zu dem Fall, indem im Netz zum Lynchen eines Verdächtigen (der, wie sich später herausstellte, unschuldig war) aufgerufen wurde. Ich sage damit nicht, dass er schuldig ist. Aber eine solche Anschuldigung darf nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Genau. Ich empfehle einen Kommentar des Guardian zur Lektüre: Julian Assange: the balcony defence
#4.1
on
2012-08-20 12:28
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